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Doch kein Bau des Tiguans in Stöcken?

VW-Chef stellt Entscheidung infrage Doch kein Bau des Tiguans in Stöcken?

Die Sparpläne von VW-Chef Martin Winterkorn sorgen für Unruhe im Werk Hannover. In einer Rede vor Managern hat der Konzernchef die erst im März verkündete Entscheidung, von 2016 an den VW Tiguan auch in Hannover-Stöcken zu produzieren, indirekt wieder infrage gestellt.

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„An einem deutschen Standort nicht wirtschaftlich machbar“: Die Produktion des Tiguan im VW-Stammwerk in Wolfsburg.

Quelle: Jochen Lübke

Hannover . Die Fertigung einer zusätzlichen Variante des Geländewagens auf Golf-Basis sei „nach heutigem Ermessen an einem deutschen Standort nicht wirtschaftlich machbar“, sagte Winterkorn. Bislang würde das Projekt die gesetzten Rentabilitätsziele nicht erreichen, deutete er in seiner Rede an, die der HAZ in Auszügen vorliegt.

Dem hannoverschen Werk droht von 2016 an eine Unterauslastung, weil es zu diesem Zeitpunkt die Fertigung von Karossen der Sportlimousine Panamera an das Porsche-Werk in Leipzig abgeben muss. Daran arbeiten in Stöcken derzeit gut 800 Beschäftigte. Ein Standortsicherungsvertrag sieht allerdings vor, dass Hannover eine Kompensation zusteht. Deshalb hatte Volkswagen im Frühjahr zugesichert, frei werdende Kapazitäten würden „durch die Montage zusätzlicher Volumen des VW Tiguan“ genutzt.

Die neue Generation des erfolgreichen Geländewagens wird im kommenden Jahr erwartet. Anschließend könnten zusätzliche Varianten des Modells auf den Markt kommen – so wird häufig über einen größeren Tiguan mit längerem Radstand spekuliert. Wie sich das Golf- und Tiguan-Stammwerk Wolfsburg und die Zweitfabrik Hannover die Produktion künftig teilen sollen, liegt bis heute im Dunkeln. „Man ringt noch um die Fertigungstiefe“, hieß es aus dem Konzern. Bislang war immer die Rede davon, Hannover könnte halb fertige Karossen aus Wolfsburg endmontieren. Aber auch der komplette Bau einer Variante sei denkbar, heißt es.

So oder so entstehen zusätzliche Kosten für Maschinen und Logistik, die Winterkorn offenbar vermeiden will. „Unser gemeinsamer Auftrag ist es, dass wir diese Fahrzeuge hier in Deutschland wirtschaftlich bauen können“, sagte der VW-Chef. Dafür müsse die Mannschaft über alle Werke hinweg zusammenarbeiten „und in eine Richtung ziehen“.

Das Beispiel Tiguan ist für Winterkorn nur eines von vielen, bei denen die Kernmarke des Autobauers Kosten- und Effizienzprobleme plagen. Wie berichtet, hat der Konzernchef dem Autobauer ein Sparprogramm verordnet, das der Marke VW Pkw bis 2017 rund 5 Milliarden Euro mehr Gewinn pro Jahr bringen soll. Derzeit kommt sie auf operative Gewinnmargen, die unter zwei Prozent vom Umsatz liegen. In seiner Analyse vor gut 1000 VW-Managern ließ Winterkorn kaum einen Konzernbereich aus: Die Entwicklungskosten seien zuletzt in die Höhe geschnellt, gleichzeitig sei man in diesem Bereich zu langsam. Auch der Produktionsanlauf neuer Modelle ziehe sich oft über Monate hin. Zu viele Komponenten mache der Konzern heute noch selbst. Die Fabrikanlagen seien oft zu groß und zu teuer geplant. Gegenüber der Konkurrenz gebe es bei der Produktivität „unverändert erheblichen Nachholbedarf“.

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