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Deutschland / Welt Streit um Häuptling Winnetou
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Streit um Häuptling Winnetou
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00:19 03.10.2015
Einfach nur ein Indianer – oder doch „Winnetou“? Quelle: dpa
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Luxemburg

Dazu lieferten sich Juristen von Constantin Film und vom Karl-May-Verlag in der mündlichen Verhandlung einen Schlagabtausch (Rechtssache T-501/13).

2003 hatte sich der Bamberger Verlag den Namen der Romanfigur Winnetou für Waren wie Filme, Körperpflegeartikel, Konfitüre, Tee und Schmuck beim Europäischen Markenamt schützen lassen. Dagegen wehrte sich die Münchner Constantin Film vor dem Markenamt, das den Markenschutz für fast alle Kategorien wieder aufhob. Der Verbraucher denke bei Winnetou an „einen fiktiven, edlen und guten Indianerhäuptling“, deshalb sei die Marke wenig aussagekräftig, so das Amt.

Dagegen wehrt sich der Karl-MayVerlag vor dem EU-Gericht. Geschäftsführer Bernhard Schmid argumentiert, Winnetou bezeichne die konkrete Figur. „Wenn Sie aus dem Fenster sehen und da kommen zwei Indianer vorbei - sagen Sie dann ,Schau mal, zwei Winnetous‘ oder ,Schau mal, zwei Indianer‘?“, fragte er rhetorisch. Sein Verlag hat nach seinen Angaben mittlerweile mehr als 80 Millionen Bände verlegt. Der Indianerhäuptling Winnetou ist gemeinsam mit Old Shatterhand eine Hauptfigur der Romane des 1842 in Sachsen geborenen Autors Karl May. Berühmtheit erlangte Winnetou auch durch Verfilmungen mit dem kürzlich gestorbenen Pierre Brice.

Gero Worstbrock, Geschäftsführer von Constantin Film, sieht im Vorgehen des Verlags den Versuch, eine Winnetou-Neuverfilmung der Constantin-Tochter Rat Pack für RTL zu verhindern. Er erinnert daran, dass die Karl-May-Stoffe mittlerweile nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind, daher berufe sich der Verlag auf seine Marke. „Wir meinen jedoch, dass Winnetou allen gehört“, sagte er. Das Urteil dürfte erst in einigen Monaten fallen.

Eine Entscheidung des EU-Gerichts gab es in anderer Sache: Dabei konnte das französische Lacoste-Krokodil einen Sieg gegen einen polnischen Kaiman verbuchen. Die Richter bestätigten eine Entscheidung des EU-Markenamtes, das den Schutz des polnischen Krokodilsymbols für Lederwaren, Bekleidung und Schuhe abgelehnt hatte. Bei diesen Warengruppen sei die Verwechslungsgefahr zwischen den beiden Marken zu groß (Rechtssache T-364/13). So könne der Kaiman des polnischen Unternehmens Mocek und Wenta als Variante des Lacoste-Krokodils wahrgenommen werden. Das Lacoste-Krokodil besitzt einen nach oben gebogenen Schwanz, beim Kaiman von Mocek und Wenta krümmt er sich nach unten.

von Martina Herzog

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