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Shell testet Bezahl-Luftdruckgeräte an Tankstellen

Mineralölriese Shell testet Bezahl-Luftdruckgeräte an Tankstellen

Luft nur noch gegen Bares? Der Mineralölriese Shell will innerhalb eines halben Jahres an zehn deutschen Tankstellen kostenpflichtige Luftdruckgeräte aufstellen - und danach Bilanz ziehen. Die Konkurrenz hält sich zurück, der ADAC ärgert sich über die zusätzlichen Kosten.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Berlin. An einigen wenigen Tankstellen in Deutschland wird schon länger Geld fürs Luftaufpumpen verlangt - jetzt wagt sich bundesweit auch erstmals ein großer Mineralölkonzern vor. Der Energieriese Shell will in den kommenden sechs Monaten an zehn ausgewählten Tankstellen nahe der niederländischen Grenze kostenpflichtige Reifenluftdruckgeräte aufstellen - zunächst im Rahmen eines Tests. Die deutschen Autofahrer müssen aber keine flächendeckende Einführung kostenpflichtiger Geräte fürchten.

Shell bestätigte am Dienstag entsprechende Berichte der „Bild“-Zeitung und der „Autobild“. „Soweit wir hören, schätzen die Kunden an den Stationen, die entsprechende Automaten installiert haben, dass die Geräte jederzeit verfügbar sind“, sagte Sprecher Matthias von Glischinski-Kurc. Shells große Konkurrenten Aral und Esso lehnen ähnliche Versuche hingegen nach eigenem Bekunden ab.

Bereits jetzt setzen nach Unternehmensangaben zehn weitere Shell-Tankstellen auf Reifendruck-Regulierung gegen Bezahlung. Deutschlandweit sind es lediglich rund 200 Tankstellen - „von mehr als 14.000 bundesweit“, wie der Rechtsexperte des Bundesverbandes Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche (BTG), Thomas Drott, der dpa sagte. Autofahrer zahlen hier in der Regel 1 Euro für 5 Minuten Luft.

Shell will das Ganze innerhalb der nächsten sechs Monate zu einem Modellprojekt ausweiten, um Erfahrungen zu sammeln. Nach einem halben Jahr solle Bilanz gezogen werden.

Die meisten Pächter und Tankstelleninhaber, die schon umgestellt haben, sind Vertragspartner der Firma Air-Serv, die auf Wunsch entsprechende Geräte aufstellt. Auf seiner Internetseite bietet das Unternehmen ein Modell an, das äußerlich den Eindruck eines Kaffeeautomaten erweckt.

„Das sind Kästen mit einem Schlauch dran, wo man einprogrammieren kann, wie viel Luftdruck man braucht“, sagte Sabine Behr vom Automobilclub ADAC. Vorteil der modernen Anlagen: Sie werden regelmäßig gewartet und sind im Zweifel auch unter ungünstigen Witterungsbedingungen einsatzfähig - eher als mobile Geräte.

Die einheimische Konkurrenz von Shell bleibt zunächst zurückhaltend, wie Sprecher von Aral und Esso auf dpa-Anfrage bestätigten. „Wir haben das auch überlegt, dann aber für uns entschieden, dass wir das nicht machen wollen“, sagte Esso-Sprecherin Gabriele Radke. Das Aufpumpen der Autoreifen solle für Kunden kostenfrei bleiben.

Ähnlich äußerte sich ihr Aral-Kollege Detlef Brandenburg. „Wir haben keinerlei Pläne in dieser Richtung.“ Der Luftdruck spiele auch für die Sicherheit beim Autofahren eine wichtige Rolle, deshalb bleibe der Service bei Aral weiterhin gratis. In den Niederlanden sei es allerdings selbstverständlich, dafür an Tankstellen Geld zu bezahlen, bekräftigte BTG-Rechtsexperte Drott.

Der ADAC kritisierte die zusätzlich anfallenden Kosten für Autofahrer. „Der ADAC lehnt das ab. Man fragt sich, wofür man noch alles zahlen soll? Ein bisschen Service muss sein, die Kraftstoffpreise sind hoch genug“, sagte Behr.

dpa

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