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Deutschland / Welt So fährt es sich mit dem Streetscooter
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00:15 10.07.2017
Die Post hat den Vorteil, auf kurzen Wegen unterwegs zu sein: Zusteller Frank Heck fährt mit dem Street­scooter eine Tour von höchstens 40 Kilometern – da reicht eine Stromfüllung locker. Quelle: dpa
Königswinter

Geräuschlos steuert Frank Heck sein gelbes Lieferfahrzeug durch die Straßen von Vinxel. Das morgendliche Vogelgezwitscher ist das einzige Geräusch in dem 1500-Einwohner-Dorf in der Nähe von Königswinter bei Bonn, unterbrochen nur durch das kurze Aufheulen einer Motorheckensäge. Hecks Postauto stört die Ruhe nicht, der Zusteller ist auf leisen Sohlen unterwegs. Seit 28 Jahren trägt er Briefe und Pakete für die Deutsche Post aus, seit vier Jahren ist der 55-Jährige mit einem Elektromobil unterwegs, einem sogenannten Streetscooter.

Die Elektro-Flotte der Post umfasst inzwischen rund 3000 Autos, die Briefe und Pakete bundesweit befördern. Wie der Modellname Work verrät, ist das Auto ein Arbeitstier: ohne Beifahrersitz, ohne Schnickschnack - aber praktisch für den Zusteller. „Das Auto erleichtert mir die Arbeit erheblich“, sagt Heck. Kuppeln, schalten, aussteigen, zustellen und wieder von vorn, das war einmal. „Der Street­scooter schont meine Knie“, schmunzelt Heck und öffnet die Heckklappe des Fahrzeugs.

Städte machen Druck

Die Post setzt sei einigen Jahren auf Elektromobilität. „Bis 2025 sind 70 Prozent unserer Zustellung grün“, kündigt Jürgen Gerdes an, im Post-Vorstand zuständig für Pakete, Briefe und E-Commerce. Bis 2050, so das Ziel des Vorstands, soll die Zustellung CO2-frei und die gesamte Fahrzeugflotte auf E-Autos umgestellt sein.

Grund zum Umdenken hat die Post allemal: Das Unternehmen unterhält weltweit eine Flotte von 92 000 Fahrzeugen, darunter auch etliche alte Dieselmodelle. Vom gesamten Fuhrpark der Post sind alleine auf dem Heimatmarkt rund 47 000 Fahrzeuge im Einsatz. Und nun machen große Städte Druck - wie Stuttgart, München oder Hamburg, die im Kampf gegen dicke Luft in ihren Innenstädten offensiv über Fahrverbote für alte Dieselautos diskutieren.

„Das ist auch ein Grund, warum wir die Elektromobilität im Unternehmen vorantreiben“, sagt Konzernsprecher Alexander Edenhofer. Tatsächlich unterhält das Unternehmen inzwischen eine ganze Reihe von Elektrofahrzeugen: außer dem Streetscooter zum Beispiel 10 500 E-Bikes und E-Trikes, kurz Pedelecs genannt. Die Posttochter DHL Express testet derzeit Lastenfahrräder, sogenannte Cubicles, mit elektrischer Pedalunterstützung. Außerdem sind bei der Post 25 000 herkömmliche Fahrräder für die Briefzustellung im Einsatz.

Doch die Streetscooter bleiben das Zugpferd der E-Mobilität. Auf dem Werksgelände der früheren Waggonfabrik Bombardier in Aachen macht die Post der Autobranche gerade vor, was möglich ist: Ein E-Auto, das an der Aachener Universität RWTH entwickelt und als Start-up 2010 unter dem Namen Streetscooter gegründet worden war, reüssiert auf dem Markt für E-Fahrzeuge. Allerdings hat die Post den Vorteil, in einem Segment der kurzen Wege unterwegs zu sein. Gerade einmal 20 bis 40 Kilometer fährt Heck beispielsweise jeden Tag, um seine 500 Kunden zu beliefern - eine Stromfüllung reicht da locker.

Begehrt bei Handwerkern

Heute liegt die Jahreskapazität in Aachen bei 10 000 Fahrzeugen, ein weiteres Werk in Nordrhein-Westfalen ist in Planung. Mit dem Autobauer Ford vereinbarte die Post erst vor wenigen Wochen den Bau eines größeren E-Transporters. Verkauft werden die Streetscooter seit Kurzem auch an Dritte: Begehrt seien sie bei Kommunen und Handwerksbetrieben, sagt Edenhofer.

Von Peter Lessmann

Elektroautos: Zypries lobt Volvo-Pläne, Frankreich will 2040 umsteigen

Nach der Ankündigung von Volvo, von 2019 an nur noch Autos mit Elektro- oder Hybridantrieb auf den Markt zu bringen, hat Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries die deutschen Hersteller zum Handeln aufgefordert. „Wir brauchen den schrittweisen Umstieg auf schadstoffärmere oder emissionsfreie Fahrzeuge wie Elektrofahrzeuge“, sagte die SPD-Politikerin der „Passauer Neuen Presse“. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter nannte die Volvo-Pläne einen „Weckruf“ für die deutschen Autobauer. „Wenn die deutschen Autokonzerne eine Zukunft haben wollen, werden sie Volvo folgen – und nicht an veralteten Geschäftsmodellen festhalten“, sagte er.

Am Donnerstag rief außerdem Frankreichs Umweltminister Nicolas Hulot ein Ziel für den Abschied vom Verbrennungsmotor aus: Bis 2040 sollen die französischen Hersteller den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren stoppen. Die Strategie der Hersteller mache das möglich, sagte Hulot. In Deutschland wollen die Grünen ab 2030 nur noch abgasfreie Neuwagen zulassen. Ansonsten fordert das aber noch keine Partei.

Die deutschen Hersteller wollen mehr Elektromodelle einführen, nennen aber kein Datum für einen Abschied vom Verbrennungsmotor. Volkswagen will konzernweit bis 2025 mindestens 30 Elektromodelle auf den Markt bringen. Die Kernmarke VW bietet aktuell den Golf und den Up mit reinem Elektroantrieb sowie Hybridvarianten von Golf und Passat.

cwo     

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