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VW entdeckt den Elektromotor neu

Alternative Antriebe VW entdeckt den Elektromotor neu

VW-Markenchef Herbert Diess nutzt die Diesel-Affäre für eine Flucht nach vorn. Die Kernmarke des Volkswagen-Konzerns soll die Entwicklung alternativer Antriebe künftig deutlich stärker vorantreiben.

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Produktpalette neu ausrichten: Bei VW sollen künftig verstärkt elektrische Antriebe unter die Haube kommen – auch beim Phaeton.

Quelle: Arno Burgi

Hannover. Im Fokus stehen dabei Elektromotoren jedweder Größe. Gleichzeitig sollen die Diesel-Maschinen so schnell wie möglich komplett auf die teurere SCR-Technologie umgestellt werden, bei der regelmäßig Harnstoff hinzugefügt werden muss und die schon heute in vielen Modellen gang und gäbe ist. Dass der Konzern bei dieser Technologie einst sparen wollte, gilt als ein Grund für den Abgas-Skandal. „Wir richten die Produktpalette und Kerntechnologien neu aus“, sagte Diess nach einer Sondersitzung des Markenvorstands. Neben der Verschlankung von Abläufen, weniger Komplexität in Fertigungs- und Modellstruktur umfasst der Markenumbau vor allem die Motoren. Die Maßnahmen im Detail:

Mehr Hybride: Das VW-eigene Baukastenmodell soll eine leichtere Integration von Hybrid-Antrieben ermöglichen. Im Blick hat die Marke dabei vor allem sogenannte Plug-in-Hybride, bei denen das Fahrzeug sowohl an der konventionellen Tankstelle als auch an der Steckdose nachladen kann. Ihre bislang recht begrenzte Reichweite soll vergrößert werden. Für kleinere Fahrzeuge wollen die Wolfsburger den „Volks-Hybrid“ vorantreiben - ein vergleichsweise einfaches und günstiges System mit einer zusätzlichen 48-Volt-Batterie, das vor allem von Continental und Johnson Controls vorangetrieben wird und das den Benzin-Verbrauch um gut ein Achtel senken kann.

Elektro-Baukasten: Für die Kompaktmodelle im Konzern wird die Marke einen eigenen „Elektrifizierungsbaukasten“ auflegen. Den sollen dann alle Marken nutzen können - einschließlich VW Nutzfahrzeuge in Hannover. Bei den Kleintransportern drängt die Zeit besonders. Die ersten Städte haben Lieferwagen mit konventionellen Antrieben schon aus den Innenstädten verbannt. Der Baukasten soll „für alle Aufbauformen und Fahrzeugtypen“ ausgelegt werden, hieß es bei VW. Das sieht zum Beispiel einen einheitlichen Umgang mit der Frage vor, wie man den durch den fehlenden Benzintank frei werdenden Raum beispielsweise für Batterien nutzt. So seien „besonders emotionale Fahrzeuge“ und Reichweiten von 250 bis 500 Kilometer möglich, heißt es bei VW.

Neue Diesel: In Europa und Nordamerika will der Markenvorstand die Diesel-Modelle „zum frühestmöglichen Zeitpunkt“ auf die SCR- oder Adblue-Technologie umstellen, bei der zum Binden der Stickoxide Harnstoff hinzugeführt werden muss. Künftig sollten „nur die umwelttechnisch besten Abgassysteme zum Einsatz kommen“.

Vernetzte Autos: VW will die Vernetzung in die Mittelklasse bringen. Nicht nur bei Multimedia-Anwendungen, sondern auch bei Fahrerassistenzsystemen bis hin zu autonom fahrenden Autos wolle die Marke „State of the Art“ sein, sagte ein Sprecher.

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Abgasskandal

Wegen des Manipulationsskandals muss Volkswagen einem Bericht zufolge womöglich einen Teil der Abwrackprämien zurückzahlen, die 2009 und 2010 Diesel-Fahrern gewährt wurden. Kaum ein Autobauer verdiente soviel an der Prämie: rund 1,7 Milliarden Euro Förderung seien an VW geflossen, heißt es in dem Bericht.

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Der Abgasskandal erschüttert den Volkswagen-Konzern. Lesen Sie hier alle Berichte und Hintergründe zur Diesel-Affäre. mehr

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