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„Es gibt für uns keinen Plan B“

Fusion mit TUI Travel „Es gibt für uns keinen Plan B“

Die TUI-Führung erwartet heute eine deutliche Mehrheit für die Fusion mit TUI Travel. Dieses Konstrukt ist aus der Not geboren. Als sich die TUI im Jahr 2007 mit der britischen First Choice zusammentat, fehlte den Hannoveranern das Geld für eine Übernahme.

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Schöne Aussichten: TUI und TUI Travel wollen in Zukunft gemeinsam Urlaubsreisen anbieten. Foto: dpa

Quelle: Julian Stratenschulte

Hannover. Wenn es unbedingt sein muss, kann Peter Long sogar säuseln: „Es ist der Beginn einer Reise für uns“, ließ der TUI-Travel-Chef erklären, als er sich mit dem Mutterkonzern in Hannover im Sommer doch noch auf eine Fusion verständigt hatte. Gemeint war das eher im übertragenen Sinne, aber auch im Alltag lief es darauf hinaus: Im Anschluss ist der Brite mit seinem designierten Doppelspitzen-Partner - TUI-Chef Friedrich Joussen - durch die Welt getourt, um bei Großanlegern für den „Merger“ zu werben - als Selbstläufer gilt der geplante Zusammenschluss nicht.

Dass sich das Reisegeschäft leichter und effizienter aus einer Hand managen lässt als mit zwei Holdinggesellschaften, in denen die Tochter TUI Travel 95 Prozent des Umsatzes kontrolliert und der Mutterkonzern TUI den winzigen Rest - darin sind sich die Beteiligten schnell einig. Alle wissen auch, dass dieses Konstrukt aus der Not geboren ist: Als sich die TUI im Jahr 2007 mit der britischen First Choice zusammentat, fehlte den Hannoveranern das Geld für eine Übernahme. Daher brachten sie ihr Veranstaltergeschäft in die neu gegründete TUI Travel ein und bekamen dafür 56 Prozent der Anteile - das Hotel- und Kreuzfahrtgeschäft behielt die TUI AG ebenso in eigener Hand wie die Beteiligung an der Containerreederei Hapag-Lloyd.

Für die Aktionäre von TUI Travel war das aktuelle Konstrukt kein schlechtes Geschäft: Sie konnten sich in der Regel über ordentliche Dividenden freuen. Die Anteilseigner der TUI AG hingegen mussten lange in die Röhre gucken - entsprechend unterschiedlich ist der Leidensdruck der beiden Investorengruppen, die am heutigen Dienstag parallel auf zwei außerordentlichen Hauptversammlungen über den geplanten Zusammenschluss abstimmen.

Um die Anteilseigner von ihrem Konzept zu überzeugen, locken Joussen und Long mit Synergien und Kosteneinsparungen von „mindestens 65 Millionen Euro“. Darüber hinaus müsse der Konzern wegen der Nutzung von Verlustvorträgen 35 Millionen Euro weniger Steuern zahlen, heißt es. Vor diesem Hintergrund soll sich die Dividende für die Aktionäre der TUI AG für das Geschäftsjahr 2013/14 um 18 auf 33 Cent je Aktie erhöhen. Den Anteilseignern von TUI Travel bietet man eine Sonderausschüttung von umgerechnet 76 Millionen Euro - eine „Superdividende“, wie Joussen sagt.

Und auch das Wachstum soll weitergehen: Nach dem Zusammenschluss will die TUI die bisherigen 230 Hotels und Resorts um 60 neue Häuser ergänzen. Die Kreuzfahrtflotte von TUI Cruises will Joussen nochmals um zwei Schiffe vergrößern. Bis zum Frühjahr 2016 will er den fusionierten Konzern gemeinsam mit Long führen, anschließend soll der Brite an die Spitze des Aufsichtsrates wechseln; der heutige Oberaufseher Klaus Mangold tritt dann ab.

Um ihre Pläne Wirklichkeit werden zu lassen, benötigen die beiden TUI-Chefs die Zustimmung von jeweils 75 Prozent der Aktionäre. Bei der TUI AG gilt sie als gesichert - schon weil die Großinvestoren Alexej Mordaschow und Carmen Riu hinter dem Projekt stehen. Bei TUI Travel sei die Stimmung der Anteilseigner zwar grundsätzlich auch positiv, heißt es. Gleichwohl liege die Hürde de facto höher: Da die TUI AG mit ihrem Anteil von knapp 56 Prozent nicht mitstimmen darf, müssen drei Viertel der übrigen rund 44 Prozent für die Fusion gewonnen werden. Bei der TUI ist man dennoch zuversichtlich. „Es gibt bei uns keinen Plan B“, verlautete am Montag aus dem Management.

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