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US-Notenbank erhöht Leitzinsen

Erstmals seit 2006 US-Notenbank erhöht Leitzinsen

Die US-Notenbank Federal Reserve hat erstmals seit neun Jahren die Zinsen erhöht. Der für die Geldpolitik zuständige Offenmarktausschuss der Fed hob den Leitzins am Mittwoch um 0,25 Prozentpunkte auf 0,25 bis 0,5 Prozent an. Bis Ende 2016 erwartet die Zentralbank einen Anstieg der Zinsen auf 1,4 Prozent.

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Zuletzt hatte es 2006 eine Erhöhung der Leitzinsen in den USA gegeben.

Quelle: dpa

Washington. Die amerikanische Notenbank hat am Mittwochabend den Abschied von der Nullzins-Politik verkündet. Wie erwartet, erhöhte sie den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 0,25 bis 0,5 Prozent. Die Federal Reserve hatte die Zinsen in der Finanzkrise 2008 auf nahe Null gesenkt und seitdem nicht mehr erhöht. Fed-Chefin Janet Yellen hatte den Schritt mehrmals hinausgezögert, zuletzt aber kaum noch einen Zweifel gelassen. 

In den USA hatte die Notenbank 2008 früher und konsequenter als die Europäische Zentralbank (EZB) den Geldhahn aufgedreht, um das Finanzsystem zu stabilisieren und die Konjunktur in Fahrt zu halten. Zuletzt entwickelte sich der Arbeitsmarkt - im Gegensatz zu Europa ein wichtiger Maßstab der US-Zinspolitik - so gut, dass eine Zinsanhebung wahrscheinlicher wurde. Die Gefahr, die Konjunktur abzuwürgen, ist inzwischen gering, ebenso das Risiko einer Deflation. Gleichzeitig gelten die Minizinsen auf Dauer als gefährlich, weil sie Spekulationsblasen fördern und Ersparnisse vernichten. Yellen hatte die Finanzmärkte deshalb schon lange auf eine Zinserhöhung vorbereitet, nur Zeitpunkt und Ausmaß waren offen.

Während in den USA nun die kurzfristigen Zinsen steigen dürften, hat die Entscheidung keine direkten Auswirkungen auf europäische Sparer oder Kreditnehmer. Die EZB sieht den Zeitpunkt für eine Zinswende hier noch lange nicht gekommen, weil die Konjunktur schwächer ist als in den USA und die Inflation noch weit entfernt ist von den angestrebten 2 Prozent. Die EZB hat deshalb erst jüngst den Geldfluss weiter ausgeweitet und will das bei Bedarf fortsetzen.

Indirekt wirkt sich die neue Zinspolitik der USA aber in der ganzen Welt aus - vor allem, wenn weitere Erhöhungen folgen sollten. Weil die USA jetzt für die Geldanlage attraktiver werden, dürfte der Wert des Dollar steigen und im Gegenzug der des Euro sinken. Das erleichtert Europas Exporteuren das Geschäft und ist eins der EZB-Ziele.

Die gleichen Exporteure könnten allerdings auch Probleme in den Schwellenländern bekommen, denn die gelten als potenzielle Verlierer der neuen US-Zinspolitik. Sie profitierten lange vom Kapitalzufluss aus aller Welt und kämpfen jetzt schon zunehmend damit, dass dieses Geld wieder abfließt. Sollte noch mehr Kapital in Richtung USA gelenkt werden, könnten die jahrelang wichtigsten Wachstumsmärkte der deutschen Wirtschaft in ernstere Turbulenzen geraten.

Nachdem der Fed-Beschluss ausgefallen war, wie erwartet, beschäftigten sich die Experten am Abend schon mit der Frage, wann mit dem nächsten Zinsschritt in den USA zu rechnen sei. Yellen hat bereits in mehreren öffentlichen Reden angekündigt, dass die Notenbank „moderat und schrittweise“ handeln werde. Damit könnte für 2016 eine Anhebung alle zwei Monate oder in noch langsameren Tempo gemeint sein. Im Gegensatz zu ihren europäischen Kollegen veröffentlichen die US-Notenbanker auch ihre - unverbindliche - Schätzung für die weitere Zinsentwicklung. Demnach rechnen sie jetzt für Ende nächsten Jahres mit Leitzinsen von 1,4 Prozent. Skeptiker halten allerdings bereits dagegen, dass die US-Wirtschaft nach wie vor anfällig sei - vielleicht werde man die Zinsen schon bald wieder senken müssen.

Von Michael Donhauser 
und Stefan Winter

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