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Solarboom macht Strom künftig deutlich teurer

Öko-Umlage Solarboom macht Strom künftig deutlich teurer

Angesichts des massiven Ausbaus bei der Solarenergie wird der Strom für die Verbraucher 2011 teurer. Die von allen Stromnutzern zu zahlende Ökostrom-Umlage steigt um über 70 Prozent auf ein Rekordhoch.

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Es boomt auf den Dächern: Der massive Ausbau der Solarenergie kommt Stromkunden teuer zu stehen.

Quelle: dpa

Der massive Ausbau der Solarenergie kommt die Stromkunden teuer zu stehen. Offiziell wollen die deutschen Netzbetreiber ihre Prognose zwar erst Freitag bekanntgeben. Aber schon am Donnerstag sickerte durch, dass sich die Umlage für die erneuerbaren Energien zum Jahreswechsel um 70 Prozent auf rund 3,5 Cent je Kilowattstunde verteuern wird. Ein durchschnittlicher Privathaushalt mit vier Personen muss sich somit auf jährliche Mehrkosten von rund 70 Euro einstellen – vorausgesetzt, dass nicht auch noch die Versorger an der Preisschraube drehen.

Der Boom bei den Photovoltaik-Anlagen hatte sich schon im Sommer abgezeichnet. Nach Schätzungen der Bundesnetzagentur wurden bereits in den ersten sechs Monaten 2010 mehr als drei Gigawatt neue Leistung installiert – im gesamten Vorjahr waren es 3,8 Gigawatt. Allein im Juni gingen bei der Behörde 50 000 neue Anmeldungen für Solaranlagen ein, weil sich die Betreiber noch die höheren Vergütungssätze sichern wollten. Im Juli wurde die Förderung deutlich zurückgefahren.

Strom aus Wind, Sonne und Wasser wird seit dem Jahr 2000 subventioniert. Seither bekommt der Produzent für jede Kilowattstunde, die ins Netz eingespeist wird, eine festgelegte Vergütung, weil die Erzeugung von Ökostrom teurer ist als der Betrieb von Kohle- oder Atomkraftwerken. Der Gesetzgeber betrachtet das als Anschubfinanzierung, um die erneuerbaren Energien wettbewerbsfähig zu machen.

Trotz der hohen Zuwachsraten bleibt die Bedeutung der Solarenergie für die Stromversorgung gering: Im Jahr 2008 lag betrug der Anteil der Photovoltaik laut Bundesnetzagentur lediglich sechs Prozent. Aus der Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien flossen den Eigentümern von Wind-, Wasser- und Solarkraftwerken insgesamt mehr als neun Milliarden Euro zu – rund zwei Milliarden Euro gingen allein an die Photovoltaik-Produzenten. „Ein Viertel der Gesamtkosten für den Ausbau der Erneuerbaren Energien wurde also für ein Sechzehntel der realen Ökostromproduktion aufgewendet“, rechnet das Vergleichsportal Verivox vor.

Nach Einschätzung von Branchenkennern wird sich das Wachstum der Solarenergie fortsetzen. Denn auch nach der Kürzung der Förderung lohne es sich für Hauseigentümer, Siliziumzellen aufs Dach zu schrauben. Nach Berechnungen der Zeitschrift „Finanztest“ werfen zur Zeit installierte Anlagen noch immer Renditen von fünf bis neun Prozent ab. In sonnenreichen Gegenden könnten Hauseigentümer sogar zweistellige Solarrenditen einfahren.

Experten sind sich einig, dass auf die Verbraucher hohe Belastungen zukommen. Das Rheinisch-Westfälische Instituts für Wirtschaftsforschung beziffert die Mehrkosten für Solarstrom bis zum Jahr 2020 auf 63 Milliarden Euro; der Bundesverband der Verbraucherzentralen schätzt sie auf 26 Milliarden Euro.

Jens Heitmann

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Solarstrom zahlt sich aus: Der Oldenburger Solarmodulhersteller aleo solar hat 2010 seinen Gewinn auf 31,8 Millionen Euro verdreifacht. Auch der Umsatz stieg um 47,2 Prozent auf mehr als 550 Millionen Euro. Das gute Ergebnis verdankt aleo solar dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und dem Auslandsgeschäft.

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