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Deutschland / Welt Wer will den Spitzel im Auto?
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00:18 03.10.2015
Von Albrecht Scheuermann
Eine schwarze Box in der Buchse des Zigarettenanzünders registriert genau, wie Autofahrer unterwegs sind und leitet die Daten weiter. Quelle: Heene
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Hannover

Die VHV sieht sich damit als ein Vorreiter der Branche. „Das ist ein Meilenstein, wir sind extrem stolz“, sagte Vorstandsmitglied Per-Johan Horgby am Mittwoch bei der Vorstellung in Hannover.

Die VHV-Lösung sei weltweit eine Premiere. Möglich wird ihr neuer „Telematik-Tarif“ durch eine kleine schwarze Box, die der Autofahrer in die 12-Volt-Buchse des Zigarettenanzünders einsteckt. Sie übermittelt die Daten, die die Versicherung für die Ermittlung des Prämienrabatts benötigt. Bis zu 30 Prozent Nachlass auf die Normalprämie sind drin, wenn der Fahrer bei vier Kriterien günstig abschneidet: Einhalten von Tempolimits, Beschleunigungs- und Bremsverhalten, Straßentyp und die Uhrzeit, zu der die Fahrten stattfinden. Nachtfahrten erhöhen die Prämie.

„In der traditionellen Versicherung fragen wir den Kunden: Wer bist du? Jetzt fragen wir: Wie fährst du?“, sagte der Versicherungsmanager. Dies bringe auch mehr Gerechtigkeit. In den herkömmlichen Tarifen würden für die Kalkulation der Prämie bis zu 50 verschiedene Kriterien abgefragt - zum Beispiel, ob der Kunde ein Eigenheim besitzt. Horgby: „Wer zur Miete wohnt, muss mehr zahlen. Ist das gerecht?“

Hinter dem neuen Angebot stecken laut VHV rund drei Jahre Entwicklungsarbeit. Die dafür nötige Technik habe man von deutschen Firmen erarbeiten lassen. Für die Ermittlung der Fahrtstrecken nutzt die Box, die ein GPS-Modul sowie einen Sender enthält, den Kartendienst Nokia Here. Sie ermöglicht auch zusätzliche Serviceleistungen - unter anderem einen automatischen Notruf, wenn es zu einem schweren Unfall kommt, die Ortung im Diebstahlsfall oder die Tankstellensuche. Und wer dazu Lust hat, kann sein eigenes Fahrverhalten detailliert über eine App per Smartphone oder Computer nachvollziehen.

Die Nutzung der Box ist für den Kunden allerdings nicht kostenlos. Die Versicherung berechnet dafür 6,99 Euro pro Monat. Deshalb lohnt sich der neue Tarif auch nur für Kunden mit relativ hohen Versicherungsprämien wie zum Beispiel Fahranfänger, bei denen der Telematik-Rabatt mehrere Hundert Euro ausmachen kann.

Die Versicherung sieht den Telematik-Tarif auch als einen Beitrag zur Verkehrssicherheit. In der Testphase habe man festgestellt, dass die Autofahrer mit der Box vorsichtiger fahren. Die VHV will das neue Angebot aber nur schrittweise ausbauen, wie Horgby unterstrich. Zunächst habe man nur 10 000 Boxen beim Hersteller bestellt. Die VHV habe „massiv“ in das neue Angebot investiert. Wie viel genau, wollte der Versicherungsmanager aber nicht sagen.

Bedenken zum Datenschutz versuchte er zu zerstreuen. Alle erhobenen Informationen stünden allein dem Kunden zur Verfügung. VHV-Mitarbeiter hätten keinerlei Einblick. Die Daten würden von dem externen Dienstleister Akquinet in Hamburg aufbereitet und gespeichert.

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