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TUIfly kassiert bei Check-in am Schalter ab

Online Plätze reservieren TUIfly kassiert bei Check-in am Schalter ab

Wer die billigen Plätze an Bord von TUIfly nicht online reserviert, zahlt künftig 5 Euro. Am Schalter sollen die Kunden künftig nur noch ihr Gepäck abgeben, das spart Zeit und senkt den Aufwand für die Fluggesellschaft.

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Der Service am Schalter ist bald nur noch für Premiumkunden kostenlos.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Vor ihren Check-in-Schaltern haben viele Fluggesellschaften inzwischen Abfangjäger stationiert – pardon: freundlich lächelnde Damen platziert, die zunächst nach der Bordkarte fragen und den Reisenden dann immer noch freundlich, aber doch sehr bestimmt zum Do-it-yourself-Automaten geleiten. Am Schalter sollen die Kunden nur noch ihr Gepäck abgeben – das spart Zeit und senkt den Aufwand. TUIfly geht nun noch einen Schritt weiter: Mangels eigener Automaten wird der Check-in am Flughafenschalter von November an kostenpflichtig – Kunden auf den billigen Plätzen müssen eine Strafgebühr von 5 Euro zahlen, wenn sie nicht schon online eingecheckt haben.

Von einer „Strafgebühr“ würde man beim Ferienflieger natürlich nie sprechen – Geschäftsführer Dieter Nirschl nennt es eine „Erweiterung des Services“: Jeder Kunde auf den günstigeren Plätzen könne künftig ab 30 Tage vor der Abreise seinen Hin- und Rückflug bequem von zu Hause aus online einchecken und habe somit kaum noch Wartezeit am Flughafen, sagte der Manager dem Branchenmagazin fvw. Bisher bietet TUIfly diese Möglichkeit erst 30 Stunden vor Abflug an.

Die neue Check-in-Gebühr verlangt  die Gesellschaft nur im Tarif „Pure“. Wer diesen bucht, darf lediglich 15 Kilogramm Gepäck mitnehmen und bekommt an Bord keine Mahlzeit gratis. In diese Kategorie sortiert der Reisekonzern auch die Gäste seines Discount-Veranstalters 1-2-Fly ein – Kunden der edleren Marken TUI, Airtours oder Robinson erhalten den kompletten Service. Das gilt auch für Passagiere, die das „Premium-Economy-Paket“  dazubuchen, das einen reservierten Sitz in den vorderen Reihen, einen freien Mittelplatz, Gourmetmenü inklusive Getränk sowie VIP-Check-in und -Boarding beinhaltet.

Mit der neuen Check-in-Gebühr orientiert sich TUIfly am Beispiel der Billigtarife von Ryanair oder Air Berlin: Bei den Iren kostet der Gang zum Schalter stolze 70 Euro, Air Berlin verlangt dafür beim „Justfly“-Ticket 15 Euro.

Die Fluggesellschaften verstehen das nicht als Knauserei, sondern als Differenzierung ihrer Dienstleistung: Aus Umfragen wissen sie, dass ihre Kunden „Essen und Trinken“ sowie ein „attraktives Unterhaltungsangebot“ an Bord nicht ganz so wichtig finden, wie die Airlines lange geglaubt haben. Kostenlose Leistungen aber, die nichts zur Kundenbindung beitragen, gelten als verzichtbar.
Aus diesem Grund hat TUIfly bereits zur vergangenen Wintersaison Decken, Kissen und Zeitungen abgeschafft.

Diese Umstellung sei reibungslos verlaufen, sagte Nirschl jüngst in einem HAZ-Interview. „Sogar reibungsloser, als wir es erwartet haben. An Bord ist das kein Thema mehr.“

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