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Nach Einigung: Kurzarbeit bei VW vom Tisch

Zuliefererstreit Nach Einigung: Kurzarbeit bei VW vom Tisch

Einigung nach 19 Stunden Verhandlungsmarathon: Im Streit um zurückgehaltene Teile haben Volkswagen und die beiden Zulieferer der Prevent-Gruppe nach HAZ-Informationen am Morgen eine Lösung gefunden. Die beiden Unternehmen verständigten sich auf ein umfassendes Vertragswerk, über dessen Details Stillschweigen vereinbart wurde.

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Haben sich geeinigt: VW und die Zulieferer der Prevent-Gruppe haben ihren Streit beigelegt.

Quelle: dpa/Montage
  • VW und die beiden Zulieferer haben sich nach langen Verhandlungen geeinigt.
  • Car Trim und ES Automobilguss sollen die Lieferungen von Sitzbezügen und Gussteilen schnell wieder aufnehmen.
  • Kurzarbeit im Werk in Wolfsburg dürfte damit vom Tisch sein.
  • In Kassel wird die Getriebeproduktion wieder hochgefahren

Wolfsburg. Nach HAZ-Informationen sieht der neue Vertrag unter anderem einen Ausgleich für Vorleistungen vor, die die Zulieferer erbracht hatten, bevor ihnen VW einen Entwicklungsauftrag entzog. Gleichzeitig soll man sich auf eine längerfristige Partnerschaft verständigt haben.

Ein Streit mit den beiden Zulieferern ES Automobilguss hat Teile des Automobilkonzerns lahm gelegt. Eine Chronik der Ereignisse.

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Die beiden zur bosnisch-deutschen Prevent-Gruppe gehörigen Zulieferer Car Trim und ES Automobilguss sollen die Lieferung von Sitzbezügen und Gussteilen „kurzfristig“ wieder aufnehmen, wie VW am Morgen mitteilte. Nach HAZ-Informationen sind die Geschäftsführer der Prevent-Töchter bereits wieder auf dem Rückweg in ihre Standorte nach Sachsen, um für eine schnelle Umsetzung der Vereinbarung zu sorgen. Die VW-Standorte, die von dem Lieferstreik betroffen waren, bereiteten nun schrittweise die Wiederaufnahme der Produktion vor, hieß es bei VW. Das Thema Kurzarbeit dürfte sich für die Werke in Emden, Wolfsburg, Kassel und Zwickau somit rasch wieder erledigen. Zum genauen Zeitplan äußerte sich VW aber zunächst nicht. Aufgrund fehlender Teile hatte VW an sechs Standorten die Produktion stoppen müssen, 28.000 Mitarbeiter sind betroffen.

Weil: "Freue mich für die Beschäftigten"

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil begrüßte die Einigung, die erst nach einer Nachtsitzung zustande gekommen war. „Ich freue mich vor allem für die Beschäftigten, die nun rasch wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren können“, sagte er. Sie seien in den letzten Tagen Opfer eines Konfliktes geworden, der ohne Not auf ihrem Rücken ausgetragen worden sei. Er kritisierte aber auch die Prevent-Gruppe, was wiederum den ehemaligen Wirtschaftsminister Jörg Bode auf den Plan rief.

19 Stunden Verhandlungen

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Bereits am Morgen hatte aus Verhandlungskreisen verlautet, dass die Gespräche "auf einem guten Weg seien". Zwischen Volkswagen und den beiden wichtigen Teilezulieferern tobte tagelang ein Streit um die Kündigung von Aufträgen. Die Hintergründe waren unklar. Wegen eines Lieferstopps standen bei dem Autobauer viele Bänder still: Der Konzern wartete auf Getriebeteile und Sitzbezüge von den Zulieferern ES Automobilguss und Car Trim, die zur Unternehmensgruppe Prevent gehören.

Am Sonnabend hatte der  Konzern im Wolfsburger Stammwerk damit begonnen, die Golf-Fertigung herunterzufahren. Ab Montag fielen Schichten in der Produktion aus – betroffen waren etwa Montage, Karosseriebau, Lackiererei, Presswerk und Qualitätssicherung. Mitarbeiter sollten dafür zunächst Überstunden abbummeln, aber auch Kurzarbeit war angedacht – so wie es sie seit Tagen im Werk in Emden gibt.

Kassel fährt Getriebe-Produktion wieder hoch

Nach der Einigung fährt das VW-Werk Kassel-Baunatal seine Getriebeproduktion wieder hoch. Am Donnerstag werde die volle Kapazität wieder erreicht, berichtete am Dienstag ein Sprecher des einzigen VW-Werks in Hessen. Bereits geplante Arbeitsunterbrechungen von Donnerstag bis einschließlich Montag wurden wieder aufgehoben. Die ebenfalls von dem zwischenzeitlichen Lieferstopp betroffene Produktion von Abgasanlagen soll erst am Montag wieder mit ganzer Kraft fahren. So solle verhindert werden, dass in den Montagewerken zu viele Teile angeliefert werden. "Wir müssen die Linien wieder sauber befüllen", sagte der VW-Sprecher. Seit der vergangenen Woche waren wegen fehlender Gussteile immer wieder einzelne Schichten abgesagt worden. Davon seien rund 1500 Mitarbeiter in unterschiedlicher Intensität betroffen gewesen, erläuterte der Werksprecher. Angaben zum wirtschaftlichen Schaden könne er nicht machen.

Darum ging es in dem Streit

VW lag im rechtlichen Clinch mit zwei Zulieferern: Getriebeteilespezialist ES Automobilguss und die Car Trim, ein Experte für Sitzbezüge. Beide gehören zur Prevent-Gruppe. Die Hintergründe des Streits liegen weiter im Dunkeln, es soll sich aber um die Absage eines Zukunftsprojektes mit Car Trim gehandelt haben.

Fragen und Antworten: Darum ging es in dem Zuliefererstreit

Worum ging es bei dem Streit? Wie konnte der Konflikt gelöst werden? Und wie geht es nun weiter? Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema finden Sie hier.

Mit dem Gerichtsvollzieher gedroht

Volkswagen hatte neben der Verhandlungslösung auch immer betont, notfalls auf gerichtlichem Wege eine Herausgabe der Teile zu verlangen. Das Landgericht Braunschweig hatte einstweilige Verfügungen erlassen, welche die Lieferanten zur Wiederaufnahme der Belieferung verpflichten. VW könnte aber frühestens Ende dieser Woche seine Ansprüche per Gerichtsvollzieher durchsetzen und die Teile holen lassen. Das dürfte nun nicht mehr notwendig sein.

lr (mit dpa)

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Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, Karl Schwiewerling, hat scharf kritisiert, dass Volkswagen im Streit mit zwei Zulieferern für tausende Beschäftigte Kurzarbeitergeld beantragt hat. Kurzarbeit sei "keine Streikkasse für Unternehmen, die sich im Wirtschaftskampf befinden", sagte er.

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