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Deutschland / Welt Stromtrasse soll bis nach 
Magdeburg verlaufen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Stromtrasse soll bis nach 
Magdeburg verlaufen
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22:33 04.11.2014
Trotz Kritik aus Bayern legen Netzbetreiber neue Planungen vor – und die gehen über die bisherigen Pläne noch hinaus. Quelle: dpa
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Magdeburg

Die vier Betreiber der Stromnetze in Deutschland bekräftigen, dass die geplanten Nord-Süd-Stromautobahnen für das Gelingen der Energiewende unverzichtbar sind. Das gelte insbesondere für die Südost-Trasse, die Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) ablehnt. Die Netzbetreiber wollen sie noch verlängern. Auch die Südlink-Trasse von Schleswig-Holstein durch Niedersachsen nach Baden-Württemberg soll mehr Windstrom in die Industriezentren Süddeutschlands leiten.

„Auch in Zukunft bleibt der Zuwachs bei den Windkraftanlagen im Norden Deutschlands der stärkste Treiber des Netzausbaus“, heißt es in der gestern veröffentlichten Aktualisierung des Netzentwicklungsplans. Die überarbeitete Planung berücksichtigt neue Annahmen zum Ausbau des Ökostroms, die sich aus Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ergeben. Für die Netzbetreiber Tennet, Amprion, 50 Hertz und TransnetBW steht fest, dass mehr Windstrom nach Süden transportiert wird. Zudem führe das neue EEG zu mehr Windparks im Nordosten.

Die Netzbetreiber wollen deshalb die besonders umstrittene Südost-Trasse von Sachsen-Anhalt nach Bayern weiter in den Norden verlängern. Sie soll jetzt nicht mehr in Bad Lauchstädt in der Nähe des Braunkohlereviers von Sachsen-Anhalt starten, sondern 100 Kilometer weiter nördlich in Wolmirstedt bei Magdeburg. In dieser Region drehen sich zahlreiche Windräder. Als neuer Endpunkt der Südost-Leitung im Süden ist das Atomkraftwerk Grundremmingen geplant.

Seehofer hatte die Südost-Trasse zuletzt entschieden abgelehnt. Das Projekt sei überflüssig, der ökologische Sinn nicht vermittelbar. In Wahrheit solle Braunkohlestrom nach Bayern geleitet werden. Mit Verlängerung der Leitung nach Norden verliert der Braunkohle-Einwand an Stichhaltigkeit.

Veränderungen gibt es auch beim rund 800 Kilometer langen „Südlink“-Projekt, das als „Schlagader“ der Energiewende gilt. Die Megatrasse umfasst zwei Verbindungen: einmal vom schleswig-holsteinischen Wilster durch Niedersachsen und Hessen bis zum Atomkraftwerk Grafenrheinfeld bei Schweinfurt, dazu von Brunsbüttel in Schleswig-Holstein bis in die Nähe von Heilbronn in Baden-Württemberg. Die Leitung soll jetzt bis in den Raum Wendlingen verlängert werden. An der geplanten Trassenführung hat sich sonst nichts geändert.

Im Nordwesten Niedersachsens könnte eine angedachte Leitung von Halbemond für Offshore-Strom überflüssig werden. Denn die Netzbetreiber rechnen eher mit einem Offshore-Ausbau vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Ob die Pläne tatsächlich so umgesetzt werden, ist unter anderem noch von einer Zustimmung der Bundesregierung und des Bundesrates abhängig.

Von Arnold Petersen

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