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Deutschland / Welt VW stellt Auto ohne Lenkrad vor
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt VW stellt Auto ohne Lenkrad vor
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11:01 07.03.2017
Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG (VW), präsentiert beim Volkswagen Konzernabend in Genf den VW Concept „Sedric“ für autonomes Fahren.   Quelle: dpa
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Genf

Der 87. Genfer Autosalon steht in diesem Jahr unter dem Eindruck der milliardenschweren Opel-Übernahme durch PSA. An diesem Dienstag beginnt die größte jährliche europäische Automesse mit dem ersten Pressetag. Bis zum 19. März wollen über 60 Aussteller knapp 150 Welt- und Europapremieren vorstellen. Großes Thema unter den 700 000 erwarteten Besuchern dürfte die Neuformierung des europäischen Marktes sein: Mit dem geplanten Opel-Kauf von PSA entsteht der zweitgrößte Autokonzern hinter VW auf dem Kontinent.

Klassische Antriebstechnologien bestimmen nach wie vor das Bild, nur wenige Dutzend der rund 900 ausgestellten Fahrzeuge gelten als energieeffizient. In diesem Jahr dürfte der Komfort im Innenraum mit Unterhaltungstechnologie und Fahrerassistenzsystemen eine größere Rolle spielen. Als Neuheiten kommen unter anderem der neue Opel Insignia sowie der Nachfolger des Volkswagen CC, der Arteon. Außerdem will Ford den neuen Fiesta präsentieren.

Ob Konzept oder für die Straße: Die großen Automobilhersteller stellen in Genf ihre Neuheiten vor.

VW zeigt autonome Studie Sedric

VW arbeitet an einem elektrischen Shuttle, das auf Knopfdruck herbeieilt und seine Insassen autonom ans Ziel führt. Zwar wird es nach Einschätzung des Hersteller aus Wolfsburg noch bis zum Anfang des nächsten Jahrzehnts dauern, bis die Robo-Taxen in großer Stückzahl durch die Metropolregionen surren. Doch um der Idee Gestalt zu geben, hat der Konzern am Vorabend des Genfer Salons die Designstudie Sedric enthüllt.

Sie nutzt den konzerneigenen Standard des Modularen Elektrizitätsbaukasten (MEB) und kombiniert ihn mit Radar-, Laser- und Kamerasensoren, die ihm ein vollständiges Bild seiner Umwelt verschaffen. So ist der nicht einmal vier Meter lange Viersitzer in der Lage, sich selbst durch den Verkehr zu navigieren und kommt deshalb ohne Lenkrad und Pedale aus.

Auf dem Genfer Autosalon stellt VW sein Konzept „Sedric“ vor – ein Auto für autonomes Fahren.

Statt eines Cockpits gibt es hinter den gegenläufig aufschwingenden Portaltüren vier gegenüberliegende Sitze mit ungewöhnlich viel Beinfreiheit auf einem völlig flachen Boden. Der Antrieb mit einer Leistung von rund 100 kW/136 PS erfolgt über die Hinterachse. Den Strom liefert eine Lithium-Ionen-Batterie im Fahrzeugboden, die induktiv geladen wird und für rund 400 Kilometer reichen soll, sagt Konzernforschungschef Ulrich Eichhorn.

Fernbedienung statt Schlüssel

Die Bedienung des Sedric stellt sich VW einfach vor: Anstelle eines Schlüssels gibt es eine Art Fernbedienung mit nur einem Knopf, mit der man ein beliebiges Fahrzeug herbeirufen kann. Wahlweise über eine App auf dem Smartphone oder einen Dialog mit der Sprachsteuerung gibt man danach sein Fahrziel an und lässt sich chauffieren.

Entsprechend simpel sei das Bediensystem von Sedric gestaltet, erläutert VW-Digitalisierungschef Johann Jungwirth. Zwar hat der Wagen einen vor der Frontscheibe einen flächendeckenden Bildschirm mit transparenter OLED-Technik. Doch diene der nur der Unterhaltung und der Information. Um die Fahrt zu starten oder zu stoppen oder mit dem Callcenter zu kommunizieren, genügen drei Knöpfe, die in der Armlehne eingelassen sind.

Anders als bei bisherigen Designstudien prangt diesmal nicht das VW-Logo zwischen den LED-Scheinwerfern, die genau wie die Leuchtflächen an den Flanken auch als Textfeld für die Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern dienen. Sedric sei eine Konzern-Vision, die allen Marken des Unternehmens offenstehe, sagte Eichhorn. Es werde deshalb bei Aufbau und Ausstattung die unterschiedlichsten Varianten geben.

Eingebettet werden diese in der Vision der Entwickler in ein eigenes Mobilitätssystem des VW-Konzerns. So werde man die Fahrzeuge wahlweise wie im Carsharing nutzen oder auch selbst kaufen können, sagte Jungwirth. Um die Kosten, die vermutlich deutlich über einem Golf liegen werden, wieder hereinzuholen, könne man sein Fahrzeug zur Fremdnutzung in den VW-Pool einstellen, so der Entwickler. „Im besten Fall macht sich Sedric damit von selbst bezahlt.“

Von bojic

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