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Neuwagen

Studie: VW hat zu lange Lieferzeiten


Eine Studie stellt Volkswagen bei den Lieferzeiten schlechte Noten aus. Danach müssen die deutschen Kunden des Konzerns besonders lange auf ihre Neuwagen warten, obwohl VW in diesem Jahr bislang keineswegs die größten Zuwächse unter den Autobauern verzeichnet.
Gut gefragt und trotzdem vergleichsweise schnell beim Kunden: Multivans aus Hannover.

Gut gefragt und trotzdem vergleichsweise schnell beim Kunden: Multivans aus Hannover.

© dpa

Hannover. Abends beim Bier brüsten sich Automanager gern auch mal für ihre Lieferzeiten. Wer die längsten hat, dessen Modelle sind am Markt eben besonders gefragt, lautet dann die Botschaft. Dass dieser Zusammenhang nur ein Teil der Erklärung ist, wissen dabei alle Beteiligten nur zu gut. Schließlich spielen auch Faktoren wie die Teileversorgung, die eigene Kapazitätsplanung und die Flexibilität der Fabriken eine entscheidende Rolle.

Gerade bei diesen durch den Hersteller beeinflussbaren Faktoren stellt eine neue Studie des Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen dem europäischen Marktführer Volkswagen schlechte Noten aus. Danach müssen die deutschen Kunden des Konzerns besonders lange auf ihre Neuwagen warten, obwohl VW in diesem Jahr bislang keineswegs die größten Zuwächse unter den Autobauern verzeichnet. Beim Kleinwagen Fabia der VW-Tochter Skoda müsse mit mindestens einem halben Jahr Lieferzeit gerechnet werden, heißt es in der Studie, auf den Sprit sparenden Golf „Blue Motion“ warte man bis zu acht Monate. Und wer heute einen Audi Q7 bestelle, werde den Geländewagen erst im April kommenden Jahres erhalten.

Über die gesamte Fahrzeugpalette errechnet der Autor der Studie, Ferdinand Dudenhöffer, für die Marken VW und Audi Wartefristen jenseits von fünf Monaten. „Die hohen Lieferzeiten im VW-Konzern, die auf den ersten Blick gut aussehen, machen auf ein VW-Problem aufmerksam“, resümiert der Autoexperte. Der Konzern liege offensichtlich häufig mit seinen Prognosen daneben und brauche für Anpassungen deutlich länger als die Wettbewerber. „Die Strategie, sich immer mehr Marken einzuverleiben, immer größer zu werden, basiert auf einem inflexiblen Fundament“, warnt Dudenhöffer.

BMW und Mercedes etwa kämen – obwohl sie bislang ebenfalls zweistellige Wachstumsraten verzeichneten – lediglich auf durchschnittliche Lieferzeiten von 2,8 und 3,1 Monaten. Die BMW-Marke „Mini“ könne ihre Modelle trotz eines Absatzsprungs von 29 Prozent bis einschließlich Mai sogar innerhalb von nur zweieinhalb Monaten liefern.

Solche Beispiele gibt es übrigens auch aus dem VW-Konzern: Der auf dem Transporter basierende Multivan, der im hannoverschen Werk vom Band läuft, kommt lediglich auf Wartezeiten von zehn bis zwölf Wochen – und das, obwohl auch die Transporter zuletzt stärker gefragt waren. Durch Sonderschichten habe man die Fristen jedoch in Grenzen halten können, sagte ein Sprecher von VW Nutzfahrzeuge. Die Konzernzentrale in Wolfsburg wollte die Zahlen der Studie indes nicht bestätigen. Durchschnittlich werde ein VW innerhalb von drei Monaten ausgeliefert, sagte eine Sprecherin. „Modellabhängig“ könne es allerdings aufgrund hoher Nachfrage „zu verlängerten Lieferzeiten kommen“.

Lars Ruzic

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