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Deutschland / Welt Tui-Manager toppt Gehalt von VW-Chef Winterkorn
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Tui-Manager toppt Gehalt von VW-Chef Winterkorn
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00:22 22.08.2015
Von Jens Heitmann
„Exorbitante Summe“: Tui-Ko-Chef Peter Long hat 19 Millionen Euro im Jahr 2014 verdient. Quelle: Holger Hollemann/dpa
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Hannover

Manchmal sprechen Zahlen für sich. Wenn ein Zimmermädchen auf Mallorca für eine halbe Stelle nur rund 600 Euro im Monat bekommt, dafür aber mehr Stunden arbeiten muss als vereinbart, steht ein Reisekonzern wie die Tui nicht so gut da - zumal der Marktführer bei seinen Preisen nicht für Zurückhaltung bekannt ist. Im Gespräch mit einer Reporterin des ZDF hat eine Hotelangestellte jetzt berichtet, dass unbezahlte Mehrarbeit beim Tui-Partner Riu die Regel sei. „Außen hui und innen ...?“ lautete der als Frage angelegte Titel des Beitrages, der nach Ansicht des Mainzer Senders offenbar nur eine Antwort zulassen kann.

Doch für den Reisekonzern kam es Mittwoch noch schlimmer. Parallel zur Ausstrahlung des ZDF wurde bekannt, dass die Tui einzelne Mitarbeiter deutlich besser bezahlt. Der Ko-Vorstandschef Peter Long hat im vergangenen Jahr 19 Millionen Euro verdient, wie aus einer Aufstellung der unabhängigen britischen Denkfabrik „High pay centre“ hervorgeht. Mit diesem Einkommen übertrifft der Manager selbst VW-Chef Martin Winterkorn, der in Deutschland einsam die Gehaltstabellen der Dax-Konzerne anführt.

Auch bei der Tui gilt das Gehalt von Long „selbst nach angelsächsischen Maßstäben als exorbitante Summe“, zumal der andere Ko-Chef Friedrich Joussen sich mit etwa einem Fünftel des Betrages bescheidet. Long war Chef der Konzerntochter Tui Travel Plc in London, die von dort aus das Veranstaltergeschäft steuerte. Anders als seine Vorstandskollegen in Hannover musste er seine Einkünfte nicht vor einem Aufsichtsrat rechtfertigen, in dem auch Vertreter argwöhnischer Arbeitnehmer sitzen.

Nach der Fusion mit dem Mutterkonzern Ende vergangenen Jahres gelten bei der Tui auch für britische Manager andere Maßstäbe - im Prinzip zumindest. Auch das Gehalt von Long sei mittlerweile auf maximal 7,5 Millionen Euro im Jahr begrenzt, sagt ein Unternehmenssprecher. Allerdings könne noch „variable Vergütung aus dem alten Vertrag mit der Plc hinzukommen“. Wie hoch diese Zuschläge ausfallen, hängt unter anderem von der Entwicklung des Aktienkurses ab. Nachträglich lasse sich „an den angelsächsischen Vergütungsmustern“ nun einmal nicht mehr allzu viel ändern, hatte Aufsichtsratschef Klaus Mangold auf der letzten Hauptversammlung erklärt.

Bereits im nächsten Frühjahr könnten die Gehaltsunterschiede zwischen dem Spitzenverdiener im Management und den Zimmermädchen auf Mallorca ein wenig schrumpfen: Dann wechselt Peter Long aus dem Vorstand in den längst nicht so gut bezahlten Aufsichtsrat.

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