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Überfischung der Nordsee bereitet Sorgen

Küstenfischerei Überfischung der Nordsee bereitet Sorgen

Fisch ist gesund, eiweißhaltig und begehrt - wird aber immer knapper. Die Überfischung der Meere und die sich weltweit verschärfende Ernährungskrise bereiten international agierenden Entwicklungsorganisation zunehmend Sorgen.

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Greetsiel. Dabei seien die Probleme der Küstenfischerei vor der norddeutschen Küste durchaus vergleichbar mit denen vor der Küste Westafrikas, sagte Kai Kaschinski von der Entwicklungsorganisation „Fair Oceans“ am Samstag. Die Organisation und der evangelische Entwicklungsdienst informieren derzeit auf einer Rundreise entlang der Nordseeküste mit der Aktion: „Leere Netze? Fischerei zwischen Globalisierung und Meeresschutz“.

EU-Fischereiabkommen hätten bisher nur zur weiteren Verarmung der Küstenbevölkerung in Entwicklungsländern geführt, kritisierten die Veranstalter. Die Fischereipolitik der Europäer müsse mehr auf Nachhaltigkeit in Ländern wie den afrikanischen Staaten ausgerichtet sein als auf Exporte in die EU. Etwas mehr als die Hälfte aller genutzten Fischbestände würde bis an ihre Grenzen befischt. Mehr als ein Viertel der Bestände werde übermäßig ausgebeutet, sei bereits erschöpft oder erhole sich nur langsam.

In Westafrika wie auch in Norddeutschland sei die Küstenfischerei gleichermaßen vom globalen Konkurrenzdruck betroffen, hieß es weiter. In Norddeutschland gebe es kaum noch Frischfischerei: Im Küstengebiet seien kaum noch lohnende Fänge zu erwarten, sagte Dirk Sander von der Erzeugergemeinschaft der Küstenfischer Weser-Ems. Die meisten kleinen Betriebe hätten nach immer strikteren EU-Vorgaben den Betrieb eingestellt. So werde die weitaus größte Menge der angelandeten Krabben und Fische von zwei großen niederländischen Firmen vermarktet.

Die EU hätte parallel zu sinkenden Fangquoten auch die Anzahl der Betriebe absenken müssen, um nicht den Konkurrenzkampf zu erhöhen, sagte Sander. Massive regionale Unterschiede in den Flotten innerhalb der EU würden kaum berücksichtigt. Langfristig müssten Managementpläne gelten, um die Fanggebiete zu sichern. Gravierende Folgen hätten etwa die neuen Windparks mit Fischereiverbotszonen.

dpa

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