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„Modernes Sklaventum“ für Ryanair-Piloten

Verträge statt Selbstständigkeit „Modernes Sklaventum“ für Ryanair-Piloten

Nach heftigen Vorwürfen an die Airline sollen Ryanair-Piloten nun bessere Verträge bekommen und nicht mehr als Selbstständige geführt werden – allerdings bei einer Zeitarbeitsfirma. Dort kämen sie vom Regen in die Traufe, kritisiert die Gewerkschaft.

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Nach Vorwürfen an die Airline sollen Ryan­air-Piloten bessere Verträge bekommen.

Quelle: Ralf Hirschberger

Ryanair möchte neuerdings nett sein, zumindest zu den Passagieren. Vorbei die Zeiten, als Vorstandschef Michael O’Leary die Kunden als „Self Loading Cargo“ verspottete - und auch so behandelte. Das sich selbst verladende Massengut Mensch darf inzwischen gratis mehr Gepäck an Bord tragen und muss nicht länger um die Sitzplätze rangeln. Der Billigflieger hat eingesehen, dass sich die ehrgeizigen Wachstumsziele nur erreichen lassen, wenn auch Geschäftsleute nicht vor einer Buchung zurückschrecken.

Mit den eigenen Leuten hingegen geht Ryanair nicht ganz so freundlich um. Die Gehälter für das Kabinenpersonal folgen ganz dem Low-Cost-Gedanken, und auch die Piloten verdienen - im Vergleich zur Konkurrenz - eher kümmerlich. Um die Kosten für das Cockpit in möglichst engen Grenzen zu halten, hat Ryanair offenbar viele Piloten als Freiberufler beschäftigt. Inzwischen laufen Ermittlungen wegen möglicher Steuerhinterziehung und Sozialversicherungsbetrug.

Der Vorwurf der Scheinselbstständigkeit ist ernst - und lässt sich nicht mit ein paar flapsigen Bemerkungen im O’Leary-Stil vom Tisch wischen. Deshalb will Ryanair nun eine ganze Reihe der bisher freiberuflich beschäftigten Flugzeugführer fest anstellen - allerdings nicht im eigenen Unternehmen, sondern bei Zeitarbeitsfirmen.

Wer auf diese Angebote eingehe, komme jedoch vom Regen in die Traufe, kritisiert die Vereinigung Cockpit. „Auch die Verträge dieser neuen Vermittlerfirma Bluesky sind nichts anderes als modernes Sklaventum“, sagt der Präsident der Pilotengewerkschaft, Ilja Schulz. „Solche Bedingungen haben in unserer modernen Gesellschaft nichts zu suchen.“

Laut einem internen Bluesky-Schreiben, das WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ vorliegt, sollen die Piloten weiterhin nur nach Stunden bezahlt werden: Kapitäne bekommen demnach rund 125 Euro, Ko-Piloten 63 Euro; das Urlaubsgeld käme noch extra. Erreichen die Piloten die maximal zulässige Zahl von 900 Stunden pro Jahr, verdienen Kapitäne um die 125 000 Euro, die Ko-Piloten etwa die Hälfte. Allerdings zahlt Bluesky dem Schreiben zufolge kein Basisgehalt und will nur 450 Flugstunden pro Jahr garantieren. Wird ein Pilot krank, verdient er also keinen Cent.

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