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VW hat extra niedriges Angebot für MAN abgegeben

Übernahme VW hat extra niedriges Angebot für MAN abgegeben

VW hat am Dienstag sein Übernahmeangebot für den Lkw-Bauer MAN abgegeben. Es läuft bis zum 29. Juni und ist so niedrig angesetzt, dass es dem Konzern nach eigener Einschätzung nicht die Mehrheit bringen wird.

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Wie angekündigt, bietet der Konzern den anderen MAN-Aktionären 95 Euro je Stammaktie mit Stimmrecht und 59,90 Euro je Vorzugsaktie ohne Stimmrecht.

Quelle: Dröse

Der Countdown läuft. Am Dienstag hat VW sein Übernahmeangebot für den Lkw-Bauer MAN abgegeben. Es läuft bis zum 29. Juni und ist so niedrig angesetzt, dass es dem Konzern nach eigener Einschätzung nicht die Mehrheit bringen wird. Die Beteiligung soll lediglich so weit aufgestockt werden, dass MAN nicht mehr als Wettbewerber, sondern als „verbundenes Unternehmen“ des VW-Konzerns gilt – dann können Zulieferteile gemeinsam eingekauft werden, ohne Ärger mit dem Kartellamt zu bekommen. Allein dadurch würden die jährlichen Kosten um 200 Millionen Euro gesenkt, hat VW ausgerechnet.

Für dieses erste Ziel will der Konzern zunächst möglichst wenig Aktien kaufen. Ende März besaß Volkswagen 30,47 Prozent der MAN-Stimmrechte, eine Aufstockung auf 35 bis 40 Prozent dürfte genügen, um das Kartellamt von der VW-Führungsrolle bei MAN zu überzeugen, weil dann die Mehrheit auf Hauptversammlungen praktisch sicher wäre. Um in diese Größenordnung zu kommen, müsste VW rund eine Milliarde Euro ausgeben.

Wie angekündigt, bietet der Konzern den anderen MAN-Aktionären 95 Euro je Stammaktie mit Stimmrecht und 59,90 Euro je Vorzugsaktie ohne Stimmrecht. Da das Angebot zwei Tage nach der MAN-Hauptversammlung abläuft, bekommen die Verkäufer noch die Dividende für das vergangene Jahr.

Beide Preise liegen unterhalb der aktuellen Börsenkurse, dürften also nur begrenzte Resonanz finden. Sollten weniger als die erhofften 5 bis 10 Prozent der Stammaktien angeboten werden, will VW Anteile über die Börse kaufen. Falls wider Erwarten sämtliche MAN-Aktionäre auf das Angebot eingehen, müsste VW rund 10 Milliarden Euro ausgeben – auch das wäre kein Problem, heißt es im Angebot. Warnendes Beispiel ist die Schaeffler-Gruppe, die bei ihrem Conti-Einstieg mehr Aktien angeboten bekam, als sie wollte und bezahlen konnte.

VW macht Zusagen

Der MAN-Vorstand mit Georg Pachta-Reyhofen an der Spitze hat zu dem Angebot noch nicht offiziell Stellung genommen. Die Empfehlung an die Aktionäre dürfte zwiespältig sein, denn einerseits fordert Pachta-Reyhofen selbst eine engere Zusammenarbeit mit der VW-Tochter Scania. Andererseits kann er den Aktionären schlecht empfehlen, ihre Aktien unter dem aktuellen Kurs zu verkaufen.

Die Münchener Sorgen vor einer Übernahme versucht VW mit weitreichenden Zusagen zu zerstreuen. Die Marken und ihre Positionierung würden beibehalten, heißt es in dem Angebot. MAN werde weiter in den Geschäftsfeldern Nutzfahrzeuge („Commercial Vehicles“) und Großdiesel („Power Engineering“) tätig sein. VW „steht zu den Standorten und den Beschäftigten“ des MAN-Konzerns. Man plane weder einen Beherrschungsvertrag noch den Rückzug von der Börse.

In einem Punkt meldet VW allerdings detaillierte Wünsche an: „Es würde die Zustimmung der Bieterin finden, wenn der Aufsichtsrat von MAN … die Besetzung des Vorstands neu bewerten und dabei insbesondere auch zusätzliche Managementkapazitäten zum Beispiel im Bereich der Beschaffung und für den weiteren Ausbau des Geschäfts aufbauen würde.“ In den vergangenen Tagen war bereits durchgesickert, dass Audi-Einkaufsvorstand Ulf Berkenhagen zu MAN wechseln soll.

Stefan Winter

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