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So unsicher sind Fitnessarmbänder und Co.

Risiken des "Internets der Dinge" So unsicher sind Fitnessarmbänder und Co.

Apps für Wohnzimmerlampen, surfende Fernseher und der Schrittzähler am Arm: Auch die simpelsten Geräte werden vernetzt, tauschen Daten aus, lassen sich mit dem Smartphone fernsteuern. Doch das "Internet der Dinge" verbirgt auch einige Risiken.

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Quelle: dpa

Hannover. Das Internet der Dinge ist im Alltag angekommen. Für Verbraucher ist das praktisch, aber auch riskant. Denn so, wie der PC zum Ziel von Hackern und Betrügern wurde, sind auch andere Geräte nicht davor sicher - vom Fitnessarmband über das Heizthermostat oder die Überwachungskamera bis hin zum Auto.

„Mit dem Internet der Dinge gibt es neue Anwendungsszenarien und Dienste“, sagt Christoph Krauß - damit aber auch neue Angriffsmöglichkeiten. Der Professor am Karlsruher Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) warnt vor wachsenden Risiken. „Ein Grund dafür ist, dass viele einst geschlossene Systeme jetzt mit anderen Geräten und dem Internet verbunden sind.“ Der Thermostat verrät die Temperatur und empfängt Steuerbefehle für die Heizung, während das Fitnessarmband die Zahl verbrannter Kalorien an eine App schickt. Und wo Daten fließen, können sie abgefangen werden.

Wie leicht das geht, zeigt das Beispiel Shodan: Diese Suchmaschine durchforstet das Netz nicht wie Google und andere nach Inhalten, sondern nach vernetzten Geräten, auf die per Browser zugegriffen werden kann - darunter etwa schlecht gesicherte Router und Webcams. Die finden sich massenhaft, oft gleich inklusive der voreingestellten Standardpasswörter.

Bei Webcams ist der mögliche Schaden durch den Zugriff Krimineller offensichtlich. Doch wie sieht es mit Fitnessarmbändern oder Fernsehern mit Internetzugang aus? „Das Problem ist, dass oft nicht auf den ersten Blick klar ist, wie sensibel Daten sind“, sagt Sicherheitsexperte Krauß. „Die Heizdaten aus einem Thermostat sind zum Beispiel für Diebe interessant.“ Schließlich lasse sich daraus ablesen, wann jemand zu Hause ist. Und nur die wenigsten dürften wollen, dass jeder einfach auf die Gesundheitsdaten vom Fitnessarmband zugreifen kann.

Wer so etwas verhindern will, muss wissen, welche Daten seine Geräte sammeln. Dabei hilft der Blick ins Kleingedruckte von Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen. „Darin sollte im besten Falle genau stehen, welche Daten erhoben werden und was damit passiert“, sagt Julian Graf von der Verbraucherzentrale. Doch gerade bei internationalen Konzernen sei das Kleingedruckte oft problematisch. Und selbst wenn ein Gerät bestimmte Daten nicht sammelt, ließen sie sich doch ermitteln. „Selbst wenn eine Blackbox im Auto zum Beispiel nur Distanz und Geschwindigkeit aufzeichnet, lässt sich mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit ein Bewegungsprofil erstellen“, sagt Krauß.

Sicherheitsmaßnahmen sind deshalb im Großen wie im Kleinen wichtig. Unabdingbar ist etwa das Absichern des Heimnetzwerks - nicht nur mit einem eigenen Passwort: „Ein wenig kann ich mich auch als Verbraucher vor Angreifern schützen, zum Beispiel mit einer WPA2-Verschlüsselung für mein WLAN, gegebenenfalls auch mit einem MAC-Adressfilter oder durch regelmäßige Aktualisierungen der Software“, sagt Julian Graf. Und es ist immer sinnvoll, voreingestellte Passwörter von Routern und anderen Geräten zu verändern. „Da ist die Industrie in der Pflicht, viele Hersteller machen das inzwischen aber auch.“ Gerade ältere Geräte, bei denen die Onlineverbindung erst nachträglich hinzukam, haben aber trotzdem oft Sicherheitslücken. „Besser ist es, wenn Sicherheit und Datenschutz von vornherein mitgedacht werden“, sagt Krauß.

Von Tobias Hanraths

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