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Strom wird 2016 wieder teurer

Versorger erhöhen Preise Strom wird 2016 wieder teurer

Schlechte Nachrichten für Stromkunden: Nach leichten Preissenkungen wird Strom im neuen Jahr wieder teurer. Ein Durchschnitts-Vier-Personen-Haushalt muss mit Mehrkosten von bis zu 40 Euro im Jahr rechnen. Beim Gas hingegen geht der Preis leicht zurück - nach Meinung von Fachleuten aber bei weitem nicht genug.

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Im kommenden Jahr steigen die Strompreise. 

Quelle: dpa

Düsseldorf/Berlin. Viele Stromkunden müssen 2016 wieder tiefer in die Tasche greifen. Ihre Versorger erhöhen die Preise Anfang des Jahres im Schnitt um knapp drei Prozent. Das bringt für einen Durchschnitts-Vier-Personen-Haushalt Mehrkosten von 30 bis 40 Euro im Jahr.

Gas wird dagegen weiter günstiger - aber nur moderat und bisher erst bei weniger als einem Drittel der Versorger. "Die erhoffte Welle von Gaspreissenkungen ist bisher ausgeblieben", kritisiert der Geschäftsführer Energie beim Preisvergleichsportal Check24, Oliver Bohr. Sinkende Großhandelspreise würden von den Unternehmen offensichtlich nicht in vollem Umfang weitergegeben.

Deutsche Kunden greifen am tiefsten in die Tasche

Beim Strom registrierte das Vergleichsportal Verivox zum Januar 2016 bisher 137 von gut 800 Versorgern mit Preiserhöhungen von im Schnitt 2,8 Prozent. "Verantwortlich hierfür sind in erster Linie steigende staatliche Umlagen und die Kosten der Stromnetze", sagte Verivox-Geschäftsleitungsmitglied Jan Lengerke. Check24 erfasste für das erste Quartal 2016 zuletzt 151 Stromversorger mit Erhöhungen ebenfalls um durchschnittlich 2,8 Prozent.

Damit dürfte es 2016 wohl dabei bleiben, dass deutsche Kunden für ihren Haushaltsstrom europaweit mit am tiefsten in die Tasche greifen müssen. Im Frühjahr 2015 war Strom nur in Dänemark teurer. In Deutschland wurden durchschnittlich gut 29 Cent pro Kilowattstunde verlangt. Der durchschnittliche Strompreis in der Grundversorgung ist damit laut Check24 seit Juli 2007 um 47 Prozent gestiegen.

Am Börsenpreis für die Strombeschaffung liegt das nicht. Dort fällt und fällt der Preis, weil immer mehr geförderter Ökostrom auf den Markt drängt. Der Börsenpreis beträgt inzwischen nur noch 3 bis 4 Cent - etwa halb so viel wie 2011 - und unterschreitet gelegentlich sogar die Schallmauer von 3 Cent pro Kilowattstunde.

Verbraucherschutz kritisiert: Erhöhungen sind intransparent

Die Strombeschaffung macht aber nur etwa ein Viertel des Endpreises aus. Mehr als die Hälfte sind staatliche Umlagen - und hier gibt es 2016 gleich mehrere Erhöhungen. Die EEG-Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energie steigt um knapp 0,2 Cent auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde. Rund 23 Prozent des Preises entfallen außerdem auf die Netzentgelte für den Ausbau und Betrieb des Stromnetzes. Sie verteuern sich laut Verivox im Bundesschnitt um fast vier Prozent mit sehr starken regionalen Unterschieden und Ausschlägen um teils bis zu 15 Prozent.

Vielfach blieben die Erhöhungen dabei weitgehend intransparent, beklagt Energiefachmann Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW. Alle möglichen Zusatzkosten von der umstrittenen Braunkohlereserve bis zu den teuren Erdkabeln in Bayern und anderswo verschwänden in dieser "Blackbox".

Beim Gas haben laut Verivox 185 von gut 700 Versorgern Preissenkungen um 4,6 Prozent angekündigt. Check24 hat ähnliche Zahlen: 184 Versorger mit durchschnittlich 4,6 Prozent geringeren Preisen. Das entspricht rund 67 Euro Ersparnis für den Durchschnittshaushalt (20 000 Kilowattstunden).

Welche Rechte haben die Kunden?

Erhöhen Stromanbieter die Preise infolge der steigenden Ökostrom-Umlage und Netzentgelte, haben Kunden in der Regel ein Sonderkündigungsrecht . Sie können ihren Vertrag ohne die Einhaltung einer Frist zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Preiserhöhung kündigen, erläutert die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Stromlieferanten müssen ihre Kunden rechtzeitig über die Preissteigerungen informieren - mindestens sechs Wochen vorher.

Manche Stromlieferanten versuchen diese Möglichkeit zur Kündigung in ihren Vertragsbedingungen aber auszuschließen - mit der Begründung, sie seien den gesetzlichen Erhöhungen von Steuern, Abgaben und Umlagen ausgeliefert. Doch solche Klauseln sind nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen unwirksam. Sie beruft sich auf ein Urteil des Landgerichtes Düsseldorf (Az.: 14d O 4/15). Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Sobald es das ist, können Kunden sich auch rückwirkend darauf berufen - und in entsprechenden Fällen Geld vom Anbieter zurückverlangen. Damit sie einen Anspruch auf Rückzahlung haben, müssen sie der Jahresabrechnung aber innerhalb von drei Jahren widersprechen. Die Frist gilt taggenau - gegen Jahresabrechnungen vom 31. Dezember 2012 müssten sie also schriftlich bis zum 31. Dezember 2015 vorgehen.

Ein Widerspruch lohnt sich besonders gegen Jahresabrechnungen aus den Jahren 2013 und 2014, erklärt Jürgen Schröder, Jurist von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Damals stiegen die Preise besonders stark. Als Grund dafür führten die Anbieter ebenfalls eine Erhöhung der EEG-Umlage an.

dpa

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