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US-Richter sieht Fortschritte bei VW

Abgas-Skandal US-Richter sieht Fortschritte bei VW

Volkswagen kommt bei der Aufarbeitung des Abgas-Skandals in den USA voran. Richter Charles Breyer bescheinigte dem Konzern bei einer Anhörung am Donnerstag „erhebliche Fortschritte“. Er sei „sehr optimistisch“, dass eine Lösung für die verbleibenden rund 85.000 Dieselwagen mit manipulierten Emissionswerten gefunden werde.

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Richter Breyer sieht Fortschritte bei Volkswagen.

Quelle: dpa/M

San Francisco. Breyer setzte eine neue Frist bis zum 1. Dezember. Dann soll VW erklären, wie die illegale Abgastechnik aus den Fahrzeugen mit 3,0-Liter-Motor beseitigt werden soll. Bei rund 475 000 Dieselwagen mit kleineren Motoren hat sich VW mit geschädigten Besitzern und Behörden in den USA bereits auf einen rund 15 Milliarden Dollar teuren Vergleich geeinigt. Weitere Entschädigungszahlungen an 44 Bundesstaaten und Autohändler eingeschlossen, dürfte die Einigung den Konzern rund 16,5 Milliarden Dollar kosten. Doch für Zehntausende größere Modelle, die mit 3,0-Liter-Motoren der VW-Tochter Audi unterwegs sind, steht ein Kompromiss noch aus.

Seit Monaten ist es dem Ingolstädter Hersteller nicht gelungen, den US-Behörden akzeptable Lösungen zu präsentieren. Es geht um teure Dickschiffe aus dem VW-Konzern – Porsche Cayenne und VW Touareg, vor allem aber etliche Audi-Luxusmodelle. Die jüngsten Vorschläge waren im Juli als unzureichend zurückgewiesen worden.

Am Montag vergangener Woche musste Audi seine überarbeiteten Unterlagen beim Umweltamt einreichen. Über den Inhalt haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass nach rund einem Jahr vergeblicher Bemühungen noch ein Weg gefunden wird, die Modelle durch Rückrufe und Reparaturen in einen legalen Zustand zu bringen. Sollte eine technische Umrüstung nicht möglich sein, drohen teure Rückkäufe, wie sie VW Hunderttausenden Kunden bereits bei den kleineren 2,0-Liter-Modellen anbieten muss. Müsste der Konzern auch nur die Hälfte der 85 000 betroffenen Wagen mit den Audi-Sechszylindern zurücknehmen und dafür den Restwert plus Strafe und Kompensation berappen, kämen weitere Kosten in Milliardenhöhe auf das Unternehmen zu.

Und auch wenn diese Baustelle rasch geschlossen werden sollte, blieben für VW noch wesentliche juristische Risiken in den USA. Die US-Justiz ermittelt weiter wegen strafrechtlicher Vergehen. Im September hatte ein erster Ingenieur gestanden, in den Skandal verwickelt gewesen zu sein, und eine Kooperation mit den US-Behörden angekündigt. Nun bleibt abzuwarten, ob er weitere Mitarbeiter belastet. Zudem verhandeln die Wolfsburger auch noch mit etlichen US-Bundesstaaten um Vergleiche wegen Verstößen gegen Umweltgesetze.

Während VW in den USA zu milliardenschweren Wiedergutmachungen bereit ist, sträubt sich der Konzern weiter, in Deutschland und Europa vergleichbare Angebote zu machen. Gesetzesverstöße innerhalb der EU streitet VW ab. Auf Anfrage von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR erklärte VW, die in den USA verbotene Software zum Austricksen von Abgastests stelle unter EU-Recht keine Manipulation dar.

Von Hannes Breustedt

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