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Deutschland / Welt Sind Roboter doch keine Job-Killer?
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02:15 27.04.2017
Angela Merkel auf der Messe in Hannover.  Quelle: Rainer Droese
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Hannover

Gefährdet seien vor allem Routine-Tätigkeiten – sowohl in der Produktion als auch in der Verwaltung. Neue Stellen würden vor allem für Experten entstehen, die mit der Technik umgehen können.
Gunther Kegel, Präsident des Verbands der Elektrotechnik (VDE), sagte am Montag, dass die Digitalisierung kurzfristig mehr Stellen vernichten als schaffen könne. „Die Sozialsysteme müssen das auffangen.“
Als Beispiel nannte er die Unternehmensprozesse zwischen der Annahme einer Bestellung und dem Versand der zugehörigen Rechnung. „Das ist bislang kaum automatisiert. Die meisten Aufträge kommen unstrukturiert in Form von Mails oder Anrufen und werden manuell weitergereicht.“ Solche Aufgaben würden künftig von Computern erledigt.

Mittelfristig erwartet Kegel aber, dass mehr Stellen entstehen als verschwinden. „Was wir in der Fertigung verlieren, werden wir in Dienstleistungen rund um die Digitalisierung gewinnen.“
Ähnlich äußerte sich der Bosch-Manager Stefan Aßmann. Roboter und Maschinen würden zwar Jobs mit einfachen, sich häufig wiederholenden Aufgaben am Fließband überflüssig machen. Doch „je mehr Technik es in einer Fabrik gibt, desto mehr hoch qualifizierte Leute braucht man, die die Systeme betreuen, warten und Verbesserungen einsteuern“.

Mit dem traditionellen Rundgang von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Montag die Hannover Messe für Besucher begonnen.

Ralph Appel, Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) verwies darauf, dass aufgrund der Digitalisierung immer mehr deutsche Unternehmen Teile ihrer Produktion aus dem Ausland wieder zurück nach Deutschland verlagern. 2015 habe es über 500 solcher Rückverlagerungen gegeben. Die Automatisierung steigere die Produktivität, dadurch sinke der Lohnkostenanteil, und deutsche Standorte würden wettbewerbsfähiger.

Auch die wenigen bislang in Deutschland erschienenen wissenschaftlichen Studien bezeichnen Roboter und Computer nicht als Job-Killer. „Die Befürchtungen eines massiven Arbeitsplatzabbaus im Zuge einer weiterführenden Digitalisierung sind derzeit eher unbegründet“, berichteten Ende 2015 Forscher des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), das zur Bundesagentur für Arbeit gehört. Nur 15 Prozent der Beschäftigten würden in Berufen arbeiten, die zu einem großen Teil automatisierbar seien. Besonders betroffen seien Berufe in der Industrieproduktion.

Nicht automatisierbar seien Berufe mit geringem Anteil von Routine-Tätigkeiten – zum Beispiel soziale und kulturelle Dienstleistungen, aber auch schlecht bezahlte Tätigkeiten in der Sicherheits- und Reinigungsbranche. In der Gesamtbilanz könne es durchaus einen positiven Beschäftigungseffekt geben. Eine zweite IAB-Prognose rechnet mit 1,5 Millionen Stellenverlusten und ebenfalls 1,5 Millionen neuen Stellen in einer stark digitalisierten Wirtschaft bis 2025.
Kritische Stimmen kommen vor allem aus den USA. Zum Beispiel warnt der Forscher Andrew Mc
Afee, dass die Digitalisierung Facharbeiter-Jobs vernichte. Sicher seien nur schlecht bezahlte Service-Aufgaben und Jobs für Hochqualifizierte. Deswegen gehe die Schere zwischen Arm und Reich in den USA immer weiter auseinander.

Eine These unterstreichen alle Experten: Selbst wenn die Digitalisierung nur wenige Berufe abschafft, verlangt sie den Menschen mehr Technikwissen ab. Bildung und Weiterbildung werden deshalb immer wichtiger.     

Von Christian Wölbert

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