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VW ruft 8,5 Millionen Autos zurück

Abgas-Skandal VW ruft 8,5 Millionen Autos zurück

Im Skandal um Abgasmanipulationen will Volkswagen in Europa insgesamt 8,5 Millionen Fahrzeuge zurückrufen. Das kündigte das Unternehmen am Donnerstag in Wolfsburg an. Zuvor hatte das Kraftfahrt-Bundesamt für Deutschland einen Rückruf von 2,4 Millionen VW-Dieselfahrzeugen angeordnet.

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Das Kraftfahrtbundesamt hatte VW bereits am Donnerstagvormittag aufgefordert, bis 7. Oktober einen detaillierten Plan vorzulegen, bis wann die Fahrzeuge auch ohne Manipulationssoftware die Abgas-Verordnung einhalten können. Diesen Plan hat die Behörde als nicht ausreichend zurückgewiesen. Am Donnerstag bestätigte ein Sprecher, entsprechende Berichte über die Anordnung des Rückrufs.

Bis Ende Oktober muss Volkswagen der Behörde nun die geplante neue Software für die 2,0-Liter-Modelle vorstellen, bis Ende November die Lösungen für die Fahrzeuge mit 1,6 Litern und 1,2 Litern Hubraum. Betroffen ist vor allem die Kernmarke mit dem VW-Logo, aber auch die VW-Schwestern Audi, Seat, Skoda und einige VW-Nutzfahrzeuge zählen zum Kreis der Marken im Rückruf.

Die betroffenen Autofahrer bekommen demnächst Post, in den Schreiben wird dann das weitere Vorgehen erklärt. Für den genauen Ablauf in den Werkstätten stünden zudem noch Prüfungen der von Volkswagen vorgeschlagenen Nachbesserungspläne an.

VW plant demnach für die von Manipulationen betroffenen Autos mit 2,0 Litern Hubraum reine Software-Lösungen, bei Motoren mit 1,6 Litern Zylindervolumen sei zudem "mit großer Sicherheit" zusätzlich eine Anpassung in der Motortechnik nötig - also ein Eingriff nicht nur über die Programmierung. Diese Lösung für die 1,6-Liter-Motoren sei nicht vor September 2016 zu erwarten, sagte Dobrindt. Was mit den kleineren 1,2-Liter-Motoren geschieht, blieb zunächst vage.

Der Rückruf ist für jeden Halter verpflichtend

Das Flensburger Behörde hält die Software in den betroffenen Diesel-Fahrzeugen des VW-Konzerns für illegal. Die Behörde vertrete die Auffassung, dass es sich um eine "unzulässige Abschalteinrichtung handelt", sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt.

Die Rückrufaktion sei für jeden Halter verpflichtend, sagte Dobrindt (CSU) am Donnerstag in Berlin. Der behördlich angeordnete Weg in die Werkstatt werde sich bis weit ins Jahr 2016 ziehen. Für konkretere Aussagen zum Zeitplan sei es noch zu früh, da viele technische Details der Nachbesserung in den Werkstätten noch zu klären seien. Die betroffenen Autofahrer müssen nicht aktiv werden, sie bekommen demnächst Post. In den Schreiben wird das weitere Vorgehen erklärt.

KBA-Chef weist Vorwürfe zurück

Der neue VW-Konzernchef Matthias Müller hatte zunächst einen Rückruf ab Januar in Aussicht gestellt, der bis zum Jahresende 2016 dauern könnte. Zuvor wollte der Wolfsburger Autobauer "intensive Qualitätstests" vornehmen. Die Abstimmung über die Vorschläge sollte im laufenden vierten Quartal mit dem KBA geschehen. VW hatte mit einer Software die Abgaswerte bei Dieselwagen geschönt.

KBA-Chef Ekhard Zinke hatte Vorwürfe, seine Behörde sei in Teilen mitverantwortlich für den Abgas-Skandal, zurückgewiesen. Sie habe von den Manipulationen bei Millionen Dieselwagen nichts wissen können. Es liefen inzwischen auch Tests anderer Modelle.

VW-Manager treffen sich in Leipzig

VW hatte zugegeben, bei weltweit elf Millionen Diesel-Fahrzeugen eine Manipulations-Software installiert zu haben, damit die Autos die Abgasgrenzwerte einhalten. Mitte September war dies in den USA bekannt geworden.

Die Anordnung dürfte auch Thema bei der Sitzung der Führungskräfte von VW in Leipzig sein. Dort hat der neue Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller für 11 Uhr 400 Top-Manager des Mehr-Marken-Konzerns zusammengerufen, um über den Rückruf und die verschärften Sparziele zu informieren.

dpa/sbü

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