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Deutschland / Welt Warum ist mein Auto anders?
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00:15 18.04.2016
Enno Janssen mit seinem VW Passat. Quelle: HAZ
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Hannover

Die Hiobsbotschaften reißen nicht ab: Der längst überfällige Beginn der Rückrufaktion für den Passat verzögert sich um Wochen. Eigentlich sollten die ersten Modelle mit 2,0-Liter-Motor bereits Anfang März in die Werkstätten - jetzt haben wir schon Mitte April. Da frage ich mich, ob VW auch den in meinem Kundenbrief angegebenen Zeitplan aufkündigen muss. Mein Passat mit 1,6-Liter-Aggregat soll eigentlich ab der 36. Kalenderwoche (Anfang September) nachgebessert werden - aber klappt das überhaupt noch?

Zum „Zeitkorridor“ beim Passat wollte sich VW nicht äußern. Aber wie zu hören war, könnte sich der Rückruf der 2,0-Liter-Passat bis in den Juni verzögern - das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) verweigert noch immer die Freigabe. Es gab wohl wiederholt Probleme mit zu hohen Verbrauchswerten nach dem Update der Software. Stattdessen will Volkswagen nun andere Fahrzeuge vorziehen - darunter den Golf, dem allerdings auch noch die Freigabe fehlt. „Wir werden jetzt mit dem Kraftfahrt-Bundesamt sprechen und überlegen, wie wir das nächste Cluster konkret vorziehen können“, sagte ein VW-Sprecher.

Cluster? Damit sind vermutlich außer dem Golf die Audi-Modelle A4, A5, A6 und Q5 sowie der Seat Exeo gemeint. Vergangene Woche hatte das KBA bereits eine Rückruffreigabe für die 2,0-Liter-Varianten dieser Fahrzeuge erteilt. Passat-Fahrer fragen sich da, was bei ihren Autos eigentlich anders sein soll. Sind die in all diesen Fahrzeugen verbauten 2,0-TDI-Motoren vom Typ EA189 nicht grundsätzlich identisch? Tatsächlich ist das Problem sehr undurchsichtig: Unter anderem die Art des Getriebes und die Wagenform spielen ebenfalls eine Rolle bei der Wahl der richtigen Software.

Und zu allem Überfluss steht noch ein ganz anderes Problem im Raum: Es gibt nicht wenige Experten, die hinter vorgehaltener Hand behaupten, dass eine neue Software zwangsläufig zu verminderter Leistung, Mehrverbrauch oder beidem gleichzeitig führen werde. Indiz dafür ist eine Messung der Fachzeitschrift „Auto Motor und Sport“. Das Blatt hatte berichtet, dass bei ersten Tests mit zwei Amarok, die von VW upgedatet wurden, zwar die Motorleistung gleich geblieben, der Verbrauch aber gestiegen sei.

Der Vorstand soll immerhin deutlich gemacht haben, dass der Diesel-Rückruf wie vorgesehen in diesem Jahr über die Bühne gehen muss. Ich wünsche mir - auch im Sinne der VW-Belegschaft, die den Abgas-Skandal mit Fassung trägt -, dass die Pläne des Vorstands aufgehen.

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