Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 16 ° Regenschauer

Navigation:
Sprach Winterkorn schon 2014 mit Technikern?

Abgasskandal Sprach Winterkorn schon 2014 mit Technikern?

Wann beschäftigten den damaligen VW-Chef Winterkorn die Diesel-Probleme? Eine entsprechende Notiz las der Top-Manager laut einem Zeitungsbericht wohl bereits im Frühling 2014. Aber hätte der Konzernlenker dann auch anders entscheiden müssen?

Voriger Artikel
Kommt das Pfandsystem für Kaffeekapseln?
Nächster Artikel
Martin Zielke wird neuer Commerzbank-Chef

Forderte Winterkorn schon im Frühjahr 2014 eine technische Einschätzung zu den Abweichungen bei den Abgasmessungen an?

Quelle: dpa (Archiv)

Wolfsburg. Der ehemalige VW-Konzernchef Martin Winterkorn hat laut einem Medienbericht rund eineinhalb Jahre vor dem Auffliegen der Diesel-Affäre eine technische Einschätzung zu den auffälligen Abgasproblemen angefordert. Das berichtete die „Bild am Sonntag“ ("BamS") unter Berufung auf eine angebliche Aussage Winterkorns bei der Befragung durch die US-Anwälte von Jones Day. Die Kanzlei ermittelt im Auftrag von Europas größtem Autobauer, wie es zu dem Skandal um weltweit elf Millionen manipulierte Dieselfahrzeuge kommen konnte. Volkswagen wollte sich am Sonntag zu den angeblichen Untersuchungsergebnissen nicht äußern und verwies auf den für die zweite Aprilhälfte angekündigten Zwischenbericht von Jones Day. 

Laut „BamS“ las Winterkorn im Mai 2014 in seiner Wochenendpost einen Hinweis auf die Unregelmäßigkeiten bei den Motoren und bat seine Techniker um Erklärung. Die hätten ihm versichert, das Problem sei lösbar. Dieser Darstellung zufolge wurde die Wurzel des Skandals schon im Frühling 2014 zu einem Vorgang für den Vorstandschef, der das demnach auch registrierte und reagierte. Der Konzern hatte hierzu am Mittwoch nur mitgeteilt, dass „nicht dokumentiert“ sei, ob und inwieweit Winterkorn die Notiz zur Kenntnis nahm. Weiter unklar bleibt aber, ob er das Thema schon zum damaligen Zeitpunkt anders hätte einschätzen müssen. 

Wann gab es erste Hinweise auf Betrug?

Zwar waren die USA ein Markt, auf dem VW der Konkurrenz jahrelang hinterherfuhr. Um eine Trendwende zu erreichen, hatte VW dort auf einen Erfolg der Dieseltechnologie gesetzt. Die Abgasprobleme fielen also in einen sensiblen Kontext. Doch Hinweise auf die gezielt verheimlichten Manipulationen und den Betrug - so wie es heute rückblickend bekannt ist - hatte der Vorstand um Winterkorn laut Konzerndarstellung erst kurz vor dem öffentlichen Auffliegen der Affäre im Spätsommer 2015. 

Zuvor sei der Sachverhalt auch noch während des Ende 2014 in den USA erfolgten Rückrufs der betroffenen Wagen als ein Qualitätsproblem gewertet worden, so wie es im Geschäft aller Autobauer immer wieder mal vorkommt. Winterkorn soll den Ermittlern von Jones Day laut „BamS“ gesagt haben, er habe seine Sorgfaltspflicht nicht verletzt. Ähnlich hatte sich Winterkorn auch geäußert, als er wegen der Diesel-Krise im September 2015 zurücktrat. Sein Handeln ist auch relevant für die Frage, ob der Konzern die Finanzwelt möglicherweise zu spät über das Ausmaß der Probleme informierte. Diverse Anleger sehen sich um Geld gebracht und klagen daher. 

Was passiert mit meinem VW?

Nach dem großen VW-Abgasskandal sind etwa 2,4 Millionen Kunden bundesweit von der gigantischen Rückrufaktion betroffen. Einer von ihnen ist HAZ-Redakteur Enno Janssen. In einer Serie berichtet er, wie es nun für ihn und die anderen Kunden wirklich weitergeht.

