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Schwerbehinderte reisen kostenlos mit der Bahn

Freifahrten Schwerbehinderte reisen kostenlos mit der Bahn

Freie Fahrt im Nahverkehr: Schwerbehinderte reisen seit Anfang September mit der Bahn bundesweit ohne Fahrschein. Für die Freifahrten gibt es keine Entfernungsbeschränkungen mehr.

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Im Nahverkehr reisen Schwerbehinderte kostenlos.

Quelle: dpa

Für viele Menschen mit Behinderung ist Anfang des Monats das Reisen im Nahverkehr der Deutschen Bahn (DB) leichter geworden. Menschen mit einem grün-orangen Schwerbehindertenausweis und einem Beiblatt mit gültiger Wertmarke können jetzt deutschlandweit kostenlos mit den roten Nahverkehrszügen der DB in der zweiten Klasse fahren. Sie brauchen keine Fahrkarte – egal, wie weit sie fahren.

Für die Freifahrten gibt es keine Entfernungsbeschränkung mehr. Dies haben die Bahn und das Bundessozialministerium vereinbart. Bisher konnten freifahrtberechtigte Schwerbehinderte innerhalb eines 50-Kilometer-Radius um ihren Wohnort unentgeltlich Nahverkehrszüge der DB nutzen. Diese Begrenzung wurde aufgehoben: Wer den grün-orangen Schwerbehindertenausweis und ein Beiblatt samt Wertmarke bei sich hat, kann dies bundesweit durchgängig als Fahrausweis im Nahverkehr verwenden. Der Grad der Behinderung muss dabei mindestens 50 Prozent betragen.

Sozialverband fordert bessere Barrierefreiheit in Zügen

Die Wertmarken sind bei den Versorgungsämtern für 60 Euro im Jahr und für 30 Euro im halben Jahr erhältlich – in Niedersachsen beim Landesamt für Soziales, Jugend und Familie in Hildesheim, das auch in Hannover eine Dienststelle hat. Bezieher von Grundsicherung/Sozialhilfe, blinde und hilflose Menschen bekommen die Wertmarke kostenfrei. In Verbünden wie dem Großraum-Verkehr Hannover gibt es – wie auch bei Privatbahnen – ebenfalls Regelungen, wonach Fahrgäste mit einer Schwerbehinderung kostenlos Bahnen und Busse nutzen können.

Einen Anspruch auf eine unentgeltliche Beförderung haben nach Angaben des Bundessozialministeriums schwerbehinderte Menschen, die in ihrer Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt sind – Gehbehinderte, Hilflose, Gehörlose oder Blinde. Wer einen Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen „G“ (Gehbehinderung), „aG“ (außergewöhnliche Gehbehinderung), „H“ (Hilflosigkeit), „GL“ (gehörlos) oder „BL“ (Blindheit) hat, kann nun deutschlandweit im Nahverkehr fahren, ohne zahlen zu müssen. Auch eine Begleitperson fährt kostenfrei mit, wenn die Berechtigung dazu im Schwerbehindertenausweis (Merkzeichen „B“) vermerkt ist.

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) lobt die erweiterte Freifahrtregelung, da sie den Alltag behinderter Menschen erleichtere. „Damit das Angebot von den Betroffenen jedoch auch tatsächlich genutzt werden kann, muss die Bahn jetzt konsequent für mehr Barrierefreiheit von Zügen und Bahnhöfen sorgen“, sagte SoVD-Präsident Adolf Bauer.

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