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Deutschland / Welt Bei Billig-LEDs droht tödlicher Stromschlag
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Bei Billig-LEDs droht tödlicher Stromschlag
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07:52 22.09.2015
Von Panorama 3 zum Test gegeben und für gefährlich befunden (im Uhrzeigersinn): LED Strahler R7S (10 Watt), LED Unterbauleuchte (90 cm), LED Strahler PAR 38 mit E27 Sockel, LED Strahler "COB5-WW" R7S. Quelle: NDR
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Hamburg

Die Lampen werden in China hergestellt und in Deutschland über Internetshops und Verkaufsplattformen wie Amazon und Ebay vertrieben. "Panorama 3" hat in einer Stichprobe Lampen gekauft und vom "Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik" (VDE) untersuchen lassen.

Unter den getesteten Lampen waren eine Wohnraumlampe mit klassischem Schraubsockel sowie eine Unterbauleuchte, wie sie auch in Küchen verwendet wird. Die anderen beanstandeten LED können als Ersatz für Halogenstäbe in Außenleuchten und Baustrahlern verwendet werden.

Der VDE stellte bei der Untersuchung fest, dass Netzstrom führende Kabel und Bauteile bei sechs von sieben Lampen nicht ausreichend isoliert waren. So können im Fehlerfall Metallgehäuse oder andere Bauteile der Lampen unter Netzstrom stehen. "Ich kann einen Schlag bekommen, der tödlich enden kann", warnt Jürgen Ripperger vom VDE.

Dabei trugen alle Testobjekte ein CE-Zeichen, das die Einhaltung der Sicherheitsanforderungen der europäischen Union garantieren soll. Allerdings sind Vertriebswege der Lampen über das Internet sind für Verbraucher häufig schwer zu durchschauen. Verantwortlich für die Produkte sind eigentlich Importeure und Händler. Doch es gibt Dutzende Internethändler, über die solche Lampen zu beziehen sind, und die Anbieter wechseln häufig ihre Namen. Bei gleich vier Produkten war es für den NDR schwierig, überhaupt Verantwortlichen ausfindig zu machen, weil diese offenbar in China sitzen.

Bei nur zwei der gefährlichen Produkte konnte "Panorama 3" herausfinden, wer die verantwortlichen Importeure sind. Ihre Namen standen auf den LED. Das Unternehmen "Chilitec" aus Lehre (Landkreis Helmstedt) reagierte schnell: Es nahm die Lampen vom Markt und startete eine Rückrufaktion. Auch die Firma "Elba Electronic" aus Heroldstatt in Baden-Württemberg teilte auf Anfrage mit, dass die Lampen mittlerweile vom Markt genommen und Restbestände "eingestampft" worden seien.

Für die über Ebay gekauften Produkte teilte die Verkaufsplattform auf Anfrage von "Panorama 3" mit, man habe die Händler informiert und diese "aufgefordert, die Käufer zu kontaktieren und die Produkte zurückzurufen." Eine Stellungnahme von Amazon zu den dort gekauften Produkten steht bislang aus.

Frank Schulz von der Firma "MarkMonitor" beobachtet chinesische Onlinehändler für Markenhersteller und warnt: Diesen Händlern sei es oft "egal, nach welchen Sicherheitskriterien die Produkte gefertigt sind". Das Internet sei für gefährliche Waren einen idealer Absatzkanal. "Der Verbraucher ist im Endeffekt schutzlos."

r/sbü

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