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VW präsentiert neuen Crafter

Trennung von Daimler VW präsentiert neuen Crafter

Volkswagen Nutzfahrzeuge hat am Donnerstag die neue Version des Crafters vorgestellt. Das Modell ist das erste des Großtransporters, das der von Krisen geschüttelte Konzern nicht in Zusammenarbeit mit Mercedes entwickelt. Der Absatz soll sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln.

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So soll er aussehen, der neue Crafter.

Quelle: Handout/VWN

Geladen hatte man in ein stillgelegtes Stahlwerk, die Showeffekte beschränkten sich auf eine Drummer-Kombo. Und der Chef bemühte sich um demonstrative Bodenständigkeit: „Wir machen unsere Arbeit - aber wir geben Gas“, sagte Eckhard Scholz am Donnerstag in Offenbach bei der Premiere des ersten von VW Nutzfahrzeuge komplett selbst entwickelten Großtransporters seit Jahren. Für den neuen Crafter habe man keine Kompromisse mehr eingehen müssen und deshalb von Beginn an die Kunden in die Entwicklung einbezogen.

Kurz vor der IAA in Hannover hat Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) in Frankfurt den neuen Crafter präsentiert, der erstmals nicht in Kooperation mit Mercedes anstanden ist.

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Die Innovationen, die dabei herausgekommen sind, wirken zunächst wenig spektakulär. Eine Schiebetür, die drei Sekunden schneller schließt als bisher. Eine um zehn Zentimeter niedrigere Einstiegshöhe. Ein Handschuhfach, in das auch ein DIN-A4-Ordner passt. Und natürlich die üblichen Nutzfahrzeug-Superlative: größere Variantenvielfalt, mehr Nutzlast, mehr Stellfläche und 15 Prozent weniger Dieselverbrauch.

„Dies sind für unsere Kunden wichtige Größen“, sagte Scholz. Sie bestellen schließlich keine Familienautos, sondern Fahrzeuge für die Arbeit. Durch die schneller schließende Tür etwa gewinne ein Lieferdienst im Jahr 36 Stunden wertvolle Betriebszeit, hieß es. Und der niedrigere Einstieg bedeute pro Tag sechs Stockwerke weniger für einen durchschnittlichen Zusteller. Da sind sie wieder: die harten Fakten, mit denen sie bei VWN seit jeher die gewerbliche Kundschaft locken wollen, für die sich das Fahrzeug vor allem rechnen muss - und zwar über die komplette Lebenszeit. „Am Ende des Tages geht es um Wirtschaftlichkeit“, meinte Scholz.

Ausschuss prüft Merkels und Gabriels Rollen

Der Untersuchungsausschuss des Bundestages zum Diesel-Skandal will auch die Rollen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Chef Sigmar Gabriel unter die Lupe nehmen. Das Kanzleramt beschäftige sich bereits seit 2010 mit dem Thema Stickoxid, sagte Oliver Krischer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen und Ausschussmitglied. Gabriel könne zudem als ehemaliger Umweltminister aufgefordert werden, dem Ausschuss Rede und Antwort zu stehen. Wann Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geladen werde, sei noch offen – wahrscheinlich erst im Frühjahr. Unklar bleibe noch, inwieweit Vertreter der Industrie befragt werden, etwa der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn. „Das ist auf jeden Fall denkbar“, sagte Krischer. Den Schwerpunkt lege der Ausschuss aber auf die Rolle der Politik und die Frage, warum so lange nichts gegen längst bekannte Verstöße gegen Abgasnormen unternommen worden sei.

Der Crafter, der seit Montag im eigens gebauten Werk im polnischen Wrzesnia in Serie gefertigt wird, soll sie bieten - ganz ohne Schnickschnack und vorerst ohne Elektroantriebe. Dass die Deutsche Post längst an eigenen E-Autos bastelt, dass Daimler angeblich auf der  IAA in Hannover in gut zwei Wochen einen Strom-Sprinter vorstellen will - das alles sind für Scholz zumindest vorerst Projekte aus Wolkenkuckucksheim. „Ich wünsche mir mehr Realismus in der Diskussion um Elektrofahrzeuge“, sagte er am Rande der Veranstaltung. Sie mögen sich für Paketdienste womöglich schon lohnen - und da sei auch der Dialog mit den Kunden nicht abgebrochen. „Aber der Handwerker zeigt uns bei den Kosten doch den Vogel.“

Kampfansage gegen Daimler

So ist der neue Hoffnungsträger Crafter vor allem eines - eine Kampfansage an den ewigen Konkurrenten Daimler. Viele Jahre liefen Sprinter und Crafter in dessen Werken parallel vom Band - bis der frühere VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch die Losung ausgab, in diesem Geschäftsfeld nicht mehr den Wettbewerber reich zu machen. VWN blieben vier Jahre von dieser Ankündigung bis heute. In dieser Zeit wurde der Crafter komplett neu entwickelt. In Polen wurde ein neues Werk auf die grüne Wiese gesetzt, das 800 Millionen Euro gekostet hat und 3000 Menschen Arbeit geben soll. Die Kapazitäten sind ambitioniert ausgelegt. Es soll schon 2018 unter Volllast fahren. Dann würde es 100.000 Fahrzeuge im Jahr bauen - doppelt so viele wie VWN derzeit vom Crafter verkauft.

"Jetzt sind wir mal Jäger"

„Der Markt gibt uns Rückenwind“, sagte Scholz. Seit Längerem sind Großtransporter auf Wachstumskurs, nicht zuletzt wegen des boomenden Online-Handels. Klar sei aber auch, dass man dem Wettbewerb schon „das eine oder andere Auto wegnehmen muss“, räumte der VWN-Chef ein. Dem sieht er offensichtlich selbstbewusst entgegen. „Das, was wir hier gemacht haben, kann kein anderer.“ Hinzu kommt der sportliche Anreiz. Mit Transporter und Caddy befinden sich die Hannoveraner als Marktführer seit jeher in einer Verteidigungsrolle. Beim Crafter sei das nun anders, meinte Scholz. „Jetzt sind wir mal Jäger.“

Erstmals ohne Mercedes

Kurz vor der IAA in Hannover (ab 22. September) hat Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) in Frankfurt den neuen Crafter präsentiert. Der Großtransporter ist eins der ambitioniertesten Projekte des zuletzt von Abgasaffäre und Zuliefererstreit gebeutelten Konzerns. Bislang wurde das Modell beim Konkurrenten Daimler in einer Auftragsfertigung gebaut, Crafter und der Sprinter waren praktisch identisch. Das am Donnerstag vorgestellte Modell hat VWN nun erstmals in Eigenregie in Polen gebaut – eine klare Kampfansage an Mercedes.

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