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Verspätungen bei der Deutschen Bahn nehmen zu

3.787.237 Minuten Verspätungen bei der Deutschen Bahn nehmen zu

Bei der Deutschen Bahn haben die Zugverspätungen über die Jahre drastisch zugenommen. Offiziellen Zählungen zufolge gab es im vergangenen Jahr 3.787.237 Minuten Verspätungen im Fernverkehr – Rekordniveau seit Einführung der Statistik im Jahr 2004.

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Zu Bundesbahn-Zeiten ist keine offizielle Verspätungstatistik geführt worden. Die neuen Zahlen finden sich in der Antwort der Bundesregierung auf eine Große Anfrage der Linksfraktion, die der HAZ vorliegt.

Quelle: dpa

Berlin. Zu Bundesbahn-Zeiten ist keine offizielle Verspätungstatistik geführt worden. Die neuen Zahlen finden sich in der Antwort der Bundesregierung auf eine Große Anfrage der Linksfraktion, die der HAZ vorliegt. Nach jahrelang sinkenden Werten wird auch im Nahverkehr wieder ein deutlicher Anstieg der Verspätungen registriert: Die Zahl der „Verspätungsminuten“ wuchs hier im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent. Die Verspätungen und Zugausfälle vom jüngsten Bahnstreik sind dort nicht berücksichtigt.

Die Daten werden in einer Bilanz der Bahnprivatisierung aufgelistet, mit der sich das Bundeskabinett jetzt beschäftigt hat. Danach sind die Verspätungen im Fernverkehr zwischen 2004 und 2013 um 30 Prozent angestiegen. Im Nahverkehr fällt die Bilanz uneinheitlich aus, bis 2012 sanken die Zahlen, danach steigen sie wieder. In die Pünktlichkeitsstatistik der Bahn fließen erst Verspätungen von mehr als 5 Minuten und 59 Sekunden ein.

Die Liste der zehn Bahnstrecken mit den meisten Verspätungen führen die Bahnverbindungen Hamburg - Hannover, Bremen - Hamburg und Hannover - Bremen an. Besonders betroffen sind zudem Strecken im Ruhrgebiet mit den Bahnknotenpunkten Dortmund und Duisburg sowie die Nord-Süd-Linien Mannheim - Frankfurt - Fulda, Würzburg - Nürnberg, München - Augsburg und Berlin - München - Rosenheim.

Reaktion der Bahn

Die  Bahn hat am Dienstag eine Übersicht veröffentlicht, die zeigt, dass der Anteil pünktlicher Fernzüge von 81,2 Prozent 2009 auf 73,9 Prozent 2013 zurückgegangen ist. Im Nahverkehr lagen die entsprechenden Durchschnittswerte in diesem Zeitraum zwischen 91,0 und 95,1 Prozent. Die Bahn definiert alle Züge, die bis zu 5.59 Minuten nach Plan an einem Ort ankommen, noch als pünktlich.

Als Konsequenz aus den Rekordverspätungen der Bahn verlangt die Linksfraktion eine Korrektur der Bahnpolitik. „Priorität muss die Verbesserung von Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit haben sowie die Orientierung an den Bedürfnissen der Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer“, fordert die verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sabine Leidig.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verweist auf die starke Mischnutzung des Schienennetzes durch Fernverkehr, Güterverkehr sowie S-Bahnen. Außerdem ergäben sich Verspätungen auch durch die langen Laufwege über die zentralen „Knoten mit begrenzten Kapazitäten“, so Dobrindt. Für die Linkspartei ist dies der Hinweis darauf, dass „die Investitionspolitik der Bahn in eine völlig falsche Richtung geht“. Statt die Engpassbeseitigung zu favorisieren, würden Prestigeprojekte wie „Stuttgart 21“ durchgesetzt.

Mit der Gründung der Bahn AG als privatrechtlich organisierter Eisenbahngesellschaft des Bundes wurde vor 20 Jahren auch die Öffnung der Schienenwege für private Eisenbahnunternehmen sowie die Übertragung der Zuständigkeit für den Schienenpersonennahverkehr vom Bund auf die Länder vereinbart. Die Bundesregierung spricht jetzt offiziell von einer „erfolgreichen Entwicklung“, nicht zuletzt auch mit Blick auf die Umsatzerlöse. Die Reform, so Minister Dobrindt, habe auf den Schienen „zu einer besseren Angebotsqualität, zu mehr Service für den Kunden und zu mehr Innovationen geführt“.

Diese Rechte haben Kunden

So entschädigt die Bahn: Bei Verspätungen von Zügen können Reisende je unterschiedliche Ansprüche gelten machen.

Fahrpreiserstattung: Kommt ein Kunde eine Stunde zu spät ans Ziel, muss die Bahn ihm 25 Prozent des Fahrpreises erstatten. Ab zwei Stunden Verspätung sind es 50 Prozent. Geltend machen muss man seine Ansprüche mit einem Fahrgastrechteformular, dass man vom Schaffner, an den Fahrkartenverkaufsstellen oder am DB Service Point erhält. Man kann es sich auch von der Webseite der Bahn herunterladen. Die Verspätung muss aber vom Schaffner oder am Service Point bestätigt werden.

Ticketrückgabe: Bei Zugausfällen oder Verspätungen von mehr als 60 Minuten kann der Reisende auf die Fahrt verzichten und den kompletten Fahrpreis zurückverlangen

Taxi und Hotel: Fahrgäste dürfen aufs Taxi umsteigen, wenn der Zug mindestens 60 Minuten Verspätung hat und planmäßig zwischen 0 und 5 Uhr morgens ankommt. Maximal werden 80 Euro erstattet. Im schlimmsten Fall trägt die Bahn auch die Kosten für eine Hotelübernachtung.

Von Dieter Wonka

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