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Deutschland / Welt Unterlagen belasten Audi in Abgasaffäre
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Unterlagen belasten Audi in Abgasaffäre
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22:16 21.09.2016
Die Volkswagen-Tochter Audi ist angeblich tiefer in den Abgasskandal verstrickt als bislang bekannt. Quelle: dpa
Hamburg

Die VW-Tochter Audi gerät wegen ihrer Rolle im Abgas-Skandal weiter unter Druck. Bereits 2007 habe ein Ingenieur einem größeren Kreis von Managern des Autoherstellers geschrieben, dass man es „ganz ohne Bescheißen“ nicht schaffen werde, die US-Grenzwerte beim Schadstoffausstoß von Dieselwagen einzuhalten. Das berichteten Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR am Mittwoch unter Berufung auf Erkenntnisse der Anwaltskanzlei Jones Day, die im Auftrag des VW-Aufsichtsrats die Dieselaffäre aufklären soll.

Audi hat zwar schon vor Monaten eingeräumt, eine unter US-Recht illegale Software zur Abgaskontrolle eingesetzt zu haben. Aber NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung berichteten am Mittwoch, dass Audi die Software nicht nur in den eigenen Fahrzeugen eingesetzt, sondern den Betrug bei VW auch „maßgeblich begleitet und unterstützt“ habe. Im VW-Konzern gelte der Autobauer deshalb als die „Mutter des Betrugs“.

Vier hochrangige Motoren-Entwickler des Unternehmens seien beurlaubt worden, weil sie eine illegale Software für den Drei-Liter-TDI-Dieselmotor entwickelt oder davon gewusst hätten. Eine gezielte Täuschung stritt Audi bislang stets ab. Zu den neuen Details wollte sich ein Sprecher des Unternehmens am Mittwoch nicht äußern.

Was wusste Audi-Chef Stadler?

Am Dienstag hatte bereits „Spiegel Online“ berichtet, dass Audi-Chef Rupert Stadler von den Ermittlern der Kanzlei Jones Day verhört werden soll. Dabei solle es darum gehen, wann Stadler über die Manipulationen bei der Motorsteuerung von Dieselfahrzeugen erfahren hat. Laut Zeugenaussagen soll dies schon im Jahr 2010 der Fall gewesen sein. Auf Nachfrage von „Spiegel Online“ hieß es hierzu bei Audi: „kein Kommentar.“

Etwa 85.000 Dieselwagen aus dem VW-Konzern mit größeren 3,0-Liter-Motoren, die von Audi stammen, wurden in den USA mit verbotener Abgastechnik ausgestattet. Der Konzern ringt bei diesen Wagen noch immer mit den Behörden um eine Lösung zur Beseitigung der Programme.

Von dpa/afp/RND/wer

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