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Versorger führen Flatrates für Strom ein

Pauschalpreis Versorger führen Flatrates für Strom ein

Für Telefon- und Internetanschlüsse sind Flatrates bereits der Standard – jetzt bieten erstmals große Energieversorger einen Pauschalpreis für Stromlieferungen an. Verbraucherschützer sehen die Entwicklung skeptisch.

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Gelassenheit beim Energieverbrauch: Pauschalpreise, für Telefon- und Internetanschlüsse längst selbstverständlich, sollen jetzt Stromkunden binden.

Quelle: dpa

Hannover. Nach der RWE-Tochter Innogy führt auch der Oldenburger Energieversorger EWE einen Tarif ein, bei dem private Haushalte ein Jahr lang monatlich einen festen Betrag zahlen und dafür so viel Ökostrom beziehen, wie sie benötigen.  „Wir möchten, dass unsere Kunden mit der gleichen Gelassenheit auf ihre Stromkosten blicken, wie sie es von ihrem Handy­vertrag oder Internetanschluss bei uns gewohnt sind“, erklärte EWE-Vorstandsmitglied Michael Heidkamp am Freitag.

Zunächst ist das neue Angebot auf die Stadt Aurich begrenzt. Die 40 000 Einwohner können bei der EWE-Strom-Flatrate zwischen drei Varianten wählen: Bei einem Verbrauch von bis zu 2000 Kilowattstunden (Single) im Jahrkostet das Angebot 45 Euro monatlich, bei bis zu 3500 Kilowattstunden (vierköpfige Familie) 75 Euro und bis 5000 Kilowattstunden 110 Euro. Die Basis für die Eingruppierung in die Tarife sei der Verbrauch des Vorjahres, sagte ein Unternehmenssprecher. Wer innerhalb der Vertragslaufzeit mehr Strom verbrauche als erwartet, müsse nichts nachzahlen. Nach einem Jahr werde der Kunde dann neu eingestuft.

In den vergangenen Monaten hatten bereits kleinere Energiefirmen Offerten für Flatrates aufgelegt – sie richten sich meist an Hausbesitzer mit eigener Solaranlage und Stromspeicher. Für den darüber hinausgehenden Bedarf können die Anlagenbetreiber für eine monatliche Pauschale Kilowattstunden-Kontingente beziehen.

Mit seiner Flatrate macht sich EWE auch selbst Konkurrenz. Die neuen Angebote unterbieten die eigenen aktuell in Aurich angebotenen Tarife um bis zu 10 Euro monatlich. Man habe sich aber zum Ziel gesetzt, dass sich das Geschäft rechne, sagte der EWE-Sprecher: „Das gilt nicht für jeden einzelnen Kunden, aber im Verbund für die jeweilige Tarifklasse.“ Der Konzern möchte in der Stadt jeden fünften seiner Kunden für die Flatrate gewinnen. Ziel sei es, das Angebot auf weitere EWE-Gebiete
auszudehnen, sagte Vorstand Heidkamp.

Marktbeobachter sehen die Flatrate-Angebote im Strommarkt kritisch. „Ich sehe das eher als Marketinggag“, sagte der Energieexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Udo Sieverding. Beim Blick auf die Tarife der RWE-Tochter Innogy habe er kein Schnäppchen erkennen können: „Preislich ist das zum Teil sogar teurer als die Grundversorgung und weit von einem Tarif für Sparfüchse entfernt.“

Auch die Flatrate von EWE kann nicht mit den Billigheimern der Branche mithalten. Wer in Preisportalen im Internet für das Stadtgebiet Aurich nach günstigeren Angeboten sucht, wird schnell fündig. Inklusive aller Boni und Rabatte ist dort selbst Ökostrom im ersten Bezugsjahr deutlich günstiger zu bekommen als bei EWE.

Die Stadtwerke Hannover halten sich in puncto Flatrate noch zurück. „In dieser Form kommt das für uns nicht infrage“, sagte Vorstandschefin Susanna Zapreva. Bei einem Pauschalpreis gebe es für die Verbraucher keinen Anreiz für den sparsamen Umgang mit Strom. Enercity bereite stattdessen ein Angebot für ein bestimmtes Kundensegment vor, in dem zwar auch eine Flatrate enthalten sei – der Fokus liege aber auf der Energieeffizienz.

Von Jens Heitmann

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