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4000 Jobs stehen auf der Kippe

Volkswagen 4000 Jobs stehen auf der Kippe

Es gehe nicht an die Substanz der Stammbelegschaft - das war bisher das klare Versprechen des VW-Managements in der Debatte um mögliche Job-Folgen des Abgas-Skandals. Intern wird nun deutlich: Zumindest in der Verwaltung stehen Tausende Haustarif-Stellen auf der Kippe.

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VW will jede zehnte Stelle in der Verwaltung abbauen.

Quelle: dpa

Wolfsburg. Volkswagen will im Zuge seines verschärften Sparkurses Arbeitsplätze streichen. Nach HAZ-Informationen sollen in diesem und im kommenden Jahr jeweils fünf Prozent der tariflichen Stellen in der Verwaltung abgebaut werden. Das könnte bis zu 4000 Arbeitsplätze kosten – vor allem in Niedersachsen, wo die Zentralen des Konzerns und der Marken VW Pkw und VW Nutzfahrzeuge (VWN) liegen. Allein VWN in Hannover kommt auf gut 3000 Beschäftigte außerhalb der gewerblichen Bereiche.

Konkrete Abbauziele wollte der Konzern am Donnerstag nicht bestätigen. Das Effizienzprogramm betreffe alle Bereiche, sagte ein Sprecher lediglich, „und damit auch die Personalkosten“. Diese ließen sich etwa „durch zurückhaltende Einstellungen und Wiederbesetzung freier Stellen“, den Abbau bei Leiharbeitern oder eine stärkere Nutzung der Altersteilzeit reduzieren. Entlassungen sind bei Volkswagen durch den sogenannten Zukunfts-Tarifvertrag seit 2006 ausgeschlossen. Den hätte der Konzern Ende vergangenen Jahres kündigen können, was jedoch ausblieb. „Wir sind froh, dass wir damals diesen Tarifvertrag abgeschlossen haben“, sagte der niedersächsische IG-Metall-Chef Hartmut Meine.

Zu den Tarifbeschäftigten bei Volkswagen zählen derzeit rund 120 000 Mitarbeiter – zum weit überwiegenden Teil sind sie an sechs niedersächsischen Standorten beschäftigt. Rund ein Drittel von ihnen, also gut 40 000 Menschen, werden der Verwaltung zugeordnet.

Ende April verhandeln Konzern und Gewerkschaft über den neuen Tarifvertrag. Dabei soll auch eine neue Vereinbarung über die Altersteilzeit geschlossen werden. Die aktuelle Regelung läuft aus. Sie sieht keine Obergrenze vor. Unternehmen und Betriebsrat verhandeln über die Zahl derjenigen, die in Altersteilzeit gehen können, jedes Jahr neu. In Arbeitnehmerkreisen wird damit gerechnet, dass der Abbau größtenteils auf diesem Weg geregelt werden kann.
Die Streichungen würden in erster Linie die Marke VW Pkw treffen. Dem vergleichsweise renditeschwachen Kerngeschäft hatte schon der frühere Konzernchef Martin Winterkorn ein Effizienzprogramm im Umfang von fünf Milliarden Euro verordnet. Gleichzeitig trifft die Marke der Skandal um manipulierte Abgaswerte besonders hart. Markenchef Herbert Diess will VW nicht nur produktiver machen, sondern auch stärker auf Zukunftsthemen der Branche wie Digitalisierung, autonomes und elektrisches Fahren ausrichten. Betriebsratschef Bernd Osterloh wirft dem früheren BMW-Manager vor, die Belegschaft beim Umbau nicht ausreichend mitzunehmen. Auch kritisieren die Arbeitnehmervertreter die pauschalen Zielzahlen bei den Einsparungen. Man könne „nicht einfach mit dem Rasenmäher Stellen abbauen“, sagte ein Betriebsrat.

Ein Zehntel mehr Transporter aus Hannover

Die hannoversche Marke VW Nutzfahrzeuge (VWN) profitiert von der Erholung des europäischen Heimatmarktes. Wie VWN am Donnerstag mitteilte, hat sie in den ersten beiden Monaten 2016 mit 67 000 Fahrzeugen 6,7 Prozent mehr verkauft als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Allein in Deutschland verkaufte die Marke ein Sechstel mehr Autos, im Rest von Westeuropa immerhin ein Achtel mehr.

„Wir sind wirklich überzeugend ins neue Jahr gestartet“, sagte Vertriebschef Bram Schot. Selbst in den Krisenmärkten Südamerikas scheint inzwischen das Tal erreicht. Erstmals seit Monaten legten die Auslieferungen in Brasilien und Argentinien wieder leicht zu. VWN profitiert zunehmend von den Modellwechseln beim in Hannover gefertigten Transporter (plus 10,6 Prozent) und beim Caddy (plus 8,7 Prozent). In diesem Jahr wird noch der Pick-up Amarok aufgefrischt, im Herbst folgt der komplett neu entwickelte Großtransporter Crafter. lr

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