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Deutschland / Welt Drohen neue Streiks?
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18:48 25.09.2014
Müssen sich Reisende wieder auf Streiks einstellen? Bahn und GdL konnten sich im Tarifstreit nicht einigen. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Berlin

Die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sind nach Angaben des Unternehmens erneut gescheitert. Das teilte die Deutsche Bahn am Donnerstag in Berlin mit.

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber kritisierte in einer Mitteilung, die GDL habe sich „nicht einen einzigen Millimeter“ bewegt. Die Gewerkschaft zeige keinerlei Interesse an einer Verständigung. Die GDL war am Abend zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. 

Nach wochenlanger Funkstille im festgefahrenen Bahn-Tarifkonflikt hatten sich der Staatskonzern und die Lokführer zuvor wieder an einen Tisch gesetzt. Weber hatte vorab angekündigt, auf die Gewerkschaft zuzugehen, und auch von ihr Bewegung gefordert.  Die Bahn versuchte, damit weitere Streiks abzuwenden. Nach zwei Warnstreiks entscheiden die Lokführer bis zum 2. Oktober in einer Urabstimmung darüber, ob sie wieder die Züge stehen lassen. Als nächstes könnte dann auch ein unbefristeter Streik angekündigt werden. Die GDL fordert für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Lohn und eine kürzere Wochenarbeitszeit. 

Forderungen und Folgen

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) fordert im aktuellen Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn unter anderem fünf Prozent mehr Lohn. Auf dem Gehaltszettel würde sich das für die Lokführer wie folgt auswirken: in der Stufe 1 ein Sprung von 2488 auf 2612 Euro brutto, in der Stufe 6 nach 25 Berufsjahren von 3010 auf 3161 Euro. In einer neu geforderten Stufe 8 wären es dann 3287 Euro als Endstufe nach 35 Berufsjahren.

Das Entgelt für die Zugbegleiter würde sich bei der GDL-Forderung wie folgt verbessern: in der Stufe 1 von 2039 auf 2312 Euro, in der Stufe 6 nach 25 Berufsjahren von 2223 Euro auf 2753. In der neu geforderten Stufe 8 gäbe es dann 2879 Euro nach 35 Berufsjahren. Zudem verlangt die GDL eine von 39 auf 37 Stunden reduzierte Wochenarbeitszeit. Die Bahn hat bislang 1,9 Prozent mehr Geld angeboten. Derzeit verdient ein Lokführer bei der Bahn je nach Qualifikation und Erfahrung rund 36 000 bis 46 000 Euro im Jahr - einschließlich aller Zulagen.

Die Zulagen für Arbeit an Wochenenden, an Feiertagen und in der Nacht sind nach Angaben des Unternehmens wichtiger Bestandteil des Einkommens.

Zusätzlich erschwert werden die Verhandlungen durch einen Konflikt unter den Bahn-Gewerkschaften. Die GDL will auch für Zugbegleiter und weiteres Personal verhandeln, das bislang die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten hat. 

Die Bahn habe sich diesmal jedoch einverstanden erklärt, „ohne Vorbedingungen über alle Forderungen für Lokomotivführer bilateral mit der GDL zu verhandeln“, betonte Weber. Auch sei man bereit gewesen, über Wege zu sprechen, wie mit der GDL ein Tarifvertrag für die Zugbegleiter erreicht werden könne.  Zuvor war die Bahn mit dem Versuch gescheitert, die zerstrittenen Gewerkschaften an einen Tisch zu bringen. Nach den Lokführern hatte Anfang der Woche auch die EVG den vorschlagenen Einsatz von „Moderatoren“ abgelehnt.

dpa

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