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Sind moderne Kühlschränke wirklich sparsamer?

Geräte-Check Sind moderne Kühlschränke wirklich sparsamer?

Moderne Haushaltsgeräte können mehr als ihre Vorgänger und sollen sparsamer sein. Doch so manche neue Funktion erhöht den Stromverbrauch, verringert aber die Kosten vielleicht an anderer Stelle. Wie ist das beim Kühlschrank?

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Einen Kühlschrank hat jeder zu Hause – neue Modelle versprechen die richtige Temperatur für jedes Lebensmittel.

Quelle: Uli Deck

Hannover. Den Kühlschrank oder die Gefriertruhe abzutauen ist eine lästige Pflichtübung. Gerät aus, Lebensmittel raus, alles zwischenlagern, abwarten, auswischen - und dann entdeckt man womöglich noch einen längst vergessenen Joghurt mit aufgeblähtem Deckel oder pelzig überwucherte Wurst. Nach Ansicht der Küchengeräteindustrie ist das alles längst überholt: Gefriergeräte mit No-Frost-Funktion sollen nie vereisen. Und im Mehrzonen-Kühlschrank sollen Lebensmittel länger haltbar sein. Aber sind diese Funktionen sinnvoll?

Mehrzonen-Kühlschränke

Die Geräte verfügen über Fächer mit getrennt einstellbaren Temperaturen, zum Teil mit unterschiedlicher Luftfeuchtigkeit. In der sogenannten Null-Grad-Zone herrschen meist zwei Grad - laut Claudia Oberascher von der Brancheninitiative Hausgeräte Plus ideal für Hackfleisch, Wurst und Fisch. Die Lebensmittel sollen bis zu dreimal länger frisch bleiben. Die Trockenfächer mit rund 40 Prozent Luftfeuchtigkeit eigneten sich besonders für Verpacktes. Obst und Gemüse werden im feuchten Null-Grad-Fach nicht schrumpelig.

Günter Schwinn, Energieexperte der Verbraucherzentrale, steht Mehrzonen-Geräten indes skeptisch gegenüber. Seiner Meinung nach reicht ein herkömmliches Gerät, dessen Inneres auf sieben Grad gekühlt ist, für alle Bedürfnisse aus. „Mindesthaltbarkeitsdaten kann man etwa bei Joghurt ohnehin um Wochen überschreiten.“ Ein großer Nachteil von Mehrzonen-Geräten sei, dass der Kompressor ständig laufe - anders als bei herkömmlichen Geräten, bei denen er nur anspringt, wenn die eingestellte Temperatur überschritten wird.

Mandy Schoßig vom Öko-Institut betont: Geräte mit Null-Grad-Zonen verbrauchten 50 Kilowattstunden mehr im Jahr als vergleichbare Geräte ohne diese Funktion. Bei einem Strompreis von 24 Cent pro Kilowattstunde macht das einen Unterschied von 12 Euro im Jahr. In der Regel brauche man die Funktion nicht, sagt Schoßig. „Man sollte lieber bewusster einkaufen. Man muss seinen Mangold ja nicht fünf Tage aufbewahren.“

No-Frost-Funktion

Auch die sehen Umwelt- und Verbraucherschützer ähnlich skeptisch. Mit ihr ist laut Initiative „Hausgeräte Plus“ inzwischen rund ein Drittel der Tiefkühlgeräte ausgestattet. Dabei zirkuliert mithilfe eines Ventilators die Luft im Geräteinneren, die Luftfeuchtigkeit kondensiert. Der Kondensator wird regelmäßig erwärmt, sodass das angefrorene Wasser abfließt.

Laut Öko-Institut verbrauchen Geräte mit dieser Funktion allerdings 10 bis 30 Prozent mehr Strom als herkömmliche Geräte. Zudem seien No-Frost-Geräte deutlich teurer, sagt Schoßig - womöglich „auch ein Kaufkriterium für viele Konsumenten“.

Für sinnvoll hält Verbraucherschützer Schwinn die günstigeren Varianten Low-Frost und Stop-Frost. Geräte mit diesen Funktionen müssen zumindest seltener abgetaut werden als konventionelle Geräte, verbrauchen anders als No-Frost-Geräte aber keinen zusätzlichen Strom, da sie die Eisbildung ohne Gebläse reduzieren. Bei Stop-Frost wird die einströmende Umgebungsluft entfeuchtet, bei Low-Frost sorgen spezielle Oberflächen für weniger Vereisung.

Wer sich einen Gefrierschrank ohne diese Funktionen kauft, sollte ihn allerdings regelmäßig abtauen. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät dazu, sobald Eisschichten die Kühlflächen bedecken und die Effizienz mindern - idealerweise mehrmals im Jahr. Denn ein vereistes Gerät verbraucht deutlich mehr Energie: Eine Eisschicht von einem Zentimeter führt laut der Verbraucherzentrale zu einem um 10 bis 15 Prozent höheren Stromverbrauch. Zudem schließt laut Schoßig dann unter Umständen die Tür nicht mehr richtig, sodass zusätzlich Kälte entweicht.

Von Juliane Matthey

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