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VW-Mitarbeiter bekommen 3950 Euro Prämie

Bonus für Tarif-Belegschaft VW-Mitarbeiter bekommen 3950 Euro Prämie

Ein Drittel weniger, aber immerhin: Vorstand und Betriebsrat bei VW haben sich auf eine Erfolgsbeteiligung geeinigt. Es gibt pro Kopf trotz Diesel-Debakel noch 3950 Euro. Möglich macht das eine Reform der tarifvertraglichen Regelung für den Mitarbeiter-Bonus.

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VW-Mitarbeiter in der Produktion.

Quelle: dpa

Wolfsburg. Trotz des Diesel-Skandals zahlt der Volkswagen-Konzern seinen 120 000 Tarifbeschäftigten eine Prämie. Wie das Unternehmen am Freitagabend mitteilte, erhalten die Mitarbeiter für das vergangene Jahr eine Erfolgsbeteiligung von 3950 Euro brutto pro Kopf. Dies sind fast 2000 Euro weniger als im Vorjahr – jedoch deutlich mehr, als viele Beschäftigte nach dem Rekordverlust infolge der Abgas-Affäre befürchtet hatten.

Möglich macht die Auszahlung eine Änderung des Haustarifvertrags. Künftig soll sich die Erfolgsbeteiligung nicht mehr nur auf das Ergebnis eines Geschäftsjahres beziehen. Stattdessen soll ein Mittelwert aus den Gewinnen von zwei Jahren zugrundegelegt werden. Damit wird der Bonus unabhängiger von Sondereffekten, wie sie VW im vergangenen Jahr erlebt hat.

Seit dem Jahr 2006 stehen den Beschäftigten 10 Prozent vom operativen Ergebnis der Marke VW Pkw zu. Der Bonus ersetzt Weihnachts- und Urlaubsgeld, weshalb ein Abschlag von 1545 Euro brutto immer bereits Ende November ausgezahlt wird.

Beide Seiten hatten sich schon vor Monaten auf einen „Anerkennungsbonus“ verständigt. Allerdings vergingen anschließend Monate ohne Einigung auf einen Betrag. Zuletzt hatte sich der Betriebsrat bei den Demonstrationen zur Tarifrunde am Mittwoch darüber beschwert, dass der Vorstand nun noch eine Gegenleistung für den Bonus verlange. Davon war gestern keine Rede mehr. Die Belegschaft habe „im vergangenen Jahr trotz schwieriger Lage eine sehr gute Mannschaftsleistung gebracht“, sagte Personalchef Karlheinz Blessing. Dies verdiene Anerkennung. Betriebsratschef Bernd Osterloh ergänzte, die Beschäftigten hätten sich die Erfolgsbeteiligung verdient. Sonderschichten und Mehrarbeit hätten das Bild geprägt. „Sie haben gezeigt, dass sie auch in schwieriger Zeit fest zum Unternehmen stehen.“

In der VW-Belegschaft hatte es wegen des Themas rumort – nicht zuletzt, nachdem die Kollegen bei Audi und Porsche hohe Gewinnbeteiligungen zugesprochen bekommen hatten. Bei Audi sank der Bonus zwar auch – aber nur um gut ein Sechstel auf 5420 Euro brutto pro Mitarbeiter. Porsche zahlte den Beschäftigten sogar eine Rekordprämie von jeweils 8911 Euro brutto.

Bei VW Nutzfahrzeuge (VWN) in Hannover hatte sich rund um einen oppositionellen Betriebsrat sogar schon eine Initiative gegründet, die sich für eine getrennte Behandlung von Beschäftigten der Marken VWN und VW Pkw ausgesprochen hatte. Schließlich hätten die Nutzfahrzeuge gute Gewinne erzielt. Der Tarifvertrag würde dies sogar erlauben. Bisher haben die Beschäftigten von Konzern, Marke Pkw und Marke VWN jedoch immer dieselbe Summe erhalten.

Absatzeinbußen bei der Marke VW

Der Abwärtstrend bei den Verkäufen der Marke Volkswagen hat sich fortgesetzt. Im April verringerte sich der Absatz weltweit gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres um 3,9 Prozent auf 476 700 Autos, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Für die Kernmarke mit dem VW-Logo ist es der dritte Monat in Folge mit sinkenden Verkaufszahlen. In den ersten vier Monaten des Jahres betrug der Verkaufsrückgang 2 Prozent – obwohl VW nach dem Ausbruch des Abgas-Skandals viel Geld in Werbe- und Rabattaktionen investiert hat.
Der europäische Automarkt ist weiter gewachsen. Nach Angaben des Branchenverbandes Acea wurden im der Europäischen Union im April knapp 1,3 Millionen Fahrzeuge zugelassen – 9,1 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Volkswagen büßte erneut Marktanteile ein. Allerdings legten diesmal alle Marken zu.

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