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Deutschland / Welt Super-Sommer rettet Brauereien das Geschäft
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Super-Sommer rettet Brauereien das Geschäft
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13:03 30.07.2018
Die Deutschen kühlen sich an heißen Tagen besonders gern mit einem kühlen Bier ab. Quelle: dpa
Wiesbaden

Die Hitzewelle hat Deutschland fest im Griff. Während Landwirte unter der anhaltenden Dürre leiden und um ihre Ernte fürchten, erlebt die Brauwirtschaft einen regelrechten Boom. Denn dass die Deutschen sich an heißen Tagen gerne mal mit einem kühlen Bier abkühlen, macht sich auch im Absatz bemerkbar: Im ersten Halbjahr 2018 stieg die produzierte Menge nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,6 Prozent auf 47,1 Millionen Hektoliter.

Daran änderte auch die verpatzte Fußball-WM wenig. „Letztlich ist das Sommerwetter für den Bierabsatz entscheidender – und das spielt in diesem Jahr mit“, erklärte der Deutsche Brauer-Bund. Vor diesem Hintergrund blickten die Unternehmen weiterhin optimistisch auf das laufende Geschäftsjahr.

Ein weiterer Grund für den Aufschwung der Branche, die zuletzt im Winter mit Verlusten zu kämpfen hatte, dürften die höheren Preise im Handel sein. Im Juni mussten Biertrinker dadurch im Schnitt 4,1 Prozent mehr bezahlen als ein Jahr zuvor, haben die Testkäufer des Statistikamtes festgestellt.

Alkoholfreie Sorten immer beliebter

Der Absatz im Inland stieg im ersten Halbjahr um 0,5 Prozent auf 38,5 Millionen Hektoliter. Der Export legte ebenfalls zu, wobei die Ausfuhren in Länder außerhalb der EU die Verluste in Europa mehr als ausglichen. Biermischungen mit Limonade, Cola, Fruchtsäften und anderen alkoholfreien Zusätzen machten mit 2,2 Millionen Hektolitern knappe 5 Prozent des gesamten Absatzes aus.

Noch besser liefen die alkoholfreien Sorten, die laut dem Brauerbund auch im laufenden Jahr sehr stark nachgefragt werden. Sie sind allerdings nicht Teil der amtlichen Statistik über die Biersteuer, so dass es hierbei noch keine genauen Angaben zum Absatz gibt.

Die große Nachfrage direkt auf ein schwaches Jahr brachte die Brauer teilweise an ihre Grenzen: „Brauereien mussten teilweise sogar Sonderschichten fahren, um genügend Getränke an den Handel und die Gastronomie liefern zu können“, berichtet der Brauerbund. „Auch die in einigen Regionen Deutschlands akute Leergut-Knappheit ist eine Folge der anhaltend hohen Nachfrage seit Beginn des Sommers.“

Langfristig sinkt der Absatz der Branche

Allerdings scheint der Boom nur vorübergehend, denn auch ein Super-Sommer rettet die Brauereien nicht vor dem langfristigen Trend. Durch das steigende Durchschnittsalter in Deutschland trinken auch immer weniger Menschen Bier, was den Absatz auf lange Sicht runterschrauben könnte. Ein gutes Beispiel dafür ist das Jahr 2017: Es war mit 93,5 Millionen Hektolitern Bierabsatz das schlechteste Jahr seit der Wiedervereinigung. Seit 1993 ist der Inlandsabsatz bereits um über ein Viertel eingebrochen und konnte auch vom stark gewachsenen Auslandsgeschäft nicht ausgeglichen werden.

Das merken auch die Verbraucher: Lockvogel-Preise von unter zehn Euro für einen Kasten Bier wird es immer seltener geben. Zudem wird das Sortiment sich ändern, große und kleine Braustätten bieten ein immer weiter gefächertes Sortiment an, denn die verbliebenen Bierfreunde greifen für Spezialitäten und handwerklich gefertigte Sorten - sogenannte Craft-Biere - tiefer in die Tasche.

Von RND/dpa/lf

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