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Deutschland / Welt Kommentar: Google greift die Banken an
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Kommentar: Google greift die Banken an
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00:17 29.06.2018
Smartphone statt Kreditkarte: Google Pay verknüpft Bezahlkarten teilnehmender Banken mit dem Smartphone und erlaubt so kontaktloses Bezahlen . Quelle: dpa-tmn
Hannover

Es gibt ja heute schon viele Dinge, die man mit seinem Handy erledigen kann: neue Schuhe bestellen, die Nachrichten lesen, sich den Weg zum Restaurant zeigen lassen, fotografieren, fernsehen – und natürlich auf alle erdenklichen Arten kommunizieren. Da scheint es nur folgerichtig, dass mit Google Pay nun auch der erste große Handybezahldienst in Deutschland verfügbar ist. Weitere werden folgen.

Den neuen Spielern werden gute Chancen eingeräumt, den Markt aufzurollen. Viele meinen sogar, dass der Zahlungsverkehr in Zukunft ganz ohne Banken im Hintergrund vonstatten gehen wird. Die großen IT-Konzerne basteln wie auch unzählige Start-ups an neuen Wegen, Geld zu transferieren, virtuelle Währungen ins Finanzsystem zu integrieren und den Service zu verbessern. Googles Bezahlsystem per Chip auf dem Handy ist nur ein erster Schritt.

Die Bankenbranche in Deutschland konnte dem emsigen Treiben lange einigermaßen gelassen zusehen. Zu misstrauisch beäugten die Deutschen alles, was das Bezahlen verändert. Doch Skandale, Filialschließungen, höhere Gebühren und weniger Service sorgen für neue Offenheit. Wenn sich die Banken zu schnöden IT-Unternehmen wandeln, ist es Kunden irgendwann egal, ob das Geld bei der Sparkasse oder bei Google verwaltet wird.

Es ist dringend Zeit, dass Banken und Sparkassen den Kampf um Kunden aufnehmen. Mit neuen Ideen und mehr Service. Das Bankenwesen hat trotz aller Krisen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Als Garant für Sicherheit, als Wirtschaftsförderer, als Nahversorger. Dinge, an denen Google und Co. nicht gelegen ist.

Von Dirk Schmaler

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