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Versicherung wird für Privatpatienten teurer

Beitragserhöhung Versicherung wird für Privatpatienten teurer

In der privaten Krankenversicherung (PKV) droht zum Jahreswechsel eine kräftige Beitragserhöhung. Der Branchenverband in Berlin wollte zwar keine Zahlen nennen, bestätigte aber, dass es 2017 aufgrund verschiedener Faktoren zu einer ungewöhnlichen Beitragserhöhung in vielen Tarifen kommen könne.

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Die Krankenversicherung wird 2017 für Privatpatienten deutlich teurer.

Quelle: dpa

Berlin/Hannover. Als Hauptgrund gilt die Niedrigzinsphase, die sich zunehmend bei Einnahmen der Versicherer aus ihren Kapitalanlagen bemerkbar macht. Medienberichten zufolge müssen 6  Millionen der insgesamt 8,8 Millionen privat Krankenversicherten mit einer Anhebung von durchschnittlich 11 Prozent rechnen. In Einzelfällen seien sogar Beitragsanhebungen von 25 Prozent zu erwarten. Zusatzkosten in Höhe von 50  Euro im Monat und mehr seien möglich, heißt es in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ unter Berufung auf informierte Kreise. Die Benachrichtigung der Kasse über die Beitragssteigerungen würden die meisten Versicherten Anfang November erhalten.

PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach verwies auf die extrem niedrigen Zinsen. „Was am Kapitalmarkt nicht zu erwirtschaften ist, muss – so ist es gesetzlich vorgeschrieben – durch eine Erhöhung der Vorsorge ausgeglichen werden.“ Davon seien Privatversicherte ebenso betroffen wie andere Sparer. „Ohne die Auswirkungen der Niedrigzinsen wäre die PKV-Beitragsentwicklung auch in diesem Jahr unauffällig.“ Schon seit vielen Jahren steigen nach Angaben des Verbands die Ausgaben bei den Privatversicherern eher schwächer als bei den gesetzlichen Krankenkassen.

Auch in der gesetzlichen Krankenversicherung werden die Beiträge 2017 steigen. Durch die Kombination von höherer Beitragsbemessungsgrenze und höherem Zusatzbeitrag, den der Arbeitnehmer allein zu zahlen hat, klettert der monatliche Höchstbeitrag bei den Krankenkassen um 30 Euro auf rund 700 Euro. Dazu kommt aber bei den Krankenkassen ebenso wie bei den Privatversicherern noch die Pflegeversicherung.

Hannoversche Privatversicherer zeigten sich gestern eher entspannt – allerdings haben sie nur einen sehr kleinen Marktanteil. Während die Mecklenburgische am Donnerstag noch keine Aussagen zu den künftigen Prämien machen konnte, hieß es bei der Concordia: „In der Vollversicherung ist keine Beitragserhöhung geplant.“ Eine „sehr moderate Anpassung“ sei bei den Beamtentarifen zu erwarten, bei den Zusatzversicherungen könne es zu vereinzelten Anhebungen kommen. Entwarnung kam auch von den beiden Krankenversicherern der Versicherungsgruppe Hannover (VGH). Es werde Anpassungen geben, die im Schnitt aber nur 2 bis 3 Prozent ausmachen dürften, erklärte Manfred Schnieders, Chef der Provinzial Kranken sowie der Alten Oldenburger.

Teure Pflege

Wenn auch nicht alle privat Krankenversicherten mit starken Beitragserhöhungen rechnen müssen, so sieht dies bei der obligatorischen Pflegeversicherung anders aus. Hier dürfte es im gesamten Markt zu kräftigen Anhebungen im zweistelligen Prozentbereich kommen, wie gestern zu erfahren war.

Der Hauptgrund dafür ist das Pflegestärkungsgesetz, das 2017 in Kraft tritt und zu Mehrausgaben führen wird. Bei den gesetzlichen Pflegekassen stehen die einzelnen Anhebungen schon fest, die Beitragserhöhung wird hier bei rund 8 Prozent liegen.

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