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Urlauber müssen mit Streiks rechnen

Ausgerechnet in Ferienzeit Urlauber müssen mit Streiks rechnen

Die Heimreise dürfte dieses Jahr für viele Urlauber beschwerlich werden: Zum Ferienendspurt drohen Streiks bei der Bahn und der Lufthansa. Bei der größten deutschen Fluglinie planen nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen die gut 5000 Piloten den Ausstand. Auch bei der Bahn sind Streiks möglich.

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Wenn Piloten und Lokführer tatsächlich streiken, wird es für Urlauber an Flughäfen und Bahnhöfen eng werden.

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Berlin/Hannover . Auch bei der Bahn könnte die Situation kurz vor dem Ende der Sommerferien in Bundesländern wie Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg eskalieren, da zwei konkurrierende Gewerkschaften sich mit Forderungen übertrumpfen. Die Bundesregierung arbeitet unterdessen an einem Gesetz, um die Macht von Spartengewerkschaften zu beschränken.

Weder Lokführer noch Piloten haben bisher beschlossen, wann die Streiks genau beginnen sollen. „Wir werden Streikaktionen auf jeden Fall am Vortag ankündigen“, sagte gestern Markus Wahl, Vorstandsmitglied der Pilotenvereinigung Cockpit. Die Lufthansa will  Arbeitsniederlegungen in letzter Minute abwenden. Denn selbst wenn die Piloten die Arbeit nur an einzelnen Flughäfen wie Frankfurt oder München niederlegen, könnte das bundesweit Folgen für den eng getakteten Flugplan haben. In Hannover landen täglich 30 Maschinen der Lufthansa und 20 der Konzerntochter Germanwings. Das sei ein Drittel aller Starts und Landungen, sagte ein Sprecher des Airports in Langenhagen. Im schlimmsten Fall würden 50 Maschinen am Boden bleiben und bis zu 5000 Passagiere nicht abgefertigt werden.

Auch bei der Deutschen Bahn brodelt es: In dem festgefahrenen Konflikt geht es zum einen um Entgeltsteigerungen für Bahn-Beschäftigte, zum anderen um die künftige Form der Zusammenarbeit der beiden Gewerkschaften GDL und EVG. Zunächst rief die GDL ihre Mitglieder für morgen zu einer Protestversammlung in Fulda auf. Nach der GDL legte am Montag auch die EVG ihre Forderungen vor. Sie verlangt sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro im Monat. Die EVG will für alle Beschäftigtengruppen verhandeln. Die GDL hatte für die rund 37 000 Lokführer, Zugbegleiter und Rangierführer fünf Prozent mehr, aber auch eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit gefordert. Die Bahn lehnte dies als nicht akzeptabel ab.

Schon jetzt Stornierungen prüfen

Dilemma für Reisende: Wer für die kommenden Tage einen Flug mit der Lufthansa gebucht hat, steht vor einer schwierigen Situation. Noch herrscht keine Klarheit, ob die Lufthansa-Piloten am Ende streiken werden. Also Augen zu und durch oder doch lieber die Reisepläne schon heute überdenken? Verbraucherzentralen raten zu Letzterem. Jedenfalls dann, wenn man auf eigene Faust Anschlussflüge, eine Hotelunterkunft oder ein Mietauto am Urlaubsort gebucht hat. Auch bei einem Flugausfall wegen Streiks bekommen Verbraucher all diese Folgekosten nicht erstattet. Sie fahren also möglicherweise günstiger, wenn sie alles rechtzeitig stornieren. Aber auch dafür gilt: Ein generelles Recht auf Umbuchung und Stornierung wegen der Streikdrohungen haben Reisende nicht. Pauschalreisende sollten sich an ihren Veranstalter wenden, der sich gegebenenfalls um Ersatzflüge oder eine Änderung der Reisepläne kümmert.
Kommt es zu den angekündigten Streiks bei der Bahn, erhalten Kunden zumindest einen Teil ihres Fahrpreise zurück: ab 60 Minuten Verspätung 25 Prozent des Geldes, ab 120 Minuten sogar 50 Prozent.

Die Bundesregierung arbeitet derweil an einem Gesetzesentwurf zur Tarifeinheit, womit die Macht von Spartengewerkschaften wie Cockpit oder der GDL begrenzt werden soll. Ein solcher Entwurf soll jetzt im Herbst beschlossen werden, hieß es am Montag in Regierungskreisen. Das Ressort von Bundesarbeitsministerin Nahles hatte dazu bereits vor der Sommerpause Eckpunkte erarbeitet. Demnach sollte jene Gewerkschaft Tarifverträge abschließen, die in einem Unternehmen die Mehrheit der Arbeitnehmer vertritt – im Fall Lufthansa etwa wäre das nicht Cockpit, sondern ver.di. Experten fürchten aber, dass eine solche Regelung nicht mit dem Streikrecht vereinbar sein könnte. „Spartengewerkschaften schaden den Arbeitnehmern“, sagt SPD-Vize Ralf Stegner. „GDL und Cockpit sind klare Beispiele dafür, dass Arbeitskampfmaßnahmen nicht allen Beschäftigten der Branche nützen.

Frank Lindscheid / Carola Böse-Fischer

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Nahezu menschenleer war der Check-In Bereich der Lufthansa-Tochter Germanwings am Freitag in Hamburg.

Der Streik der Flugkapitäne von Germanwings hat deutschlandweit zu zahlreichen Flugausfällen geführt. Rund 15 000 Passagiere waren betroffen. Germanwings nicht antreten.

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