Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Telekom verkauft T-Online
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Telekom verkauft T-Online
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 16.08.2015
Einst ein Aushängeschild der Telekom: T-Online Stand auf der Cebit in Hannover. Quelle: Rainer Jensen (Archiv)
Anzeige
Bonn/Köln

T-Online und der Telekom-Werbevermarkter Interactive Media werden bei dem Deal insgesamt mit 300 Millionen Euro bewertet.

Ströer zahlt den Preis nicht in bar, sondern lässt die Telekom bei sich einsteigen. Die Aktien dafür will sich Ströer mit einer Kapitalerhöhung besorgen.

Das Unternehmen will mit der Übernahme noch größer in das Geschäft mit Online-Werbung einsteigen. Bekannt ist Ströer vor allem für die Vermarktung von Außenwerbung, also etwa auf Plakaten, öffentlichen Verkehrsmitteln oder Werbebanden in Fußballstadien. Interactive Media vermarktet zum Beispiel Werbeplätze für gutefrage.net, kicker.de oder AutoScout24. T-Online ist laut Reichweitenmessung der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) das größte deutsche Internetportal, vor Ebay, bild.de und Focus Online - allerdings wird zum Beispiel die Suchmaschine Google bei der Messung nicht berücksichtigt.

Ströer-Chef Udo Müller erhofft sich mit dem Deal auch Einsparungen bei den Kosten für Nachrichten. „Jetzt bekommen wir die Möglichkeit, beispielsweise Inhalte von T-Online auf unseren öffentlichen Screens zu zeigen“, sagte Müller. „Der Deal ermöglicht uns einen weiteren Schritt, um verschiedene Kanäle miteinander zu vernetzen.“ Auf dem T-Online-Portal selbst solle es unter Ströer-Regie nicht mehr Werbung als bisher geben.

Das Bundeskartellamt muss dem Geschäft noch zustimmen. Mit der Übernahme würde Ströer zum mit Abstand größten Online-Vermarkter Deutschlands. Das Unternehmen liegt in diesem Markt laut AGOF bereits auf Rang Eins. Dahinter folgen Axel Springer Media Impact und bei der Reichweite fast gleichauf die Noch-Telekom-Tochter Interactive Media. Müller zeigt sich zuversichtlich, dass das Bundeskartellamt die Übernahme genehmigt.

„T-Online.de ist mit einer Marge von 35 Prozent auch hochprofitabel“, sagte Müller. Aufs Jahr gerechnet würden T-Online und Interactive Media mehr als 100 Millionen Euro zum Ströer-Umsatz beitragen. Klappt die Übernahme, würde die Telekom zu einem der größten Ströer-Aktionäre werden. Der Konzern werde nach dem Geschäft abhängig vom Aktienkurs voraussichtlich rund 11 bis 13 Prozent an Ströer halten. So wolle sie an möglichen Wertsteigerungen mitverdienen, sagte Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme.

Von Felix Frieler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zwar sinken Spritverbrauch und Abgaswerte bei Neuwagen weiter, es geht aber nur im Schneckentempo voran. Das kritisiert der Verkehrsclub (VCD). Nach Meinung vom VCD könnten die Autobauer größere Fortschritte in der Umwelttechnik erzielen, wenn sie sich weniger auf ihr Premiumsegment konzentrieren würden.

12.08.2015
Deutschland / Welt Einbaukosten von bis zu 100 Euro - Moderne Stromzähler kommen

Die Sonne scheint, der Wind weht - aber keiner nutzt daheim den günstigen Ökostrom? Wichtiger Baustein der Energiewende sind intelligente Elektrogeräte und Zähler. Mit Verzögerung will die Regierung nun die Weichen für die digitale Aufrüstung stellen.

12.08.2015

Niedersachsens Firmen haben bei der Zahlungsmoral noch Luft nach oben. Wie aus einer Studie der Wirtschaftsauskunftei Bürgel hervorgeht, begleichen zwischen Ems und Elbe 18,2 Prozent der Unternehmen ihre Rechnungen verspätet oder gar nicht. Damit liegt die heimische Wirtschaft im Bundesvergleich im unteren Drittel.

Lars Ruzic 15.08.2015
Anzeige