Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 19 ° Regenschauer

Navigation:
Digitalisierung bedrohe ganze Berufsfelder

Verdi-Chef Bsirske Digitalisierung bedrohe ganze Berufsfelder

Ganze Berufsfelder sieht Verdi von der Digitalisierung bedroht. Politik, Arbeitgeber und Gewerkschaften dürften nicht einfach zusehen - sie müssten sich massiv um Ersatzarbeitsplätze bemühen.

Voriger Artikel
Skeptische Prognosen für 2015
Nächster Artikel
Verkauf im Container

Der Gewerkschaftschef warnte vor digitaler Arbeitslosigkeit.

Quelle: dpa

Berlin. Die Digitalisierung der Arbeitswelt birgt nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi Chancen, aber auch Gefahren. Darauf müsse die Bundesregierung angemessen reagieren, sagte der Vorsitzende Frank Bsirske der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Wir wollen die großen Herausforderungen für die Arbeitswelt im digitalen Zeitalter 2015 zu einem Schwerpunkt machen“, kündigte er an.

„Es gibt große Chancen und große Risiken“, so Bsirske. Bei der Bundesregierung sei ein Bewusstsein für diese Ambivalenz da. Verdi sei - begleitet durch das Bundeswirtschaftsministerium - dabei, die Digitalisierung zum Thema von Branchendialogen mit den Sozialpartnern zu machen.

Der Gewerkschaftschef warnte vor digitaler Arbeitslosigkeit. „Ganze Berufsfelder sind von der Digitalisierung bedroht“, meinte er. „Die Frage ist, inwieweit auf die Automatisierung der Muskelkraft eine Automatisierung des Denkens folgt.“ Große Sparpotenziale bei den Arbeitsplätzen drohten. Eine Automatisierungsdividende entstehe.

Diese müsse in neue Arbeitsplätze investiert werden - etwa im Erziehungs- oder Gesundheitsbereich. Verwegen wäre es laut dem Verdi-Chef, sich darauf zu verlassen, dass sich genug Ersatzarbeitsplätze von selbst entwickelten. „Das müssen Politik, Arbeitgeber und Gewerkschaften unterstützen und fördern.“

Vergleichbarkeit setze Arbeitnehmer unter Druck

Die Arbeitgeber könnten Arbeitnehmer im digitalen Zeitalter zudem viel stärker kontrollieren, sagte Bsirske. So könne etwa der Versandhändler Amazon erkennen, wann seine Lagerarbeiter während ihrer Schicht stehen blieben. „Und wenn man über den Laptop arbeitet, sind die Arbeitsergebnisse absolut vergleichbar.“

Diese Vergleichbarkeit setze Arbeitnehmer unter Druck. Auch könne man im Prinzip jederzeit von überall arbeiten. „Arbeitnehmer können so Autonomie gewinnen, aber gleichzeitig wird der Druck auch größer.“

Als konkreten Schritt forderte Bsirske eine Festschreibung des Rechts auf Nichterreichbarkeit. Es sollte auch darum gehen, die massiv zugenommenen psychischen Erkrankungen wegen Arbeitsbelastungen ernster zu nehmen: „In Schule, Aus- und Weiterbildung muss die Fähigkeit, Grenzen setzen zu können, vermittelt werden.“ Die Arbeitnehmer müssten ihre Bereitschaft zur Entgrenzung der eigenen Leistung auch stärker selbst reflektieren.

Beim Crowdsourcing sei musterhaft die Gefahr einer digitalen Prekarisierung zu sehen. Hierbei erledigen Menschen zu Hause Arbeiten im Internet für Firmen. „Solo-Selbstständige“ konkurrierten weltweit um Aufträge und böten Lösungen an - aber nur die attraktivsten würden honoriert. Bsirske warnte: „Für Rente und Auftragslosigkeit können die Betroffenen oft überhaupt keine Vorsorge treffen.“

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Deutschland / Welt

Nach dem großen VW-Abgasskandal sind etwa 2,4 Millionen Kunden bundesweit von der gigantischen Rückrufaktion betroffen. Einer von ihnen ist HAZ-Redakteur Enno Janssen. In einer Serie berichtet er, wie es nun für ihn und die anderen Kunden wirklich weitergeht. mehr

Der Abgasskandal erschüttert den Volkswagen-Konzern. Lesen Sie hier alle Berichte und Hintergründe zur Diesel-Affäre. mehr

Aktienkurse regionaler Unternehmen

CEWE STIFT.KGAA... 69,47 +1,83%
CONTINENTAL 184,10 +1,00%
DELTICOM 14,67 -1,60%
HANNO. RÜCK 91,39 +0,80%
SALZGITTER 27,04 +1,06%
SARTORIUS AG... 70,91 +3,10%
SYMRISE 64,00 +0,32%
TALANX AG NA... 26,96 +0,27%
TUI 10,89 -0,65%
VOLKSWAGEN VZ 122,30 +1,57%
DAX
Chart
DAX 10.204,00 +0,56%
TecDAX 1.682,00 +0,42%
EUR/USD 1,0976 +0,02%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

THYSSENKRUPP 19,87 +2,32%
INFINEON 14,40 +1,85%
DT. POST 26,21 +1,72%
MERCK 97,03 -0,11%
LUFTHANSA 10,28 -0,11%
DT. TELEKOM 15,30 -0,05%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
AXA IM Fixed Incom RF 207,66%
Stabilitas PACIFIC AF 162,53%
Bakersteel Global AF 150,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 117,49%
Crocodile Capital MF 115,75%

mehr