Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Interview kostet Breuer 3,2 Millionen Euro

Ehemaliger Deutsche-Bank-Chef Interview kostet Breuer 3,2 Millionen Euro

Es ist wohl das teuerste Interview, das jemals veröffentlich wurde: Rolf E. Breuer, früherer Vorstandssprecher der Deutschen Bank, muss wegen unbedachter Worte 3,2 Millionen Euro zahlen.

Voriger Artikel
BP streicht 580 Jobs in Deutschland
Nächster Artikel
Müssen deutsche Autobauer dieses Modell fürchten?

Rolf E. Breuer, früherer Vorstandssprecher der Deutschen Bank.

Quelle: Sven Hoppe

Es gilt als das teuerste Interview, das jemals veröffentlicht wurde - und wird auch auf der kommenden Hauptversammlung der Deutschen Bank eine Rolle spielen, obwohl es gut 14 Jahre zurückliegt. Der frühere Chef der Bank, Rolf E. Breuer, soll dem Institut wegen ein paar unvorsichtiger Worte 3,2 Millionen Euro zahlen. Die Aktionäre müssen dem Vergleichsvorschlag noch zustimmen, der in der Einladung zur Hauptversammlung veröffentlicht wurde. Damit ist die Angelegenheit für den 78-jährigen einstigen Topbanker aber noch nicht endgültig erledigt. In München läuft gegen ihn noch ein Strafverfahren.

Breuer hatte sich am 3. Februar 2002 in seiner Eigenschaft als Vorstandssprecher der Bank am Rande des Weltwirtschaftsforums in New York zu seiner verhängnisvollen Äußerung über die Kirch-Gruppe hinreißen lassen. Diese galt damals zwar schon als angeschlagen, in seinem Interview mit dem Fernsehsender Bloomberg TV ging Breuer dennoch zu weit: „Was alles man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen.“

Zwei Monate nach dieser Pleiteansage war die Mediengruppe Kirch am Ende, Leo Kirch machte Breuer dafür verantwortlich. Mit seinem Interview habe er erst die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens verursacht. Die Sache kam vor Gericht, ging bis zur höchsten Instanz und verhalf Heerscharen von Anwälten zu lukrativen Mandaten.

Schon Anfang 2006 stellte der Bundesgerichtshof fest, dass die Bank zum Schadensersatz verpflichtet ist. Danach stritten sich die Erben des mittlerweile verstorbenen Leo Kirch und die Bank jedoch jahrelang über die Höhe der Summe, bis sie sich am 20. Februar 2014 auf einen Vergleich einigten. Dieser kostete die Bank insgesamt 928 Millionen Euro - und davon will sie sich nun wenigstens einen kleinen Teil von Breuer zurückholen. Rund 90 Millionen Euro hatten zuvor schon die Versicherer gezahlt.

Für Breuer ist das Thema Kirch aber noch nicht abgehakt. Er steht zusammen mit seinem Nachfolger Josef Ackermann, dem amtierenden Co-Chef Jürgen Fitschen und zwei weiteren ehemaligen Managern seit April 2015 vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft München wirft ihnen bewusste Falschaussagen in einem Prozess vor, um den Schaden für die Deutsche Bank gering zu halten. Strafrechtlich gilt dies als Prozessbetrug. Allerdings haben die Angeklagten diesen Vorwurf zurückgewiesen. Auch der Vorsitzende Richter Peter Noll deutete an, dass er die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft für nicht stichhaltig hält.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Vorwurf der Zinsmanipulation
Foto: Die Deutsche Bank zahlt in den USA wegen des Vorwurfs der Zinsmanipulation 50 Millionen Dollar (43 Millionen Euro) in einer außergerichtlichen Einigung.

Eine Strafe in Millionenhöhe muss die Deutsche Bank in den USA zahlen. Der größten deutsche Bank und sechs weiteren Instituten war Zinsmanipulation vorgeworfen worden.

mehr
Mehr aus Deutschland / Welt

Der Abgasskandal erschüttert den Volkswagen-Konzern. Lesen Sie hier alle Berichte und Hintergründe zur Diesel-Affäre. mehr

Aktienkurse regionaler Unternehmen

CEWE STIFT.KGAA... 78,90 -1,25%
CONTINENTAL 165,61 -0,46%
DELTICOM 16,30 -1,24%
HANNO. RÜCK 99,50 +0,47%
SALZGITTER 30,76 -1,03%
SARTORIUS AG... 68,75 -0,36%
SYMRISE 56,29 +1,17%
TALANX AG NA... 29,91 -0,02%
TUI 12,35 -0,80%
VOLKSWAGEN VZ 118,37 -0,71%
DAX
Chart
DAX 10.529,50 +0,15%
TecDAX 1.687,00 +0,03%
EUR/USD 1,0673 ±0,00%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

DT. TELEKOM 14,69 +0,71%
BAYER 87,21 +0,71%
HEID. CEMENT 83,50 +0,67%
DT. BANK 14,73 -1,98%
VOLKSWAGEN VZ 118,37 -0,71%
LUFTHANSA 12,14 -0,50%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Bakersteel Global AF 166,72%
Structured Solutio AF 154,79%
AXA IM Fixed Incom RF 141,93%
Stabilitas PACIFIC AF 140,74%
Crocodile Capital MF 122,39%

mehr