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VW verspricht problemlose Umrüstung

Diesel-Modelle VW verspricht problemlose Umrüstung

Der Rückruf der vom VW-Abgas-Skandal betroffenen Fahrzeuge wird in Europa sowohl für Kunden und Konzern problemloser ablaufen als zunächst angenommen. Die Umrüstung in der Werkstatt dürfte bei den 1,2- und 2,0-Liter-Maschinen des Typs EA 189 lediglich eine halbe Stunde in Anspruch nehmen, sagte ein Sprecher in Wolfsburg.

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Handlicher Problemlöser: Dieser Strömungsgleichrichter soll die Abgaswerte bei  1,6-Liter-Dieselmotoren der Typreihe EA 189 verbessern.

Quelle: dpa

Hannover. Das Kraftfahrt-Bundesamt habe die technischen Lösungen für die 1,6-Liter- und 2,0-Liter-TDI-Motoren mit Manipulationssoftware inzwischen freigegeben, teilte Volkswagen am Mittwoch mit. Für das 1,2-Liter-Modell dürfte das noch diese Woche erfolgen. Im Wesentlichen wird eine Aktualisierung der Motor-Software genügen, um den Schadstoffausstoß von 8,5 Millionen Fahrzeugen unter die zulässigen Grenzwerte zu drücken.

Die Umrüstung in der Werkstatt dürfte bei den 1,2- und 2,0-Liter-Maschinen des Typs EA 189 lediglich eine halbe Stunde in Anspruch nehmen, sagte ein Sprecher in Wolfsburg. Beim 1,6-Liter-Motor muss zusätzlich ein Bauteil montiert werden. Hier soll die Maßnahme eine Stunde dauern. Allen betroffenen Kunden soll, falls erforderlich, gratis „eine angemessene Ersatzmobilität“ zur Verfügung gestellt werden, wenn ihr Wagen in der Werkstatt ist. Der Rückruf soll sich über das komplette Jahr 2016 ziehen. Ziel bleibe, dass die Motor- und Fahrleistungen sowie der Verbrauch der Fahrzeuge nicht beeinträchtigt werden, sagte der Sprecher. Ob das wirklich klappt, könne derzeit aber „noch nicht final bestätigt werden“.

Damit dürfte der Rückruf für den Konzern in Europa, wo 8,5 Millionen der insgesamt elf Millionen betroffenen Fahrzeuge unterwegs sind, wesentlich günstiger ausfallen als ursprünglich von VW befürchtet. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer rechnet mit Kosten von rund 500 Millionen Euro. „Die letzten Tage haben einen Befreiungsschlag für den VW-Konzern gebracht“, sagte Dudenhöffer der HAZ. So sehen es offensichtlich auch die Börsen: VW-Aktien legten gestern kräftig zu, den neunten Tag in Folge.

„Wir wollen und werden den Kunden überzeugende Lösungen sowie eine möglichst schnelle Umsetzung bieten“, sagte VW-Chef Matthias Müller am Mittwoch in Hannover, wo er bei einem Kongress vor 100 VW-Händlern aus 20 Ländern im Kundencenter des Stöckener Werks sprach. Den Händlern kommt in den kommenden Monaten eine Schlüsselrolle bei der Rückrufaktion zu. Schließlich werden die Fahrzeuge in ihren Werkstätten auf Vordermann gebracht.

Die Branche bereitet sich bereits logistisch und personell auf den größten Rückruf der VW-Geschichte vor. Geplant sind etwa eigene Werkstattplätze und Nachtschichten. VW werde „alles daran setzen“, die Händler dabei bestmöglich zu unterstützen, sagte Müller. Matti Pörhö, Präsident des europäischen Händlerverbands, gab sich „fest davon überzeugt, dass wir die Situation gemeinsam meistern werden“.

VW hatte Mitte September einräumen müssen, bei elf Millionen Diesel-Fahrzeugen weltweit den Stickoxid-Ausstoß mittels Software manipuliert zu haben. Continental-Chef Elmar Degenhart rechnet damit, dass der Skandal Auswirkungen auf die Vermarktung der Diesel-Technologie insgesamt haben wird. In Nordamerika, China und Japan sei ihr Ansehen stark beschädigt, sagte er der HAZ. „Man muss befürchten, dass Dieselmotoren mittelfristig aus diesen Märkten verschwinden.“ In Europa rechnet er dagegen lediglich mit einer „Delle“.

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