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Deutschland / Welt So verscherbeln Hersteller ihre Autos
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00:15 16.02.2017
Von Jens Heitmann
Tageszulassungen, Tauschprämien, Sonderaktionen: Autohändler lassen sich viel einfallen, um die Preise deutlich zu senken.  Quelle: Daniel Naupold
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Hannover

Trotz hoher Verkaufszahlen überbieten sich die Autohersteller mit Rabatten. Im Januar wurden in Deutschland mit 241.000 Pkw so viele Neuwagen zugelassen wie seit 15 Jahren nicht mehr - zugleich verzeichnete das CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen die höchsten Preisnachlässe seit 2010. „Die Autobauer trauen anscheinend dem eigenen Produkt nicht mehr“, sagte CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer am Montag. „Wie das Geschäftsmodell aussieht, wenn sich der Markt abkühlt, wagt man sich kaum vorzustellen.“

Laut Studie nutzen Hersteller und Händler mehrere Wege, um die offiziellen Listenpreise herabzusetzen. Viele Autobauer bieten Sonderaktionen bei Finanzierung und Leasing an, hinzu kommen sogenannte Tauschprämien für alte Fahrzeuge beim Kauf eines neuen - eine weitere Spielart sind Sondermodelle. Den CAR-Berechnungen zufolge haben sich die Kundenvorteile bei insgesamt 392 beworbenen Aktionen im Januar im Schnitt auf rund 14 Prozent summiert.

Wer zu Jahresbeginn seinen Neuwagen bei einem der großen Vermittler im Internet bestellt hat, konnte Preisnachlässe von knapp 19 Prozent erzielen. Abgewickelt wird der online angebahnte Autokauf bei herkömmlichen Händlerbetrieben, die mit den Internetportalen zusammenarbeiten. Der CAR-Index misst hier die sogenannten Händlerrabbatte auf die 30 meistverkauften Neuwagen - gemeint sind damit Prämien der Hersteller, die häufig an monatliche Verkaufsziele geknüpft sind: Diese Boni werden zum Teil an die Kunden weitergegeben.

Hohe Nachlässe bei Opel

Ein weiteres Element der Verkaufsförderung sind die Eigen- oder Tageszulassungen. Dabei handelt es sich um Neuwagen, die vom Händler bereits zugelassen wurden - so ein Auto hat in der Regel wenig bis gar keine Kilometer auf dem Tacho, gleichwohl werden dafür hohe Rabatte gewährt. Fast jeder dritte Neuwagen wird auf diese Weise an den Käufer gebracht.

Die höchsten Nachlässe gab es im Januar für den Opel Insignia mit bis zu 37,2 Prozent - allerdings handelt es sich hier um ein Auslaufmodell, der Nachfolger steht bereit. Aber selbst bei gängigen Modellen wie dem Seat Leon, dem Renault Twingo oder dem Skoda Fabia waren Preisabschläge von mehr als 30 Prozent drin. „Man hat den Eindruck, dass die Autobauer trotz guter Konjunktur mit immer mehr Eigenzulassungen ihren eigenen Markt immer stärker beschädigen“, sagte Dudenhöffer.

Der Service bringt das Geld

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt 3,4 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen - 993 000 davon hat die Autoindustrie selbst angemeldet, um sie anschließend mit deutlichen Nachlässen zu verkaufen. Das waren laut CAR-Center so viele wie nie zuvor.

Die Autohersteller treiben ihre Verkaufszahlen mit solchen Tricks schon länger nach oben. „Die Listenpreise werden seit Jahren nicht mehr wirklich ernst genommen“, sagte Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management in Bergisch-Gladbach kürzlich in einem Interview. Geld verdienten die Händler vor allem am Service.

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