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Verseuchtes Gelände: Lorenz Snack World klagt

Bund beschuldigt Verseuchtes Gelände: Lorenz Snack World klagt

Eine ehemalige Tochtergesellschaft des Keksherstellers Bahlsen hat die Bundesrepublik wegen des Verkaufs eines kontaminierten Grundstücks bei Uetze auf Schadensersatz in Millionenhöhe verklagt. Das teilte ein Sprecher des Bonner Landgerichtes mit, wo die Klage eingereicht wurde.

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Um dieses Grundstück geht es: Das Waldlager bei Uetze.

Quelle: Schiller/Archiv

Der früher zum Konzern gehörende Chips-Hersteller Lorenz Snack World Holding hatte 1990 vom Bund ein 126.000 Quadratmeter großes Grundstück nordöstlich von Burgdorf gekauft, das Waldlager Hänigsen. Das Gelände war von der Wehrmacht ab 1936 als Munitionslager sowie zur Produktion von Kampfstoffen genutzt worden.

Was der Chipshersteller nach Angaben des Gerichtes aber erst nach dem Kauf durch ein Gutachten 1994 erfuhr: Das Grundstück soll mit einer großen Mengen Arsen-Kampfstoff und Schwermetallen verseucht sein, da nach Kriegsende die Munition durch die Britische Armee nur teilweise abtransportiert oder vor Ort oberflächennah vergraben worden sei.

Der Bund, vertreten durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben mit Sitz in Bonn, hat die Kontamination bislang bestritten. Er behauptet, dass nie Kampfmittel in Hänigsen gelagert wurden.

Allerdings kam ein weiteres Gutachten 2014 zu dem Ergebnis, dass das Risiko dort unkalkulierbar sei, weil nicht klar sei, was an gefährlichen Stoffen im Erdreich lagere. Das Grundstück sei weder nutzbar noch verkaufbar, eine vollständige Sanierung werde mindestens 880.000 Euro kosten.

Diese Summe für die Entsorgung der Schadstoffe sowie die Kosten für Absperrung und Bewachung des kontaminierten Geländes in Höhe von weiteren 180.000 Euro fordert Lorenz Snack World nun vom Bund. In einem ersten Gütetermin kam es zu keiner Einigung. Wann mit einer endgültigen Entscheidung zu rechnen ist, ist nicht absehbar. (AZ: LG Bonn 1 O 386/16).

lni

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