Am vergangenen Mittwoch hatte Volkswagen über den Tenor seiner Klageerwiderung per Pressemitteilung berichtet. Die Einschätzung in dieser Mitteilung bleibe unverändert, sagte ein Konzernsprecher am Sonntag. „Volkswagen ist überzeugt, die kapitalmarktrechtlichen Anforderungen vollumfänglich erfüllt zu haben.“ Der Sprecher bekräftigte den Plan, wonach der Konzern in der zweiten Aprilhälfte über die bisherigen Ergebnisse der Ermittlungen informieren werde. 

In seiner Mitteilung vom Mittwoch hatte VW auch bekanntgegeben, dass der Vorstand seit Ende August 2015 wusste, dass nach US-Recht die Manipulations-Software ein verbotenes Programm darstellte. VW räumte daraufhin den Betrug bei einem Treffen mit den US-Behörden am 3. September ein. Damals schien die Affäre nach Konzerndarstellung noch immer nur auf die USA und einige Hunderttausend Autos begrenzt. Erst nach und nach habe auf Betreiben des Vorstands die VW-interne Aufarbeitung das globale Ausmaß zutage gefördert. 

Am 22. September informierte der Konzern schließlich in einer Pflichtmitteilung an die Finanzwelt, dass weltweit elf Millionen Autos betroffen sind, und stellte 6,5 Milliarden Euro für die Kosten der Affäre zurück. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur war der Zeitpunkt dieser sogenannten Ad-hoc-Mitteilung auch im Konzernvorstand nicht unumstritten. Ein juristisches Gutachten stützte aber schon im Herbst 2015 die Vorgehensweise der Unternehmensspitze, wonach zunächst für mehr Klarheit beim Ausmaß des Skandals gesorgt werden sollte. 

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
VW-Markenvorstand Herbert Diess
VW-Markenvorstand Herbert Diess ist im Juli 2015 vom BMW-Konzern nach Wolfsburg gewechselt.

VW-Markenvorstand Herbert Diess spricht im Interview über den Umbruch in der Autoindustrie, das Effizienzprogramm für die Marke Volkswagen - und die Frage, wo das Unternehmen in fünf Jahren stehen soll.

mehr

Nach dem großen VW-Abgasskandal sind etwa 2,4 Millionen Kunden bundesweit von der gigantischen Rückrufaktion betroffen. Einer von ihnen ist HAZ-Redakteur Enno Janssen. In einer Serie berichtet er, wie es nun für ihn und die anderen Kunden wirklich weitergeht. mehr

Der Abgasskandal erschüttert den Volkswagen-Konzern. Lesen Sie hier alle Berichte und Hintergründe zur Diesel-Affäre. mehr

Aktienkurse regionaler Unternehmen

CEWE STIFT.KGAA... 65,66 +0,27%
CONTINENTAL 175,37 +2,90%
DELTICOM 15,71 +2,58%
HANNO. RÜCK 96,00 +1,58%
SALZGITTER 24,78 +4,00%
SARTORIUS AG... 68,63 +2,82%
SYMRISE 61,62 -0,07%
TALANX AG NA... 27,22 +1,72%
TUI 10,77 +4,82%
VOLKSWAGEN VZ 113,95 +4,48%
DAX
Chart
DAX 9.748,50 -0,28%
TecDAX 1.616,00 -0,28%
EUR/USD 1,1136 +0,29%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

VOLKSWAGEN VZ 113,95 +4,48%
THYSSENKRUPP 18,83 +4,11%
CONTINENTAL 175,37 +2,90%
ALLIANZ 127,30 -1,52%
DT. BÖRSE 72,86 -1,26%
BEIERSDORF 84,05 -1,25%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
AXA IM Fixed Incom RF 210,09%
Bakersteel Global AF 178,90%
Stabilitas PACIFIC AF 174,84%
Stabilitas GOLD+RE AF 138,71%
Structured Solutio AF 115,18%

mehr