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VW macht große Zugeständnisse an Zulieferer

Einigung im Streit um zurückgehaltene Teile VW macht große Zugeständnisse an Zulieferer

Nach der Einigung im Streit um zurückgehaltene Teile sind erste Einzelheiten zur Übereinkunft zwischen Volkswagen und der Zulieferergruppe bekannt geworden. Demnach hat der Automobilkonzern große Zugeständnisse gemacht. So kann er keinen Schadensersatz fordern.

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VW soll große Zugeständnisse an die Zulieferer gemacht haben.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Wolfsburg. Nach dem Ende des Streits zwischen Volkswagen und zwei Zulieferern der Prevent-Gruppe kommt die Produktionsmaschinerie des weltgrößten Autobauers langsam wieder in Gang. Bereits wenige Stunden nach der Einigung vom Dienstagmorgen hat die Prevent-Tochter ES Automobilguss wieder Lastwagen voll beladen mit den dringend benötigten Teilen auf die Straße geschickt. Sie werden in Kassel zunächst in Getriebe eingebaut, die dann anschließend in die Fahrzeugwerke nach Wolfsburg, Emden und Zwickau gehen. Kassel soll bereits wieder morgen auf Vollast fahren, für die Autowerke ist damit erst in der kommenden Woche zu rechnen. Ein Großteil der 28 000 vom Produktionsstopp betroffenen Beschäftigten an sechs Standorten bleibt damit zumindest heute noch zu Hause.

Beide Seiten hatten ihren Konflikt über einen Lieferstopp bei Sitzbezügen und Gussteilen am Dienstag nach 19 Stunden Verhandlungsmarathon beigelegt. Man verständigte sich auf ein umfassendes Vertragswerk, über dessen Details Stillschweigen vereinbart wurde. Nach HAZ-Informationen sieht es unter anderem einen Ausgleich für Vorleistungen vor, die die Zulieferer erbracht hatten, bevor ihnen VW einen Entwicklungsauftrag entzog. Gleichzeitig soll die Lieferbeziehung „langfristig“ fortbestehen, hieß es. Was das genau heißt, blieb unklar. Teils laufen die aktuellen Verträge bis 2018. Beide Seiten sollen zudem vertraglich darauf verzichtet haben, sich auf Schadensersatz zu verklagen. Letzteres trifft vor allem VW, weil die Produktionsausfälle mehrerer Tage leicht einen dreistelligen Millionenbetrag ausmachen. Im Gegenzug soll Wolfsburg durchgesetzt haben, sich einen zweiten Lieferanten für die betroffenen Komponenten suchen zu können.  Bislang hatte der Konzern bei den betreffenden Sitzbezügen und Getriebeteilen allein auf die sächsischen Zulieferer Car Trim und ES Automobilguss gesetzt, die erst seit wenigen Monaten zum Prevent-Firmenreich der bosnischstämmigen Wolfsburger Familie Hastor gehören.

ES-Guss-Manager Alexander Gerstung sprach von einer „gütlichen und fairen Einigung“. Bei VW wollte den Abschluss niemand kommentieren. Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil (SPD) freute sich „vor allem für die Beschäftigten, die nun rasch wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren können.“ Sie seien Opfer eines Konfliktes geworden, der ohne Not auf ihrem Rücken ausgetragen worden sei. „Es bleibt bei mir ein Unbehagen über das Vorgehen der Prevent Group, die nicht bereit war, den in unserem Rechtsstaat vorgesehenen Weg einer Klärung vor den Gerichten zu gehen“, sagte Weil. Der Zulieferer hatte Einstweilige Verfügungen des Landgerichts Braunschweig auf die Lieferung der Teile ignoriert und „einen Großkonflikt mit beträchtlichen Schäden eröffnet“, wie Weil sagte. „Dieses Beispiel darf keine Schule machen.“

Erleichterung gab es in der niedersächsischen Zulieferindustrie, die sich bereits auf geringere Teilelieferungen an VW eingerichtet hatte. „Das ist ein gutes Signal für den Automobilstandort Deutschland“, sagte der Hauptgeschäftsführer von Niedersachsen-Metall, Volker Schmidt. Auch an den Aktienmärkten sorgte die Einigung für Aufatmen. Volkswagen-Papiere zählten gestern mit einem Plus von gut 2,5 Prozent zu den Tagesgewinnern im DAX.     

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