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Nur wenige wollen den „Spion“ im Auto

Telematik-Tarif der VHV Nur wenige wollen den „Spion“ im Auto

Im vergangenen Herbst hat die VHV-Gruppe in Hannover die neue Technik in der Autoversicherung vorgestellt - doch bisher will kaum jemand sie haben. Die Nachfrage nach dem sogenannten Telematik-Tarif ist äußerst verhalten.

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VHV-Kundencenter in Hannover.

Quelle: dpa

Hannover. Das neue Angebot koppelt die Höhe der Prämie an das Fahrverhalten, das kontinuierlich mithilfe eines speziellen Moduls im Auto kontrolliert wird. „Weniger als tausend Kunden“ hätten einen solchen Vertrag abgeschlossen, sagte VHV-Vorstandsmitglied Thomas Voigt. Insgesamt sind bei der Unternehmensgruppe 2,5 Millionen Autos versichert. Der schwache Absatz habe allerdings nichts mit Datenschutz-Sorgen der Kunden zu tun, beteuerte Voigt. Vielmehr sei es dem Versicherer bislang nicht gelungen, die Vermittler von der Neuheit zu überzeugen.

Die VHV hat keinen eigenen Außendienst, sondern arbeitet mit unabhängigen Versicherungsmaklern zusammen. „Das ist ein erklärungsbedürftiges Produkt, wir müssen es transparenter machen“, meinte Voigt. Im Moment hätten die Vermittler wohl wenig Interesse daran, weil das Geschäft mit herkömmlichen Autopolicen der VHV gut laufe.

Bis zu 30 Prozent Nachlass

Ihre Kunden mit einem Telematik-Tarif bekommen eine kleine schwarze Box, die sie an die 12-Volt-Buchse des Zigarettenanzünders anschließen. Sie übermittelt die Daten, die die Versicherung für die Ermittlung des Prämienrabatts benötigt. Bis zu 30 Prozent Nachlass sind drin, wenn der Fahrer Tempolimits einhält, sanft beschleunigt und bremst, wenig auf der Landstraße und überwiegend tagsüber fährt. Ende September 2015 präsentierte die VHV das neue Angebot. Sie habe „massiv“ darin investiert, hieß es damals. Für den Start hatte die VHV 10 000 Telematik-Boxen geordert, für deren Nutzung allerdings jeweils 6,90 Euro im Monat fällig werden.

Auch wenn sich die Nachfrage danach noch sehr in Grenzen hält, sei der Trend in Richtung Digitalisierung des Versicherungsgeschäfts nicht aufzuhalten, betonte das Unternehmen. VHV-Chef Uwe Reuter erwartet einen tiefgreifenden Umbruch in der Branche. Die Kunden wollten einfach und schnell Versicherungen per Smartphone abschließen und verwalten - darauf müsse man mit neuen Produkten reagieren. Zudem sei es wichtig, Technik und Prozesse im Unternehmen grundlegend zu modernisieren. „Wir werden in fünf Jahren eine neue Firma haben.“ Reuter räumte ein, dass dies auch Auswirkungen auf die Arbeitsplätze hat. Allerdings könne man erst Ende des Jahres Genaueres sagen.

„Ich gehe davon aus, dass wir die Interessen der Mitarbeiter gut berücksichtigen“, sagte er. Entlassungen dürfte es nicht geben. Allerdings räumte Reuter ein, dass die rund 300 Mitarbeiter mit befristeten Verträgen - etwa 10 Prozent der Gesamtbelegschaft - von einem Stellenabbau betroffen sein könnten. Die VHV-Gruppe setzt jedoch nach starken Geschäftsjahren auf weiteres Wachstum ihres Geschäfts. Deshalb hat sie vergangenes Jahr ihr Personal um etwa hundert Mitarbeiter aufgestockt.

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