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Deutschland / Welt Evian-Wasser kostet plötzlich 50 Prozent mehr
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Evian-Wasser kostet plötzlich 50 Prozent mehr
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00:16 09.06.2016
Wo die Quellen sprudeln: Wasserspiele am Hafen von Evian. Quelle: dpa
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Hannover

In Hollywood und anderen prominenten Gegenden gilt die Evian-Wasserflasche längst als Trend-Accessoire. Stars, die von einem VIP-Termin zum nächsten eilen, stürzen unterwegs gern mal öffentlich ein paar Schlucke des französischen Wässerchens hinunter – dadurch gilt das Erzeugnis aus den französischen Alpen als irgendwie luxuriös.

In Deutschland hingegen fristete das leicht süßliche Wasser des Danone-Konzerns bislang ein eher unspektakuläres Dasein in den Supermarkt-Regalen. Mit einem Marketing-Trick wollen die Konzern-Strategen jetzt vom Mittelmaß zum Luxus aufsteigen: Der Preis für das alpine Nass wurde mal eben um 50 Prozent erhöht.

Danone reagiert angeblich auf Verbraucherwünsche

Die Verbraucherzentrale Hamburg spricht von der "Mogelpackung des Monats". 1,09 Euro kostet die neue 1,25-Liter-Flasche, zuvor kosteten 1,5 Liter 89 Cent. Danone selbst argumentiert mit "höheren Herstellungskosten" für die neue, hochwertigere Flaschenform, die man "Verbraucherwünschen entsprechend" auf den Markt gebracht habe.

Von Haut-Creme über Ketchup bis zum Latte macchiato: Verärgerte Verbraucher haben über die "Mogelpackung des Jahres" abgestimmt. Wer nominiert war - und warum - lesen Sie hier.

Der Trend zu exklusivem Mineralwasser treibt die Branche seit Jahren um. Derzeitiger Spitzenreiter dürfte das kanadische Gize-Wasser sein. Mehr als 500 Jahre, so heißt es in der blumigen Beschreibung des Herstellers, habe dieses Gletscherwasser in goldgeädertem Gestein geruht.

Ökologisch fragwürdige Praxis

Das hat natürlich seinen Preis: Einen Liter stilles Wasser bekommt der Gourmet für satte 24,50 Euro, wer die Variante mit leichtem Fruchtaroma bevorzugt, zahlt 27 Euro. Ökologisch betrachtet ist die Idee, simples Wasser um den halben Globus zu transportieren, fragwürdig. Gize ist aber kein Einzelfall, auch aus Hawaii, Südafrika und anderen von hier aus gesehen entlegenen Gegenden werden vermeintlich einzigartige Wassersorten nach Deutschland importiert.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft und ihre Entourage hat es vor diesem Hintergrund gut getroffen: Das Mannschaftsquartier steht unweit der Evian-Quelle im gleichnamigen Ort am Genfer See. Schweini & Co. könnten also wie andere Touristen auch mit einer leeren Flasche zur Zapfstelle gehen und sie befüllen. Übrigens vollkommen kostenlos – aber der Luxus-Faktor tendiert irgendwie gegen null.

Von Stefanie Gollasch/RND

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