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Deutschland / Welt VW: Austausch zwischen Autobauern „üblich“
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt VW: Austausch zwischen Autobauern „üblich“
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22:44 26.07.2017
Volkswagen verteidigt absprachen.  Quelle: dpa
Wolfsburg

Im Zusammenhang mit Kartellvorwürfen gegen die deutschen Autobauer hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) Mittwochabend den Vorstand von Volkswagen kritisiert. Im Anschluss an eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung sagte Weil, der für das Land im Kontrollgremium sitzt, im ZDF, der Aufsichtsrat sei nicht hinlänglich über die Vorgänge informiert worden. Mehrere Kontrolleure hatten zuvor angegeben, von den Vorwürfen aus den Medien erfahren zu haben.

VW schweigt weiter. Austausch zwischen den Konzernen zu technischen Fragen sei „weltweit üblich“, teilte das Unternehmen gestern Abend lediglich mit. Die EU-Kommission prüft, ob sich VW, BMW, Daimler, Audi und Porsche in verschiedenen Fragen abgesprochen haben. Auch beim „Diesel-Gipfel“ in der kommenden Woche in Berlin dürfte der Kartellverdacht ein Thema sein.

Im Aufsichtsrat dürfte es gestern laut geworden sein: „Die Information gegenüber dem Aufsichtsrat ist offen diskutiert worden“, erklärte Weil. Im „Heute Journal“ sagte er, die Automobilindustrie mache derzeit einen Lernprozess durch, was die Einhaltung von Regeln angehe. „Am Ende dürfen die Autofahrer nicht die Dummen sein.“

CDU-Landeschef Bernd Alt­husmann plädierte gestern dafür, VW-Vorstände persönlich für eventuelle Schadensersatzforderungen haften zu lassen. Diese müssten, falls die Vorwürfe stimmen, „abgelöst und in Regress genommen werden".

Karl Doeleke