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Übernahmepläne lösen Run auf K+S-Aktien aus

Kasseler Kali- und Salzproduzent Übernahmepläne lösen Run auf K+S-Aktien aus

An der Börse waren die Aktien des Dax-Konzerns K+S am Freitag die mit großem Abstand gefragtesten Papiere. Zum Handelsbeginn gingen sie zeitweise mit einem Plus von 38 Prozent auf über 40 Euro fast durch die Decke.

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Große Maschinen unter der Erde: Arbeiten im Rohsalzbunker des Kaliwerks Werra. K+S hat in Deutschland rund 10 000 Mitarbeiter.

Quelle: dpa

Hannover. Offenbar halten viele Anleger die am Vorabend bekanntgewordene geplante Übernahme des Kasseler Kali- und Salzproduzenten durch den viel größeren kanadischen Konkurrenten Potash aus der Provinz Saskatchewan für eine gute Sache.

Von K+S war am Freitag nur zu hören, dass der Potash-Konzern „kein öffentliches Übernahmeangebot“ unterbreitet habe. Es handele sich bislang um einen „Vorschlag zur Übernahme aller Aktien“. Der werde jetzt vom Vorstand und Aufsichtsrat geprüft. Ein Ergebnis könne in einigen Wochen vorliegen, hieß es.

Der Übernahmeplan der Kanadier ist jedoch offenbar bereits konkret. So soll Potash über 40 Euro je Aktie geboten haben, was eine Summe von mehr als 7 Milliarden Euro für den Konzern ergibt. Nicht äußern wollte sich K+S zu Spekulationen, dass dem Konzern dieser Preis wegen der guten Perspektiven auf den Agrarmärkten als zu gering gelte.

Summe spiegele inneren Wert von K+S nicht wider

Dieser Ansicht sind auch manche Analysten. Die Summe spiegele nicht den inneren Wert von K+S wider, sagte etwa Lutz Grüten von der Commerzbank der HAZ. Die Bewertung sei auf die Ergebnisse der nächsten zwei Jahre abgestellt. Nicht berücksichtigt ist laut Grüten das Legacy-Projekt, die neue Kali­mine in Saskatchewan, die K+S ab 2016 eine zusätzliche Kapazität von bis zu 3 Millionen Tonnen bringen soll. Außerdem seien mögliche Synergien durch eine Übernahme nicht enthalten.

Sollte das Management den „Vorschlag“ von Potash, der auf eine freundliche Übernahme hinausläuft, ablehnen, dürfte das Management um den deutschen Konzernchef Jochen Tilk nach Ansicht von Brancheninsidern die nächste Stufe zünden: die feindliche Übernahme. Dem Angreifer würde dabei in die Hände spielen, dass K+S keine starken Ankeraktionäre mehr hat. Die Aktien befinden sich zu 100 Prozent im Streubesitz. Um ans Ziel zu kommen, bräuchte Potash eine qualifizierte Mehrheit von 75 Prozent des Grundkapitals. Kartellrechtlich dürfte es keine Probleme geben, denn Potash „liefert bislang keine Tonne Kali nach Europa“, wie es hieß.Der Sprung nach Europa könnte ein Motiv für die Übernahmepläne sein, wie Branchenkenner vermuten.

Überdies würden die Kanadier, die hinter den Konzernen Uralkali und Belaruskali die Nummer drei auf dem Kalimarkt sind, mit K+S als Nummer vier zum Weltmarktführer aufsteigen. Commerzbank-Analyst Grüten glaubt jedoch, dass Größe allein für Potash nicht so wichtig sei. Ein Dorn im Auge dürfte dem Konzern vor allem das Legacy- Projekt von K+S sein, mit dem Potash Konkurrenz „im eigenen Vorgarten“ erwachse.

Noch ist nichts entschieden. Aber bei den Beschäftigten des Kasseler Unternehmens geht die Angst um die Arbeitsplätze um: Was wird aus dem Salzgeschäft? Würde Potash Kalistandorte schließen und das Bergwerk Giesen im Landkreis Hildesheim, das K+S reaktivieren möchte, gleich geschlossen lassen? Auch die Kommunen, in denen K+S Werke betreibt, machen sich Sorgen über den möglichen Verlust eines wichtigen Arbeitgebers. Immerhin beschäftigt K+S in Deutschland rund 10 000 der weltweit rund 14 000 Mitarbeiter.

Im vergangenen Jahr hat K+S rund 3,8 Milliarden Euro umgesetzt. Davon entfielen auf das Kaligeschäft etwa 1,9 Milliarden Euro und auf den Bereich Salz, der von der hannoverschen Tochter Esco gesteuert wird, rund 1,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) lag bei gut 641 Millionen Euro. Zum Vergleich: Potash bringt es auf Erlöse von umgerechnet 5,4 Milliarden Euro und einen dreimal so hohen operativen Gewinn von 1,8 Milliarden Euro.

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